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Frühstartrente

Die Frühstartrente ist ein Gesetz, das der Bundestag am 16. Oktober 2026 beschlossen hat; der Bundesrat muss noch zustimmen, in Kraft ist es nicht. Vorgesehen sind 10 Euro im Monat, die der Staat für jedes Kind von sechs bis 18 Jahren in einen Altersvorsorgedepot-Vertrag einzahlt, solange das Kind mit erstem Wohnsitz im Inland gemeldet ist. Ausgezahlt wird das Kapital frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres.

Monatliche Zahlung
10 €
pro Monat
Fördergeber
Bundesministerium der Finanzen

Auf einen Blick

Programm-Eckdaten in Kurzform
Förderart Zuschuss
Förderebene Bundesprogramm
Fördergeber Bundesministerium der Finanzen
Höhe pro Monat bis zu 10 € pro Monat
Zielgruppe Privatperson, Familie
Direkt zum Rechner
Frühstartrente-Anspruch prüfen

Geburtsmonat des Kindes → Anspruch, Förderbeginn und Summe der Bundesbeiträge

Worum geht es?

Die Frühstartrente ist noch kein geltendes Recht. Das Kabinett hat den Entwurf am 12. August 2026 beschlossen, als Bundestagsdrucksache 21/7864 liegt er seit dem 7. September 2026 vor. Am 16. Oktober 2026 hat der Bundestag das Gesetz in der Fassung der Beschlussempfehlung seines Finanzausschusses (Bundestagsdrucksache 21/8606) beschlossen. Es handelt sich um ein Zustimmungsgesetz: Der Bundesrat muss noch zustimmen, erst danach kann es verkündet werden; vorgesehenes Inkrafttreten ist der 1. Januar 2027. Die Forderung des Bundesrats, je Kind nur einen begünstigten Vertrag zuzulassen, hat der Bundestag nicht übernommen.

Vorgesehen ist Folgendes: Für jedes Kind, das das sechste Lebensjahr vollendet und das 18. noch nicht vollendet hat und das mit erstem Wohnsitz im Inland gemeldet ist, zahlt der Staat 10 Euro im Monat in einen Altersvorsorgedepot-Vertrag ein. Der oft zu lesende Bezug auf den Besuch einer Bildungseinrichtung steht so nicht im Entwurf; maßgeblich ist der Wohnsitz.

Jahrgänge: Der Start ist an den Geburtsjahrgang der im Jahr 2026 Sechsjährigen geknüpft, also den Jahrgang 2020, für den die Förderung rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 gewährt werden soll. Der Jahrgang 2021 folgt 2027, ab 2028 kommt jedes Jahr ein weiterer Jahrgang dazu. Für die Jahrgänge davor sind Verträge möglich, aber ohne staatliche Zuwendung.

Kein Elternantrag: Der Anbieter übermittelt die Daten und beantragt die Förderung; eine Schulbescheinigung ist nicht vorgesehen. Zuständig wäre die zentrale Stelle bei der Deutschen Rentenversicherung Bund, nicht die Familienkasse.

Ohne Vertrag: Für Kinder, deren Eltern keinen individuellen Vertrag abschließen, ist eine kollektive Anlage am Kapitalmarkt vorgesehen — als Sondervermögen unter Verwaltung der Bundesbank ab 2028. Ein Vertragsschluss kann bis zum 35. Lebensjahr nachgeholt werden; danach fällt der Anspruch an den Bund zurück.

Schnell-Check

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Voraussetzungen

Welche Bedingungen gelten?

4 Pflicht-Kriterien

Pflicht-Kriterien der Förderung
Kriterium Details
Geburtsjahrgang des Kindes2020 · 2021 · 2022 oder später · 2019 oder früher
Alter des Kindes (Jahre)höchstens 18 Jahre
Erster Wohnsitz des Kindes im Inland gemeldet—
Steuerliche Identifikationsnummer des Kindes vorhanden—

Was bekommst du konkret?

