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Familienleistung · Kindergeld

Kindergeld 2026 — Höhe, Anspruch, Antrag

Kindergeld ist die staatliche Familienleistung für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr, in Ausbildung oder Studium verlängert bis zum 25. Es wird einkommensunabhängig gezahlt und beträgt seit Januar 2026 einheitlich 259 Euro pro Monat und Kind. Zuständig ist die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit, ein rückwirkender Bezug ist auf sechs Monate begrenzt.

Empfänger 2024
rund 17,6 Mio Kinder
Höhe pro Kind 2026
259 € pro Monat
Auszahlung
monatlich auf Konto
Zuständig
Familienkasse Bundesagentur

Was ist Kindergeld und wie wirkt es im Haushalt?

Kindergeld ist eine steuerfreie Sozialleistung nach dem Einkommensteuergesetz und dem Bundeskindergeldgesetz, die monatlich an einen Elternteil oder eine kindergeldberechtigte Person gezahlt wird[01]. Es entlastet Familien unabhängig vom Einkommen und ist die mit Abstand reichweitenstärkste deutsche Familienleistung — die Familienkasse zahlte 2024 für rund 17,6 Millionen Kinder Kindergeld aus, mit Gesamtausgaben von 54,5 Milliarden Euro[02]. Anders als das Bürgergeld oder das Wohngeld wird Kindergeld nicht auf das Familieneinkommen geprüft: Es geht an den Spitzenverdiener-Haushalt genauso wie an die alleinerziehende Mutter im Bürgergeld-Bezug. Dort wird es allerdings als Einkommen des Kindes angerechnet.

Wer hat Anspruch auf Kindergeld?

Kindergeldberechtigt ist grundsätzlich die Person, in deren Haushalt das Kind lebt — bei getrennt lebenden Eltern derjenige Elternteil, bei dem das Kind überwiegend wohnt. Voraussetzung ist ein Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland für die antragstellende Person und für das Kind ein Wohnsitz in Deutschland, der EU oder einem EWR-Staat[03]. Das Kind muss leiblich, adoptiert, als Pflegekind aufgenommen oder Stiefkind sein. Bei mehreren möglichen Berechtigten (zum Beispiel beide Elternteile) muss eine Person als Kindergeldberechtigte bestimmt werden — der sogenannte Berechtigtenbestimmungsvertrag.

Wie lange wird Kindergeld gezahlt?

Kindergeld wird automatisch bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres gezahlt[04]. Danach besteht der Anspruch nur weiter, wenn das Kind sich in einer der gesetzlich definierten Lebenssituationen befindet. Für Kinder mit Behinderung, die sich vor dem 25. Lebensjahr nicht selbst unterhalten können, besteht der Anspruch unbefristet.

LebensphaseAnspruch bisVoraussetzung
Schulausbildung25. LebensjahrVollzeit-Schulbesuch oder Berufsausbildung
Studium25. LebensjahrHochschulstudium an staatlicher oder anerkannter Hochschule
Übergangszeit25. LebensjahrMaximal 4 Monate zwischen zwei Ausbildungsabschnitten
Freiwilligendienst25. LebensjahrFSJ, FÖJ, Bundesfreiwilligendienst, Europäischer Freiwilligendienst
Arbeitsuche21. LebensjahrArbeitssuchend gemeldet bei der Bundesagentur für Arbeit
BehinderungunbefristetBehinderung vor dem 25. Lebensjahr eingetreten, kein Selbstunterhalt möglich
Anspruchsgründe für Kindergeld nach dem 18. Lebensjahr[03][04]

Wie beantragt man Kindergeld bei der Familienkasse?

Der Antrag wird bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit gestellt — entweder online über das Familienkasse-Portal, schriftlich per Post oder persönlich. Für jedes Kind ist die steuerliche Identifikationsnummer sowohl des Kindes als auch der antragstellenden Person Pflicht[05]. Die Bearbeitung dauert typisch vier bis sechs Wochen, der Anspruch wirkt rückwirkend ab Geburt — allerdings begrenzt auf maximal sechs Monate vor Antragstellung. Wer also drei Jahre nach Geburt erst Antrag stellt, verliert die ersten zweieinhalb Jahre.

  1. Antragsformular „KG 1" für das erste Kind und „KG 2" als Anlage je weiterem Kind herunterladen oder online ausfüllen unter familienkasse.de.
  2. Steuer-Identifikationsnummern bereitlegen: eigene IdNr und IdNr aller Kinder, für die Antrag gestellt wird.
  3. Geburtsurkunde oder erweiterte Meldebescheinigung für jedes Kind beifügen — bei Adoptiv- oder Pflegekindern zusätzliche Unterlagen.
  4. Bei Kindern über 18 Nachweise zur Anspruchsgrundlage einreichen: Schulbescheinigung, Immatrikulationsbescheinigung, Ausbildungsvertrag oder FSJ-Bescheinigung.
  5. Antrag online absenden oder per Post an die zuständige Familienkasse — Bewilligungsbescheid kommt in 4–6 Wochen, erste Auszahlung dann monatlich auf das angegebene Konto.

Kindergeld oder Kinderfreibetrag — was lohnt mehr?

