Förderungen für Mitarbeiter-Weiterbildung
Qualifizierung der Belegschaft während der Beschäftigung, vom einzelnen Lehrgang bis zum nachgeholten Berufsabschluss. Die Arbeitsagentur übernimmt Lehrgangskosten und teilweise das Arbeitsentgelt; die Quote hängt von Betriebsgröße und Alter der Beschäftigten ab.
15 Förderungen im Überblick — immer auf dem neusten Stand.
15 Förderungen im Bereich Mitarbeiter-Weiterbildung
Betriebliche Weiterbildung Bayern (ESF+)
Die Förderung Betriebliche Weiterbildung Bayern unterstützt Unternehmen mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) dabei, ihre Beschäftigten beruflich weiterzubilden. Gefördert werden Anpassungsqualifizierungen für Erwerbstätige sowie Overheadmaßnahmen im Rahmen von Umstrukturierungsprozessen und Insolvenzen. Ziel ist es, Beschäftigte an den technologischen und demografischen Wandel anzupassen.
AusbildungWeltweit
AusbildungWeltweit fördert globale Auslandspraktika während der beruflichen Erstausbildung. Ausbildungsbetriebe, berufliche Schulen, Kammern und andere Einrichtungen der Berufsbildung können Zuschüsse für Auslandsaufenthalte von Azubis, Lern- oder Lehraufenthalte von Ausbildern und vorbereitende Besuche beantragen. Das Programm läuft bis zum 31. Dezember 2028.
Weiterbildungsrichtlinie Brandenburg (WBRL 2026)
Die Weiterbildungsrichtlinie Brandenburg (WBRL 2026) fördert berufliche Weiterbildung mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus. Beschäftigte bekommen über den Bildungsscheck einen Zuschuss von 60 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben — ohne Höchstbetrag, ab einem Zuschuss von 500 Euro. Unternehmen und Vereine werden mit bis zu 50 Prozent gefördert. Die Richtlinie gilt bis zum 30. Juni 2027.
INQA-Experimentierräume
Zuschuss für Unternehmen, Vereinigungen und Bildungseinrichtungen, die innovative Vorhaben zur partizipativen Gestaltung der Arbeitswelt umsetzen. Förderquote bis 70 % der Gesamtausgaben, Förderdauer in der Regel bis zu 24 Monate. Anträge sind nur über Förderaufrufe möglich; derzeit ist keiner offen.
IMPULS-Programm Hamburg – Förderung nachhaltiger Bauwesen-Seminare
Das IMPULS-Programm der IFB Hamburg bezuschusst Weiterbildungsveranstaltungen und Seminare zu nachhaltiger Bauweise, Energieeffizienz und erneuerbaren Energien im Hochbau. Institutionen erhalten Zuschüsse ab 500 € pro Online-Seminar bis zu 1.000 € Grundbetrag plus 50 € je Teilnehmer.
Weiterentwickelter Orientierungsplan (WeOP) – Fortbildungsförderung Kitas Baden-Württemberg
Die L-Bank fördert im Auftrag des Kultusministeriums Baden-Württemberg Träger von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege bei Fortbildungen zur Umsetzung des weiterentwickelten Orientierungsplans. Es gibt eine Pauschale von 2.000 Euro je Fortbildungsveranstaltung für Kita-Teams, mehrmals pro Jahr bedarfsgerecht beantragbar.
ESF-Sozialpartnerrichtlinie - Wandel der Arbeit
Zuschuss für Tarif- und Sozialpartner sowie juristische Personen für Maßnahmen zur sozialpartnerschaftlichen Gestaltung der Arbeitswelt. Förderquote bis zu 80 % der Gesamtausgaben, die auf 2 Mio. € je Vorhaben begrenzt sind; Regellaufzeit drei Jahre.
Einstiegsqualifizierung (Zuschuss für Arbeitgeber, Bundesagentur für Arbeit)
Bei einer Einstiegsqualifizierung bieten Arbeitgeber ein sozialversicherungspflichtiges Praktikum an und lernen so potenzielle Auszubildende kennen. Die Agenturen für Arbeit oder die Jobcenter fördern es durch einen Zuschuss zur Praktikumsvergütung und eine Pauschale für die Sozialversicherungsbeiträge. Die Dauer beträgt 4 bis 12 Monate.
