KfW-Förderprogramme: Kredite und Zuschüsse im Überblick
Die KfW ist die Förderbank von Bund und Ländern: eine Anstalt des öffentlichen Rechts, die seit 1948 im Auftrag des Bundes und der Länder fördert und anders als eine Geschäftsbank nicht primär gewinnorientiert arbeitet [1]. Ihre Inlandsförderung ist in einzelne Förderprodukte gegliedert, viele davon mit eigener Programmnummer — Förderkredite mit Tilgungszuschuss beantragt ein Finanzierungspartner [2], Zuschüsse beantragt der Antragsteller selbst im Kundenportal der KfW [4].
Wer eine KfW-Förderung sucht, stößt zuerst auf eine Zahl: Die Förderprodukte der KfW tragen Programmnummern, unter denen sie in Merkblättern, Bankgesprächen und Handwerker-Angeboten geführt werden. Die Nummer sagt nichts über die Höhe der Förderung, wohl aber, um welches Produkt es geht — der klimafreundliche Neubau von Wohngebäuden läuft als Kredit unter 297 und 298 [3], die Heizungsförderung für Wohngebäude als Zuschuss unter 458 [4].
Entscheidend für die Praxis ist der Unterschied zwischen Kredit und Zuschuss, denn er bestimmt den Antragsweg. Einen KfW-Förderkredit beantragt man nicht bei der KfW selbst, sondern bei einem Finanzierungspartner — Bank, Sparkasse, Genossenschaftsbank, Bausparkasse, Versicherung oder Finanzvermittler [5]. Zuschüsse dagegen werden direkt im Kundenportal „Meine KfW" beantragt [4].
Vor jedem KfW-Antrag steht dieselbe Reihenfolge-Regel: erst der Antrag, dann die Ausführung. Bei der Heizungsförderung müssen Anträge in jedem Fall vor Beginn der Arbeiten vor Ort gestellt werden [4]; beim Wohngebäude-Kredit ist der Antrag vor dem Beginn der Bauarbeiten zu stellen [2]. Wer vorher unbedingte Liefer- oder Leistungsverträge schließt oder die Arbeiten beginnen lässt, bekommt für dieses Vorhaben keine Förderung mehr.
Was fördert KfW aktuell?
In unserer Datenbank sind derzeit 50 beantragbare Programme dieser Förderstelle erfasst. Davon werden 7 als Zuschuss ausgezahlt, der nicht zurückgezahlt werden muss. 40 Programme laufen als Darlehen. Die vollständige Liste steht in der Tabelle darunter — sie ist zugleich die Quelle dieser Zahlen.
Welche Programme führt KfW?
Das Register listet jedes aktive Programm mit Förderart, Höchstbetrag und Zielgruppe. Ein Klick auf den Programmnamen führt zur Detailseite mit Voraussetzungen, Antragsweg und Quellen.
Was ist die KfW und wofür ist sie zuständig?
Die KfW ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts, die Bund und Ländern gehört und seit 1948 in deren Auftrag fördert [1]. Sie beschreibt sich als eine der führenden Förderbanken der Welt und arbeitet anders als eine Geschäftsbank nicht primär gewinnorientiert, sondern im Dienst des Gemeinwohls [1]. Ihre Mittel nimmt sie am Kapitalmarkt auf, unter anderem über Anleihen [1]. In der Inlandsförderung reicht sie diese Mittel als zinsgünstige Kredite und als Zuschüsse an Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen weiter.
Was bedeutet die KfW-Programmnummer?
Die Programmnummer ist der Produktschlüssel der KfW, nicht die Förderhöhe: Sie benennt, welches Merkblatt, welche Konditionen und welcher Antragsweg gelten. Ein und dieselbe Förderung kann dabei mehrere Nummern tragen, wenn sie nach Antragstellergruppe oder Nutzung getrennt wird — der klimafreundliche Neubau von Wohngebäuden liegt als 297 und 298 vor [3], der Ergänzungskredit für Einzelmaßnahmen als 358 und 359 [5]. Aus der Nummer allein lässt sich nicht ableiten, ob es sich um einen Kredit oder einen Zuschuss handelt; das steht im jeweiligen Produkt.
- 261 — Wohngebäude-Kredit der Bundesförderung für effiziente Gebäude, ein Förderkredit mit Tilgungszuschuss [2]
- 297 und 298 — Klimafreundlicher Neubau von Wohngebäuden, ein Förderkredit [3]
- 358 und 359 — Ergänzungskredit für Einzelmaßnahmen, nur zusätzlich zu einer Zuschussförderung [5]
- 458 — Heizungsförderung für Privatpersonen in Wohngebäuden, ein Zuschuss [4]
Welche KfW-Programme sind Zuschüsse und welche Kredite?
Viele KfW-Produkte sind Förderkredite, die über einen Finanzierungspartner laufen und teilweise einen Tilgungszuschuss enthalten. Beim Wohngebäude-Kredit stehen bis zu 150.000 Euro Kredit je Wohneinheit zur Verfügung, der Tilgungszuschuss ist nach erreichter Effizienzhaus-Stufe gestaffelt und liegt bei höchstens 15 Prozent [2]. Beim klimafreundlichen Neubau sind es bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit, mit Nachhaltigkeitszertifizierung QNG bis zu 150.000 Euro [3]. Als Zuschuss ist dagegen die Heizungsförderung für Wohngebäude ausgestaltet: Sie beträgt 30 bis 80 Prozent der förderfähigen Kosten, je nachdem welche Boni greifen [4].
Wie beantragt man einen KfW-Kredit?