Kindergeld und Kinderfreibetrag sind keine echte Alternative — das Finanzamt führt im Rahmen der Einkommensteuererklärung jedes Jahr automatisch eine sogenannte Günstigerprüfung durch[01]. Verglichen wird der Steuervorteil aus dem Kinderfreibetrag (für 2026: 6.828 Euro pro Kind und Elternpaar plus 2.928 Euro Betreuungsfreibetrag) mit der Summe des im Jahr ausgezahlten Kindergelds. Liegt der Steuervorteil höher, zieht das Finanzamt das ausgezahlte Kindergeld vom Steuervorteil ab und gewährt die Differenz als Steuerermäßigung. Das lohnt sich typisch ab einem zu versteuernden Einkommen von rund 75.000 Euro für Verheiratete mit einem Kind. Wer weniger verdient, fährt mit dem laufenden Kindergeld besser — aktiv tun muss er nichts.

Welche Stolpersteine kosten am häufigsten Geld?

Drei klassische Fehler kosten Kindergeld-Berechtigte regelmäßig Geld: Erstens verspäteter Antrag — der Anspruch verjährt nach sechs Monaten rückwirkend, wer also erst Jahre später Antrag stellt, verliert alle Monate davor. Zweitens nicht gemeldete Statusänderungen bei Kindern über 18: ein Studienabbruch, eine Pause zwischen Bachelor und Master länger als vier Monate oder ein Wechsel ins Erwerbsleben muss unverzüglich gemeldet werden, sonst drohen Rückforderungen über mehrere Jahre. Drittens die Berechtigtenbestimmung bei getrennt lebenden Eltern — wer im falschen Haushalt als Berechtigter geführt ist, kann das Kindergeld nicht steuerlich geltend machen und verliert eventuell den Unterhaltsvorschuss-Anspruch.

Häufige Fragen

Wann wird das Kindergeld monatlich überwiesen?
Die Familienkasse zahlt nach einem festen Auszahlungsplan, gestaffelt nach der letzten Ziffer der Kindergeldnummer. Auszahlungen erfolgen typisch zwischen dem 1. und dem 20. eines Monats — Empfänger mit Endziffer 0 erhalten am Anfang, Endziffer 9 am Ende. Der jeweils aktuelle Auszahlungskalender wird auf familienkasse.de veröffentlicht.
Bekomme ich Kindergeld bei einem Auslandsaufenthalt des Kindes?
Innerhalb der EU, des EWR und in der Schweiz besteht der Kindergeldanspruch uneingeschränkt fort. Bei Aufenthalten außerhalb dieser Länder wird der Anspruch in der Regel nach sechs Monaten ausgesetzt — Ausnahme: das Auslandsstudium, das mit dem deutschen Wohnsitz weiterhin vereinbar ist, etwa bei einem Erasmus- oder Freisemester. Hier zählt die Beibehaltung des inländischen Wohnsitzes über das Elternhaus.
Bekomme ich Kindergeld bei Scheidung oder Trennung?
Ja, Kindergeld bekommt grundsätzlich der Elternteil, in dessen Haushalt das Kind überwiegend lebt — unabhängig vom Sorgerecht. Bei einem Wechselmodell mit gleichmäßiger Aufteilung müssen die Eltern eine schriftliche Berechtigtenbestimmung treffen. Bei Streit entscheidet das Familiengericht. Das Kindergeld wird vom Unterhalt grundsätzlich zur Hälfte abgezogen.
Bekomme ich Kindergeld rückwirkend, wenn ich erst spät Antrag stelle?
Ja, aber nur eingeschränkt: Der Anspruch besteht zwar rückwirkend ab Geburt des Kindes, eine Auszahlung erfolgt aber maximal für die letzten sechs Monate vor Antragstellung. Wer Kindergeld jahrelang nicht beantragt, verliert die früheren Beträge endgültig. Bei spätem Studium- oder Ausbildungsbeginn nach dem 18. Lebensjahr gilt die Sechs-Monate-Frist ebenfalls.
Was ist mit Kindergeld bei Studierenden im Ausland?
Studierende im EU-, EWR- oder Schweiz-Ausland behalten den Kindergeldanspruch unbegrenzt, solange sie ihren inländischen Wohnsitz über das Elternhaus beibehalten. Bei Studienaufenthalten in Drittländern (USA, UK nach Brexit, Asien) wird der Anspruch nach sechs Monaten ausgesetzt — Ausnahme: erwiesene Rückkehrabsicht und nur vorübergehender Studienaufenthalt mit fortbestehender enger Bindung an Deutschland.
Bleibt der Anspruch für mein behindertes Kind über 25 bestehen?
Ja, wenn die Behinderung vor dem 25. Lebensjahr eingetreten ist und das Kind sich aufgrund der Behinderung nicht selbst unterhalten kann, besteht der Anspruch unbefristet weiter. Nachweis: ärztliches Gutachten oder Schwerbehindertenausweis sowie eine Aufstellung der eigenen Einkünfte des Kindes — diese dürfen den notwendigen Lebensbedarf nicht decken.
Transparenz

Unsere Quellen

  1. [01]
    Familienportal — Kindergeld 2026
    familienportal.dePrimärquelleBundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  2. [02]
    Familienkasse — Statistik 2024
    arbeitsagentur.deStatistikBundesagentur für Arbeit
  3. [03]
    EStG § 62–78 — Kindergeld nach dem Einkommensteuergesetz
    gesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium der Justiz
  4. [04]
    Bundeskindergeldgesetz (BKGG)
    gesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium der Justiz
  5. [05]
    Familienkasse — Online-Antrag und Kontaktdaten
    arbeitsagentur.dePrimärquelleBundesagentur für Arbeit

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