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Frühstartrente · Kinderdepot

Frühstartrente und Kinderdepot sind nicht dasselbe.

Ein Junior- oder Kinderdepot gehört dem Kind und steht ihm mit 18 zur freien Verfügung. Die Frühstartrente soll etwas anderes sein: ein zweckgebundener Altersvorsorge-Vertrag, aus dem nach § 2 Abs. 4 des Entwurfs nur eine Altersleistung fließt und der frühestens mit 65 auszahlt. Ein bestehendes Depot lässt sich dafür nach dem Entwurf nicht umwidmen.

Rechtsstand

Vom Bundestag beschlossen, noch nicht verkündet. Der Bundestag hat den Gesetzentwurf der Bundesregierung [1] am 16. Oktober 2026 in der Fassung seines Finanzausschusses angenommen (BT-Drucksache 21/8606). Der Bundesrat muss dem Gesetz noch zustimmen; das Inkrafttreten ist für den 1. Januar 2027 geplant. Alles auf dieser Seite beschreibt die vom Bundestag beschlossene Fassung, nicht geltendes Recht.

Beispiel
Beispiel: 25 € im Monat — zwei Wege, zwei Zeitpunkte

Wer 25 € monatlich in ein bestehendes Juniordepot einzahlt, gibt dem Kind mit 18 den vollen Zugriff — und bekommt für diese Einzahlungen keine Zuwendung des Bundes. Wer stattdessen ab 2027 einen zertifizierten Vertrag nach dem Entwurf abschließt, bekäme die 10 € des Bundes für jeden Anspruchsmonat, müsste aber akzeptieren, dass das Geld nach § 2 Abs. 4 bis zur Altersleistung gebunden bleibt. Beides gleichzeitig ist möglich — dasselbe Depot für beides ist es nicht.

Was wäre für dein Kind vorgesehen?

Der Check unten ist für diese Seite vorbelegt. Er prüft die Voraussetzungen des § 1 Abs. 2 und die Kohorten-Grenze des § 30 Abs. 1 und rechnet daraus Förderbeginn, Fördermonate und die Summe der Bundesbeiträge aus — mehr nicht. Eine Wertentwicklung berechnet er bewusst nicht [1].

Angaben zum Kind
Voraussetzung nach § 1 Abs. 2

Der Entwurf knüpft an den ersten Wohnsitz an, nicht an den Besuch einer Bildungseinrichtung. Eine Schul- oder Kita-Bescheinigung ist nicht vorgesehen.

Anspruch nach dem Entwurf
Vorgesehen

Das Kind erfüllt nach dem Entwurf die Voraussetzungen des § 1 Abs. 2: Es vollendet September 2027 das 6. Lebensjahr, hat seinen ersten Wohnsitz im Inland und gehört zu einem Jahrgang, für den § 30 Abs. 1 Zuwendungen vorsieht.

FörderbeginnSeptember 2027
FörderendeAugust 2039
Fördermonate144 Monate
Erste Zahlung an den Anbieter2027
= Bundesbeiträge insgesamt1.440 €

10 € je Fördermonat (§ 2 Abs. 1). Der Betrag ist im Entwurf nicht dynamisiert — er steigt über die zwölf Jahre nicht an.

Was der Entwurf dazu vorsieht
  • Die Zuwendung soll nicht beantragt werden: Nach § 5 des Entwurfs gilt die Datenübermittlung des Anbieters als Antrag, nach § 8 Abs. 1 zahlt die Zentrale Stelle vierteljährlich rückwirkend an den Anbieter.
  • Ein zertifizierter Depotvertrag kann frühestens zum 1. Januar 2027 beginnen; nach § 9 kann der Vertragsschluss bis zur Vollendung des 35. Lebensjahres nachgeholt werden.
  • Ohne eigenen Vertrag ist nach § 21 eine kollektive Anlage beim Bund vorgesehen; das dafür gedachte Bundesbank-Sondervermögen soll nach § 22 Abs. 1 erst zum 1. Januar 2028 errichtet werden.
  • Zuzahlungen sind nach § 3 Abs. 3 bis zu 6.840 € im Jahr vorgesehen, auch durch Dritte. Eltern oder Dritte können sie nicht steuerlich geltend machen (§ 29 Abs. 2 S. 4); gefördert wären sie nur, wenn das Kind selbst die Voraussetzungen des § 10a EStG erfüllt (§ 29 Abs. 2 S. 3).

Ohne eigenen Depotvertrag wäre nach § 21 eine kollektive Anlage beim Bund vorgesehen, frühestens ab 2028. Ohne Vertrag bis zur Vollendung des 35. Lebensjahres — also bis 2056 — sollen die Beträge nach § 23 Abs. 4 an den Bund zurückfallen.

So haben wir geprüftaufklappen

Voraussetzungen (§ 1 Abs. 2): Kind im Sinne des § 32 Abs. 1 EStG, sechstes Lebensjahr vollendet, 18. noch nicht vollendet, erster Wohnsitz im Inland, Steuer-Identifikationsnummer vorhanden.