Weiterbildung im Güterkraftverkehr mit schweren Nutzfahrzeugen
Zuschuss für Unternehmen des Güterkraftverkehrs mit Nutzfahrzeugen über 3,5 t für allgemeine Weiterbildungsmaßnahmen ihrer Beschäftigten. Förderquote bis 70 %, Zuschuss bis 1.050 € je Nutzfahrzeug, Höchstbetrag 3 Mio. € je Maßnahme.
bis zu 3 Mio. €
Brandenburgischer Innovationsgutschein (BIG-Digital)
Der Brandenburgische Innovationsgutschein (BIG-Digital) fördert Digitalisierungsvorhaben kleiner und mittlerer Unternehmen inklusive Handwerksbetriebe im Land Brandenburg mit einem Zuschuss von 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben. Gefördert werden Beratungs-, Implementierungs- und Schulungsprojekte mit Förderhöchstbeträgen von 50.000 bis 250.000 Euro, bei zuwendungsfähigen Ausgaben von mindestens 5.000 Euro je Projekt.
bis zu 250.000 €
Aus- und Weiterbildungsförderung in der deutschen Binnenschifffahrt
Zuschüsse zu Aus- und Weiterbildungskosten für in Deutschland ansässige Binnenschifffahrtsunternehmen, Ausbildungsvereine und Verbundausbildungs-Unternehmen. Gefördert werden 50 Prozent der Kosten, für mittlere Unternehmen 60 und für kleine Unternehmen 70 Prozent — maximal 76.000 Euro für die bis zu 42-monatige Ausbildung zum Binnenschifffahrtskapitän.
bis zu 76.000 €
Ersteinstellung von Personal Mecklenburg-Vorpommern
Das LFI Mecklenburg-Vorpommern bezuschusst KMU bei der Schaffung neuer Stellen für Personal mit Hochschul-, Meister- oder Technikerabschluss in technischen Fachrichtungen. Bis zu 50 Prozent der Personalausgaben, je geschaffenem Arbeitsplatz maximal 30.000 EUR in den ersten 12 Monaten plus 15.000 EUR in den folgenden 12 Monaten.
bis zu 45.000 €
Kompakte Hilfe für Solo-Selbstständige (KOMPASS)
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales fördert mit KOMPASS Solo-Selbstständige bei beruflichen Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen. Der Zuschuss deckt bis zu 90 % der förderfähigen Ausgaben aus ESF-Plus- und Bundesmitteln, maximal 4.500 Euro netto pro Qualifizierungsscheck.
bis zu 4.500 €
Betriebliche Weiterbildung für Erwerbstätige Rheinland-Pfalz
Der ESF-Plus-Förderansatz Betriebliche Weiterbildung für Erwerbstätige unterstützt Unternehmen in Rheinland-Pfalz bei der Weiterbildung ihrer Beschäftigten. Gefördert werden bis zu 40 Prozent der Kosten, in der Übergangsregion Trier bis zu 50 Prozent, höchstens 1.500 Euro je Teilnehmer und maximal 30.000 Euro pro Unternehmen und Jahr.
bis zu 1.500 €
Hamburger Weiterbildungsbonus PLUS
Der Hamburger Weiterbildungsbonus PLUS ist ein Zuschuss der Freien und Hansestadt Hamburg zur beruflichen Weiterbildung von Beschäftigten mit Wohnsitz in Hamburg und/oder Arbeit bei einem Hamburger Unternehmen sowie von Selbstständigen mit Wohnsitz in Hamburg. Gefördert werden in der Regel 40 Prozent der Lehrgangskosten, maximal 750 Euro (ab 2.500 Euro Lehrgangskosten maximal 1.000 Euro); für angestellt Beschäftigte im Handwerk bis zu 75 Prozent und maximal 1.000 Euro, für angestellt Beschäftigte mit SGB-II-Leistungen bis zu 100 Prozent und maximal 1.500 Euro.
bis zu 1.500 €
Mitarbeiter-Weiterbildung: So greifen die Programme ineinander
Was fördert die Agentur für Arbeit, wenn du deine Mitarbeiter qualifizierst?
Die Förderung von Beschäftigten im bestehenden Arbeitsverhältnis ist das Rückgrat dieses Themas, und sie hat klare Eingangsbedingungen. Gefördert wird, wenn die Weiterbildung Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt, die über ausschließlich arbeitsplatzbezogene kurzfristige Anpassungsfortbildungen hinausgehen, der Berufsabschluss deines Mitarbeiters in der Regel mindestens zwei Jahre zurückliegt und die Maßnahme mehr als 120 Stunden dauert. Maßnahme und Träger müssen zugelassen sein.
Es gibt zwei Hebel, nicht einen. Die Agentur kann sich an den Lehrgangskosten beteiligen und zusätzlich Zuschüsse zum Arbeitsentgelt für die Zeit zahlen, in der dein Mitarbeiter weiterbildungsbedingt keine Arbeitsleistung erbringt. Gerade der zweite Hebel entscheidet, ob eine längere Qualifizierung betrieblich überhaupt tragbar ist. Ausgeschlossen sind Maßnahmen, zu denen du als Arbeitgeber ohnehin gesetzlich verpflichtet bist.
Wie viel trägst du selbst — und warum hängt das an der Betriebsgröße?
