Förderungen für Inklusion im Betrieb
Einstellung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung: Eingliederungszuschuss, behinderungsgerechte Ausstattung des Arbeitsplatzes, Arbeitsassistenz. Zuständig sind Integrationsamt und Rehaträger, nicht die Krankenkasse.
6 Förderungen im Überblick — immer auf dem neusten Stand.
6 Förderungen im Bereich Inklusion im Betrieb
LVR-Budget für Arbeit – Aktion Inklusion
Das LVR-Budget für Arbeit – Aktion Inklusion unterstützt Arbeitgeber, die einen Menschen aus der Werkstatt für behinderte Menschen sozialversicherungspflichtig einstellen oder ausbilden: mit Lohnkostenzuschuss (beim Budget für Arbeit bis zu 75 Prozent), Zuschuss zum Ausbildungsentgelt, Einstellungs- und Ausbildungsprämien, Jobcoaching und Begleitung durch den Integrationsfachdienst.
LWL-Budget für Arbeit
Das LWL-Budget für Arbeit unterstützt Arbeitgeber in Westfalen-Lippe, die Menschen mit Behinderung aus einer Werkstatt für behinderte Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigen oder ausbilden. Es bündelt gesetzliche und ergänzende Leistungen nach §§ 61/61a SGB IX, etwa Lohnkostenzuschüsse, das Budget für Ausbildung und eine Inklusionsprämie für Betriebe.
Eingliederungszuschuss (EGZ) der Bundesagentur für Arbeit
Der Eingliederungszuschuss (EGZ) ist ein Zuschuss zum Arbeitsentgelt, den die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter Arbeitgebern zahlen, die arbeitslose oder arbeitsuchende Bewerber einstellen. Er soll die geringere Arbeitsleistung zu Beginn ausgleichen. Er ist grundsätzlich auf höchstens 50 Prozent des Arbeitsentgelts und 12 Monate begrenzt, für bestimmte Gruppen gelten andere Werte.
Arbeitgeber-Leistungen für die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen
Arbeitgeber, die schwerbehinderte Menschen beschäftigen, können Leistungen des Inklusionsamts beim Zentrum Bayern Familie und Soziales erhalten. Gefördert werden die behinderungsgerechte Ausstattung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, der Ausgleich außergewöhnlicher Belastungen sowie die Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze – im Modellprojekt Inklusionsimpuls Bayern mit bis zu 18.000 Euro je Platz. Die Leistungen für die behinderungsgerechte Ausstattung können als Zuschuss oder Darlehen bis zur vollen Höhe der entstandenen Kosten geleistet werden.
Inklusionsbetriebe Niedersachsen — Förderung
Förderung für Unternehmen in Niedersachsen, die Inklusionsbetriebe oder -abteilungen mit Arbeitsplätzen für schwerbehinderte Menschen gründen oder erweitern. Investitionskostenzuschuss für die Arbeitsplatzausstattung, Personalkostenzuschuss bis zu 35 Prozent des Arbeitgeberbruttolohns und Pauschale für besonderen Aufwand.
Integration unternehmen! - Investive Förderung
Mit Integration unternehmen! fördert Nordrhein-Westfalen Investitionen in zusätzliche Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen in Inklusionsbetrieben. Pro Arbeitsplatz werden bis zu 20.000 € Investitionszuschuss gewährt; daneben gibt es laufende Unterstützung von 210 € monatlich pro schwerbehinderten Beschäftigten.
bis zu 20.000 €
Inklusion im Betrieb: So greifen die Programme ineinander
Zwei Kostenträger, ein Arbeitsplatz — wer zahlt was?
Wenn du einen schwerbehinderten Menschen einstellst, hast du es nicht mit einer Behörde zu tun, sondern mit zwei. Die Agentur für Arbeit fördert die Person: Sie gleicht eine anfangs geringere Leistung über einen befristeten Lohnzuschuss aus. Das Integrations- oder Inklusionsamt fördert dagegen den Arbeitsplatz — behinderungsgerechte Ausstattung, technische Hilfen, Arbeitsassistenz. Wer nur eine der beiden Stellen anspricht, lässt die Hälfte der möglichen Leistungen liegen.
Beim Eingliederungszuschuss der Agentur ist die Sonderregelung entscheidend. Für behinderte und schwerbehinderte Menschen kann er bis zu 24 Monate gezahlt werden und bis zu 70 Prozent des Arbeitsentgelts betragen; nach zwölf Monaten sinkt er um 10 Prozent, bleibt aber bei mindestens 30 Prozent. Für besonders betroffene schwerbehinderte Menschen kann sich die Förderdauer auf bis zu 60 Monate erhöhen, ab dem vollendeten 55. Lebensjahr sogar auf bis zu 96 Monate.
Einen dritten Weg gibt es für Menschen, die sonst in einer Werkstatt arbeiten würden: das Budget für Arbeit nach § 61 SGB IX. Der Lohnkostenzuschuss beträgt bis zu 75 Prozent des vom Arbeitgeber regelmäßig gezahlten Arbeitsentgelts, dazu kommen die Aufwendungen für die wegen der Behinderung erforderliche Anleitung und Begleitung am Arbeitsplatz. Dieses Instrument ist nicht auf zwei Jahre gedacht, sondern auf Dauer angelegt.