Zeitraum (§ 2 Abs. 1, § 30 Abs. 1): Die Zuwendung ist für jeden Monat vorgesehen, in dem diese Voraussetzungen erfüllt sind — also ab dem Monat der Vollendung des sechsten Lebensjahres, frühestens jedoch ab Januar 2026, und bis zum Monat vor dem 18. Geburtstag. Daraus ergeben sich 144 Monate und höchstens 1.440 € Bundesbeiträge.

Was der Check nicht berechnet: keine Rendite, kein Endkapital, kein Rentenfaktor, keine Monatsrente. Der Entwurf sagt über die Wertentwicklung nichts; die einzigen veröffentlichten Beispielwerte stammen aus der Pressemitteilung des Bundesfinanzministeriums vom 12. August 2026 und stehen auf dieser Seite unverändert als Tabelle.

Offen im Entwurf: Ob und wie die Frühstartrente auf Grundsicherungsgeld, Grundsicherung oder BAföG angerechnet würde, regelt der Entwurf nicht. Wir treffen dazu keine Aussage.

Grundlage: Gesetzentwurf der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7864 vom 7. September 2026, in der Fassung der Beschlussempfehlung des Finanzausschusses (BT-Drs. 21/8606), die der Bundestag am 16. Oktober 2026 beschlossen hat, sowie die Fragen und Antworten des Bundesfinanzministeriums zur Frühstart-Rente. Die Zustimmung des Bundesrats steht aus, geplantes Inkrafttreten ist der 1. Januar 2027. Verbindlich ist erst der im Bundesgesetzblatt verkündete Text.

Welche Eckwerte stehen im Entwurf?

Die folgenden Größen tauchen in jeder Frage zur Frühstartrente wieder auf. Sie stammen aus dem Text des Regierungsentwurfs, den der Bundestag an diesen Stellen unverändert beschlossen hat, und aus dem Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz, auf das der Entwurf verweist [1].

Eckwerte des Gesetzentwurfs zur Frühstartrente
Kennzahl Wert Fundstelle im Entwurf
Zuwendung des Bundes 10 € je Monat § 2 Abs. 1 [1]
Fördermonate bei vollem Zeitraum 144 Monate § 1 Abs. 2 [1]
Summe Bundesbeiträge 1.440 € § 2 Abs. 1 [1]
Erster erfasster Jahrgang 2020 § 30 Abs. 1 [1]
Zuzahlungen je Kalenderjahr bis 6.840 € § 3 Abs. 3 [1]
Nachholung des Vertragsschlusses bis 35 Jahre § 9, § 23 Abs. 4 [1]
Effektivkosten des Standarddepots höchstens 1 % § 2a Abs. 2 AltZertG [1]
Start der kollektiven Anlage 2028 § 22 Abs. 1, § 23 Abs. 2 [1]

Sämtliche Werte sind Entwurfsstand. Der Monatsbetrag ist im Entwurf nicht dynamisiert. Ob die Frühstartrente auf Grundsicherungsgeld, Grundsicherung oder BAföG angerechnet würde, regelt der Entwurf nicht — dazu treffen wir keine Aussage.

Warum bestehende Depots nicht übernommen werden sollen

Die Zuwendung ist im Entwurf an einen zertifizierten Standarddepot-Vertrag zur Altersvorsorge nach § 1 Abs. 1c AltZertG gebunden. Ein gewöhnliches Junior- oder Kinderdepot erfüllt diese Anforderungen nicht: Es kennt weder die Effektivkosten-Obergrenze von einem Prozent (§ 2a Abs. 2 AltZertG) noch das Verbot von Abschluss- und Vertriebskosten auf den Frühstartrenten-Teil (§ 3 Abs. 2 Satz 4) noch die Zweckbindung auf eine Altersleistung. Eine Umwandlung oder Anerkennung bestehender Verträge sieht der Entwurf nicht vor.

Verfügung mit 18 gegen Bindung bis 65

Das ist der Unterschied, an dem sich die Entscheidung tatsächlich entscheidet. Beim Juniordepot geht die Verfügungsgewalt mit der Volljährigkeit vollständig auf das Kind über — für Führerschein, Studium oder erste Wohnung. Beim Vertrag nach dem Entwurf ist die Leistung nach § 2 Abs. 4 weder beleihbar noch veräußerbar noch pfändbar und frühestens ab 65 fällig; die einzige genannte Ausnahme ist die wohnungswirtschaftliche Verwendung nach § 92a EStG. Mit 18 ist nach § 12 Abs. 2 lediglich die Übertragung auf einen zertifizierten Altersvorsorgevertrag vorgesehen.