Staatliche Zuwendung:

  • 10 Euro für jeden Monat, in dem die Voraussetzungen vorliegen
  • keine Kürzungstatbestände und keine anteiligen Auszahlungen vorgesehen
  • Auszahlung vierteljährlich rückwirkend an den Anbieter

Eigene Einzahlungen:

  • über die Frühstartrente hinaus sind Einzahlungen bis zu insgesamt 6.840 Euro je Kalenderjahr zulässig
  • auch Dritte, etwa Großeltern, können einzahlen
  • Eltern oder Dritte können diese Einzahlungen nicht steuerlich geltend machen; eine Zulage gibt es nur, wenn das Kind selbst zum geförderten Personenkreis nach § 10a EStG gehört
  • eingezahlte Eigenbeiträge lassen sich gesondert wieder entnehmen; die darauf entfallenden Erträge sind dann steuerpflichtig

Steuer:

  • die Frühstartrente selbst wäre nicht steuerbar
  • Erträge in der Ansparphase blieben steuerfrei, die spätere Auszahlung wird nachgelagert besteuert

Auszahlung und Übergang:

  • eine Auszahlung des geförderten Kapitals ist grundsätzlich nicht vor Vollendung des 65. Lebensjahres möglich
  • mit 18 kann das Kapital auf einen zertifizierten Altersvorsorgevertrag übertragen werden
  • ohne eigenen Vertrag bleibt die kollektive Anlage; ein Vertragsschluss ist bis zum 35. Lebensjahr nachholbar

Zur Frage, ob die Frühstartrente auf Grundsicherungsgeld, Grundsicherung oder BAföG angerechnet würde, trifft der Entwurf keine Regelung. Solange das so ist, machen wir dazu keine Aussage.

Ablauf

Wie läuft ein Antrag typischerweise ab?

5 Schritte

  1. 01

    Rechtsstand beachten: beschlossen, aber nicht in Kraft

    Der Bundestag hat das Gesetz am 16. Oktober 2026 in der Fassung der Beschlussempfehlung BT-Drs. 21/8606 beschlossen; der Bundesrat muss noch zustimmen. Vor der Verkündung gibt es weder Verträge nach diesem Gesetz noch Zahlungen.

    Beschlossene Fassung: BT-Drs. 21/8606
  2. 02

    Jahrgang und Wohnsitz prüfen

    Vorgesehen sind Kinder vom vollendeten sechsten bis zum vollendeten 18. Lebensjahr mit erstem Wohnsitz im Inland. Der Start hängt am Jahrgang: 2020 rückwirkend ab dem 1. Januar 2026, 2021 ab 2027, danach jedes Jahr ein weiterer Jahrgang.

  3. 03

    Vertrag über einen Anbieter abschließen

    Vorgesehen ist ein zertifizierter Standarddepot-Vertrag Altersvorsorge mit Effektivkosten von höchstens 1 Prozent; auf den Teil aus Frühstartrente und Erträgen dürfen bis zum Beginn der Auszahlung keine Abschluss- und Vertriebskosten anfallen. Eltern schließen ihn ab, ab Vollendung des siebten Lebensjahres kann das Kind ihn mit Zustimmung der Eltern selbst schließen. Bestehende Juniordepots wären nicht nutzbar.

  4. 04

    Förderung läuft ohne Elternantrag

    Der Anbieter übermittelt die Daten an die zentrale Stelle; diese Übermittlung gilt als Antrag. Ausgezahlt würde vierteljährlich rückwirkend an den Anbieter, ein Bescheid nur auf Antrag.

  5. 05

    Ohne Vertrag: kollektive Anlage und Nachholung

    Für Kinder ohne individuellen Vertrag ist eine kollektive Anlage als Sondervermögen unter Verwaltung der Bundesbank ab 2028 vorgesehen. Der Vertragsschluss kann bis zum 35. Lebensjahr nachgeholt werden; danach fällt der Anspruch an den Bund zurück.