Dein Eigenanteil ist gestaffelt. Angemessen ist die Beteiligung an den Lehrgangskosten, wenn dein Betrieb mindestens 50 und weniger als 500 Beschäftigte hat und du 50 Prozent trägst, beziehungsweise 500 Beschäftigte oder mehr hat und du 75 Prozent trägst. Bei weniger als 50 Beschäftigten soll von einer Kostenbeteiligung abgesehen werden; unter 500 Beschäftigten entfällt sie außerdem, wenn der Teilnehmer bei Beginn das 45. Lebensjahr vollendet hat oder schwerbehindert ist.
Spiegelbildlich läuft der Entgeltzuschuss: bis zu 75 Prozent in Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten, 50 Prozent bei mindestens 50 und weniger als 500, 25 Prozent ab 500 Beschäftigten. Gibt es bei dir eine Betriebsvereinbarung über berufliche Weiterbildung oder einen Tarifvertrag, der betriebsbezogen berufliche Weiterbildung vorsieht, verringert sich deine Beteiligung an den Lehrgangskosten unabhängig von der Betriebsgröße um fünf Prozentpunkte, und die Entgeltzuschüsse können um fünf Prozentpunkte erhöht werden. Ein Blick in die eigene Betriebsvereinbarung lohnt sich also vor dem Gespräch.
Welche Reihenfolge musst du einhalten?
Erst reden, dann buchen. Ansprechpartner ist der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit; verbindliche Auskunft zu Umfang und Voraussetzungen bekommst du dort, nicht vom Bildungsanbieter. Der von deinem Mitarbeiter ausgewählte Träger hat der Agentur den Bildungsgutschein vor Beginn der Maßnahme vorzulegen — ein bereits gestarteter Kurs lässt sich nicht nachträglich in die Förderung heben.
Die Landes- und ESF-Programme daneben folgen eigenen Regeln. Sie laufen nicht über die Agentur, sondern über Landesförderbanken, Ministerien oder benannte Projektträger, knüpfen meist an eine Betriebsstätte im Land an und arbeiten mit Antragsfenstern oder Aufrufen. Weil sie andere Zwecke verfolgen — Digitalisierung, Strukturwandel, Zielgruppenförderung —, schließen sie eine Agenturförderung nicht von vornherein aus. Welche Kombination erlaubt ist, steht in den Kumulierungsregeln der jeweiligen Richtlinie; kläre das je Programm, bevor du den Vertrag mit dem Bildungsträger unterschreibst.
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KfW 570 — Erneuerbare Energien Plus
Zinsgünstiger KfW-Förderkredit für Unternehmen jeder Größe und Freiberufler, die in Anlagen zur Erzeugung von Strom, Wärme oder Kälte aus erneuerbaren Energien oder in Energiespeicher investieren. Finanziert werden bis zu 100 Prozent der Investitionskosten, maximal 150 Millionen Euro pro Vorhaben.
KfW 270 — Erneuerbare Energien Standard
Der KfW-Kredit 270 finanziert Erneuerbare-Energien-Anlagen -- Photovoltaik, Windkraft, Wasserkraft, Biogas und Batteriespeicher -- zu kapitalmarktnahen Zinsen. Antragsberechtigt sind Privatpersonen, die einen Teil des Stroms einspeisen, Unternehmen, Freiberufler sowie kommunale Zweckverbände; Kommunen selbst sind ausgeschlossen. Der Kreditbetrag beträgt bis zu 150 Mio. Euro pro Vorhaben ohne Mindestbetrag, die Finanzierung deckt bis zu 100 Prozent der Investitionskosten ab.
IKK – Investitionskredit Nachhaltige Mobilität
Mit dem KfW-Investitionskredit Nachhaltige Mobilität (Programm 267) finanzieren Kommunen, Eigenbetriebe und Zweckverbände Investitionen in klimafreundliche Mobilität — bis zu 150 Millionen Euro Kredit pro Jahr und Antragsteller.
IKK – Investitionskredit Kommunen
Der IKK – Investitionskredit Kommunen der KfW finanziert langfristige Investitionen in die kommunale und soziale Infrastruktur. Bis zu 150 Mio. € pro Jahr und Antragsteller mit einem Finanzierungsanteil von bis zu 100 % bei Krediten bis 2 Mio. €.
Venture Tech Growth Financing (VTGF)
Finanzierung für junge, innovative und schnell wachsende Technologieunternehmen mit Wagniskapital-Beteiligung. Finanzierungsbeteiligungen pari passu zu privaten Kreditgebern zwischen 500.000 € und 125 Mio. €.
IKU – Investitionskredit Kommunale und Soziale Unternehmen
Mit dem KfW-Investitionskredit für Kommunale und Soziale Unternehmen (Programm 148) finanziert die KfW Investitionen kommunaler und sozialer Unternehmen in Deutschland mit einem zinsgünstigen Förderkredit von bis zu 50 Millionen Euro pro Vorhaben (im Modul Energieversorgung bis 100 Mio. €).
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