Steuerlich laufen beide Wege auseinander

Für die Frühstartrente sieht § 29 Abs. 1 vor, dass die Zuwendung nicht steuerbar ist; weil das Kapital nach § 29 Abs. 2 als Altersvorsorgevermögen gilt, bleiben Erträge in der Ansparphase steuerfrei, besteuert wird nachgelagert bei Auszahlung (§ 29 Abs. 4 der beschlossenen Fassung: § 22 Nr. 5 EStG). Ein normales Kinderdepot folgt dagegen den allgemeinen Regeln für Kapitalerträge. Zuzahlungen von Eltern oder Dritten können diese nach § 29 Abs. 2 S. 4 nicht steuerlich geltend machen; gefördert wären Eigenbeiträge nach Satz 3 nur, wenn das Kind selbst die Voraussetzungen des § 10a EStG erfüllt — wer auf eine steuerliche Förderung der Elternbeiträge hofft, findet sie hier nicht. Das unterscheidet die Frühstartrente auch von der Kinderzulage des Altersvorsorgedepots, die an den Vertrag eines Elternteils anknüpft.

Was der Entwurf dem Standarddepot bei den Kosten vorschreibt

Ein gewöhnliches Kinderdepot kostet, was der Anbieter verlangt. Für den Vertrag nach dem Entwurf gelten dagegen zwei feste Grenzen: Die Effektivkosten sollen nach § 2a Abs. 2 AltZertG höchstens ein Prozent betragen, und auf den Teil aus Frühstartrente und Erträgen dürfen nach § 3 Abs. 2 Satz 4 der vom Bundestag beschlossenen Fassung bis zum Beginn der Auszahlung keine Abschluss- und Vertriebskosten anfallen; für Eigenbeiträge gelten die allgemeinen Regeln des AltZertG. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hielt am 10. August 2026 selbst ein Prozent noch für zu hoch. Beim Vergleich mit einem eigenen ETF-Sparplan ist das die Zahl, auf die es ankommt — nicht eine Renditeannahme, die ohnehin niemand belegen kann.

Häufige Fragen

Können wir unser bestehendes Juniordepot für die Frühstartrente nutzen?

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Nach dem Entwurf nicht. Die Zuwendung soll nur auf einen zertifizierten Standarddepot-Vertrag zur Altersvorsorge fließen. Ein bestehendes Junior- oder Kinderdepot bleibt davon unberührt — es kann weiterlaufen, bekommt aber keine Zuwendung und wird nicht in den neuen Vertrag überführt.

Bekommt man auf eigene Einzahlungen eine Zulage?

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In aller Regel nicht. Zuzahlungen sind nach § 3 Abs. 3 bis zu 6.840 € im Jahr vorgesehen. Eltern oder Dritte können sie nach § 29 Abs. 2 S. 4 nicht steuerlich geltend machen; eine Förderung der Eigenbeiträge ist nach Satz 3 nur möglich, wenn das Kind selbst die Voraussetzungen des § 10a EStG erfüllt. Sonst bleibt es bei den 10 € pro Monat aus § 2 Abs. 1. Wer eine Zulage auf eigene Beiträge sucht, findet sie im Altersvorsorgedepot der Eltern.

Kommt das Kind mit 18 an das Geld?

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Nicht an die Frühstartrente. § 2 Abs. 4 bindet die Leistung an den Altersfall und schließt Beleihung, Veräußerung und Pfändung aus; vor 65 ist keine Auszahlung vorgesehen, abgesehen von der wohnungswirtschaftlichen Verwendung nach § 92a EStG. Mit 18 ist nach § 12 Abs. 2 die Übertragung auf einen zertifizierten Altersvorsorgevertrag vorgesehen. Eigene Zuzahlungen können nach dem Entwurf gesondert entnommen werden; die darauf entfallenden Erträge sind dann steuerpflichtig.

Wer darf den Vertrag abschließen?

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Vorgesehen ist, dass die Eltern den Vertrag eröffnen. Nach der Begründung des Entwurfs kann das Kind ab Vollendung des siebten Lebensjahres den Vertrag mit Zustimmung der Eltern auch selbst schließen. Einen Antrag der Eltern auf die Zuwendung gibt es nicht: Nach § 5 gilt die Datenübermittlung des Anbieters als Antrag, die nötigen Daten kommen über das Bundeszentralamt für Steuern und das ELStAM-Verfahren.

Welche Detailseiten gehören noch dazu?

Originalquellen

  1. [1] Gesetzentwurf der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7864 — Deutscher Bundestag .
  2. [2] Referentenentwurf und Materialien zum FrühStRG — Bundesministerium der Finanzen .
  3. [3] Fragen und Antworten zur Frühstart-Rente — Bundesministerium der Finanzen .
  4. [4] Meldung zur Frühstartrente vom 13.08.2026 — Deutsche Rentenversicherung Bund .
  5. [5] Übersicht Frühstartrente — Frühstartrente-Übersicht mit Jahrgangs-Tabelle (Ablauf und die Rechenbeispiele des Bundesfinanzministeriums).
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Die Übersicht zur Frühstartrente zeigt die Jahrgangs-Tabelle, den im Entwurf vorgesehenen Ablauf und die Rechenbeispiele des Bundesfinanzministeriums. Die Programm-Seite steht unter Frühstartrente. Schon beschlossen ist dagegen das Altersvorsorgedepot samt seiner Kinderzulage, die an den Vertrag eines Elternteils anknüpft — nicht an den des Kindes. Für jüngere Kinder fließen Kindergeld und Elterngeld.