Häufige Fragen

Ist die Frühstartrente schon beschlossen?
Vom Bundestag ja, insgesamt noch nicht. Der Bundestag hat das Gesetz am 16. Oktober 2026 in der Fassung seines Finanzausschusses beschlossen (Bundestagsdrucksachen 21/7864 und 21/8606). Es braucht noch die Zustimmung des Bundesrats und ist nicht verkündet. Vorgesehenes Inkrafttreten ist der 1. Januar 2027.
Welche Jahrgänge sollen die Frühstartrente bekommen?
Der Start ist an den Jahrgang der im Jahr 2026 Sechsjährigen geknüpft, also den Geburtsjahrgang 2020, für den die Förderung rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 gewährt werden soll. Der Jahrgang 2021 folgt 2027, ab 2028 kommt jedes Jahr ein weiterer Jahrgang dazu. Für Kinder der Jahrgänge vor 2020 ist keine Zuwendung vorgesehen, auch keine anteilige; ein Vertrag ohne Förderung bliebe möglich.
Müssen Eltern einen Antrag stellen?
Nein. Der Anbieter übermittelt die Daten an die zentrale Stelle, und diese Übermittlung gilt als Antrag. Eine Schulbescheinigung oder ein Nachweis über den Besuch einer Bildungseinrichtung ist nicht vorgesehen — maßgeblich ist, dass das Kind mit erstem Wohnsitz im Inland gemeldet ist. Zuständig wäre die zentrale Stelle bei der Deutschen Rentenversicherung Bund, nicht die Familienkasse.
Was passiert, wenn die Eltern keinen Vertrag abschließen?
Dann ist eine kollektive Anlage am Kapitalmarkt vorgesehen, die als Sondervermögen unter Verwaltung der Bundesbank ab 2028 geführt werden soll. Der individuelle Anspruch daraus lässt sich später in einen eigenen Altersvorsorgedepot-Vertrag übertragen. Wird bis zum 35. Lebensjahr kein Vertrag geschlossen, fällt der Anspruch an den Bund zurück.
Können Großeltern zusätzlich einzahlen?
Ja, das sieht der Entwurf ausdrücklich vor: Über die Frühstartrente hinausgehende Einzahlungen sind bis zu insgesamt 6.840 Euro je Kalenderjahr zulässig, und sie können auch von Dritten kommen. Steuerlich geltend machen können Eltern oder Großeltern diese Zahlungen nicht; eine Zulage gäbe es nur, wenn das Kind selbst zum geförderten Personenkreis nach § 10a EStG gehört. Eingezahlte Eigenbeiträge lassen sich gesondert wieder entnehmen; die darauf entfallenden Erträge sind dann steuerpflichtig.
Wann kommt das Geld zur Auszahlung?
Eine Auszahlung des geförderten Kapitals ist grundsätzlich nicht vor Vollendung des 65. Lebensjahres möglich. Mit 18 endet die staatliche Einzahlung, und das Kapital kann auf einen zertifizierten Altersvorsorgevertrag übertragen werden. Für Zwecke außerhalb der Altersvorsorge ist das Kapital nach dem Entwurf nicht verwendbar.
Kann ich ein bestehendes Kinderdepot dafür nutzen?
Nein. Vorgesehen ist ausschließlich ein zertifizierter Standarddepot-Vertrag Altersvorsorge mit Effektivkosten von höchstens 1 Prozent, bei dem auf den Teil aus Frühstartrente und Erträgen bis zum Beginn der Auszahlung keine Abschluss- und Vertriebskosten anfallen dürfen. Ein übliches Junior- oder Kinderdepot erfüllt diese Anforderungen nicht; der entscheidende Unterschied ist die Verfügbarkeit — beim Juniordepot mit 18, bei der Frühstartrente erst mit 65.

Du willst wissen, ob dein Kind nach dem Entwurf dazugehört? Frühstartrente nach Jahrgang prüfen — ohne E-Mail-Adresse, ohne Login, direkt im Browser.

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Wo findest du die Originalquellen?

Transparenz

Unsere Quellen

  1. [01]
    Frühstartrente — Offizielle Programmseite
    bundesfinanzministerium.dePrimärquelleBundesministerium der Finanzen
  2. [02]
    Deutsche Rentenversicherung — Meldung zur Frühstartrente
    deutsche-rentenversicherung.dePrimärquelleDeutsche Rentenversicherung Bund
  3. [03]
    Regierungsentwurf Frühstartrentengesetz, BT-Drs. 21/7864
    dserver.bundestag.deRechtsgrundlageDeutscher Bundestag
  4. [04]
    Bundesrat — Ausschussempfehlungen BR-Drs. 445/1/26
    dserver.bundestag.deRechtsgrundlageBundesrat
  5. [05]

Wie wir Quellen auswählen, gegeneinander abwägen und Angaben vor der Veröffentlichung gegen das Original prüfen, steht in unserer Methodik.

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