Ein KfW-Förderkredit wird nicht direkt bei der KfW beantragt, sondern bei einem Finanzierungspartner der eigenen Wahl — Bank, Sparkasse, Genossenschaftsbank, Bausparkasse, Versicherung oder Finanzvermittler [5]. Der Finanzierungspartner reicht den Antrag bei der KfW ein und führt später auch die Kreditverwaltung. Bei den Gebäudeprogrammen muss vor dem Antrag ein Energieeffizienz-Experte eingebunden werden, der die Bestätigung zum Antrag erstellt [2]. Verbindlich einplanen lassen sich die Mittel erst nach der Zusage der KfW: „Sie können die Fördermittel erst verbindlich einplanen, wenn Sie eine Zusage der KfW erhalten haben" [3].
Was ist ein Tilgungszuschuss?
Ein Tilgungszuschuss ist der Teil eines KfW-Förderkredits, der nicht zurückgezahlt werden muss. Die KfW verrechnet ihn mit der Kreditschuld; er verringert damit den zurückzuzahlenden Kreditbetrag, wird aber nicht bar ausgezahlt [6]. Wie hoch er ausfällt, hängt vom erreichten Standard ab — beim Wohngebäude-Kredit ist er nach Effizienzhaus-Stufe gestaffelt und beträgt höchstens 15 Prozent [2]. Für den Antragsteller ist der Tilgungszuschuss deshalb der eigentliche Fördervorteil eines KfW-Kredits, der Zinsvorteil kommt hinzu.
Kann man KfW und BAFA kombinieren?
Ja, und bei einem Produkt ist die Kombination sogar Voraussetzung. Der Ergänzungskredit für Einzelmaßnahmen an Wohngebäuden kann „nur zusätzlich zu einer Zuschussförderung der KfW und/oder des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)" beantragt werden [5]. Dafür muss eine Zuschusszusage der KfW oder ein Zuwendungsbescheid des BAFA nach der Richtlinie für Einzelmaßnahmen vorliegen, der nicht länger als zwölf Monate zurückliegt [5]. Der Kreditrahmen beträgt dabei bis zu 120.000 Euro je Wohneinheit [5].
Worin unterscheidet sich ein KfW-Kredit von einem normalen Bankkredit?
Der KfW-Kredit kommt aus einer Förderbank, die nicht primär gewinnorientiert arbeitet, und wird über eine Geschäftsbank nur durchgeleitet [1][5]. Daraus folgen drei praktische Unterschiede: Der Zinssatz ist an ein Förderziel geknüpft statt an die Marktlage allein, ein Tilgungszuschuss kann einen Teil der Schuld erlassen [6], und die Auszahlung hängt an technischen Nachweisen wie der Bestätigung zum Antrag eines Energieeffizienz-Experten [2]. Der vierte Unterschied ist zeitlicher Natur: Ein Bankkredit lässt sich auch nach Baubeginn aufnehmen, ein KfW-Kredit nicht [2].
Welche Fehler kosten die KfW-Förderung?
Die Förderung hängt zuallererst an der Reihenfolge. Der Antrag muss vor dem Beginn der Bauarbeiten gestellt werden [2], bei der Heizungsförderung ausdrücklich vor Beginn der Arbeiten vor Ort [4]. Zweitens sind Fristen zu beachten: Nach der Zusage bleiben bei der Heizungsförderung 36 Monate, um das Vorhaben umzusetzen [4], und der Ergänzungskredit setzt eine Zuschusszusage voraus, die nicht älter als zwölf Monate ist [5]. Drittens scheitern Anträge daran, dass der erforderliche Energieeffizienz-Experte erst nach Vertragsabschluss eingebunden wird, obwohl seine Bestätigung zum Antrag gehört [2].
Wie läuft der Antrag bei KfW?
Die Schritte stehen in der Reihenfolge, in der sie zu erledigen sind. Was im Einzelfall gilt — Fristen, Nachweise, Zuständigkeit —, steht auf der Detailseite des jeweiligen Programms und in den verlinkten Originalquellen.
- Vorhaben festlegen und das passende Förderprodukt samt Programmnummer bestimmen — davon hängt ab, ob der Antrag über einen Finanzierungspartner oder über das Kundenportal läuft [4][5].
- Bei den Gebäudeprogrammen einen Energieeffizienz-Experten einbinden, der die Bestätigung zum Antrag erstellt [2].
- Liefer- oder Leistungsverträge nur mit aufschiebender oder auflösender Bedingung der Förderzusage schließen [4].
- Antrag stellen, bevor die Arbeiten beginnen: beim Förderkredit über den Finanzierungspartner [5], beim Zuschuss im Kundenportal „Meine KfW" [4].
- Die Zusage der KfW abwarten — vorher lassen sich die Fördermittel nicht verbindlich einplanen [3].
- Vorhaben umsetzen; bei der Heizungsförderung stehen dafür nach der Zusage 36 Monate zur Verfügung [4].
- Nachweise einreichen; der Tilgungszuschuss wird anschließend mit der Kreditschuld verrechnet [6].
Häufige Fragen
Beantragt man einen KfW-Kredit direkt bei der KfW?
Was sagt die KfW-Programmnummer aus?
Was passiert, wenn das Vorhaben schon begonnen hat?
Muss ein KfW-Förderkredit vollständig zurückgezahlt werden?
Lässt sich eine KfW-Förderung mit einem BAFA-Zuschuss kombinieren?
Originalquellen
- [1] Über die KfW
- [2] Wohngebäude – Kredit (261)
- [3] Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude (297, 298)
- [4] Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458)
- [5] Einzelmaßnahmen Ergänzungskredit – Wohngebäude (358, 359)
- [6] Tilgungszuschuss der KfW-Inlandsförderung
Wie wir Quellen auswählen, gegeneinander abwägen und Angaben vor der Veröffentlichung gegen das Original prüfen, steht in unserer Methodik.
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