Was steckt hinter der Ausgleichsabgabe?
Die Mittel der Integrations- und Inklusionsämter stammen nicht aus dem allgemeinen Haushalt, sondern aus einer Umlage unter Arbeitgebern. Beschäftigungspflichtig ist, wer jahresdurchschnittlich mindestens 20 Arbeitsplätze hat; für Betriebe ab 20 Arbeitsplätzen beträgt die Quote 5 Prozent. Wer sie nicht erfüllt, zahlt je unbesetztem Pflichtarbeitsplatz einen gestaffelten Betrag: 155 Euro bei einer Erfüllung von 3 bis unter 5 Prozent, 275 Euro bei weniger als 3 Prozent, 405 Euro bei weniger als 2 Prozent und 815 Euro bei 0 Prozent.
Zwei Punkte gehen dabei regelmäßig unter. Erstens ist die Abgabe kein Freikauf: Die Zahlung der Abgabe hebt die Pflicht zur Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung nicht auf. Zweitens ist das Geld zweckgebunden — die Ausgleichsabgabe darf nur für Zwecke der besonderen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben einschließlich der Begleitenden Hilfe im Arbeitsleben verwendet werden.
Damit schließt sich der Kreis zum ersten Abschnitt: Die Umlage, die du bei Nichterfüllung zahlst, finanziert genau die Töpfe, aus denen du bei einer Einstellung Ausstattung und Assistenz abrufen kannst.
Wer sortiert die Zuständigkeiten für dich?
Weil die Zuständigkeiten geteilt sind, gibt es eine Stelle, deren Aufgabe ausdrücklich das Sortieren ist: die Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber nach § 185a SGB IX. Sie sind bei den Integrations- beziehungsweise Inklusionsämtern angesiedelt und arbeiten als trägerunabhängige Lotsen — sie vertreten also keinen der Kostenträger, sondern führen dich zum richtigen.
Arbeitgeber erhalten dort kostenfrei und unkompliziert fachliche Beratung, und zwar über die ganze Spanne: Ausbildung, Einstellung, Berufsbegleitung und Beschäftigungssicherung. Für Betriebe ohne eigene Personalabteilung ist das der pragmatischste Einstieg — erst klären lassen, welcher Träger für deinen Fall zahlt, dann beantragen.
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Zinsgünstiger KfW-Förderkredit für Unternehmen jeder Größe und Freiberufler, die in Anlagen zur Erzeugung von Strom, Wärme oder Kälte aus erneuerbaren Energien oder in Energiespeicher investieren. Finanziert werden bis zu 100 Prozent der Investitionskosten, maximal 150 Millionen Euro pro Vorhaben.
KfW 270 — Erneuerbare Energien Standard
Der KfW-Kredit 270 finanziert Erneuerbare-Energien-Anlagen -- Photovoltaik, Windkraft, Wasserkraft, Biogas und Batteriespeicher -- zu kapitalmarktnahen Zinsen. Antragsberechtigt sind Privatpersonen, die einen Teil des Stroms einspeisen, Unternehmen, Freiberufler sowie kommunale Zweckverbände; Kommunen selbst sind ausgeschlossen. Der Kreditbetrag beträgt bis zu 150 Mio. Euro pro Vorhaben ohne Mindestbetrag, die Finanzierung deckt bis zu 100 Prozent der Investitionskosten ab.
IKK – Investitionskredit Nachhaltige Mobilität
Mit dem KfW-Investitionskredit Nachhaltige Mobilität (Programm 267) finanzieren Kommunen, Eigenbetriebe und Zweckverbände Investitionen in klimafreundliche Mobilität — bis zu 150 Millionen Euro Kredit pro Jahr und Antragsteller.
IKK – Investitionskredit Kommunen
Der IKK – Investitionskredit Kommunen der KfW finanziert langfristige Investitionen in die kommunale und soziale Infrastruktur. Bis zu 150 Mio. € pro Jahr und Antragsteller mit einem Finanzierungsanteil von bis zu 100 % bei Krediten bis 2 Mio. €.
Venture Tech Growth Financing (VTGF)
Finanzierung für junge, innovative und schnell wachsende Technologieunternehmen mit Wagniskapital-Beteiligung. Finanzierungsbeteiligungen pari passu zu privaten Kreditgebern zwischen 500.000 € und 125 Mio. €.
IKU – Investitionskredit Kommunale und Soziale Unternehmen
Mit dem KfW-Investitionskredit für Kommunale und Soziale Unternehmen (Programm 148) finanziert die KfW Investitionen kommunaler und sozialer Unternehmen in Deutschland mit einem zinsgünstigen Förderkredit von bis zu 50 Millionen Euro pro Vorhaben (im Modul Energieversorgung bis 100 Mio. €).
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