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Use-Case · Photovoltaik

Wallbox mit PV-Anlage: so funktioniert Überschussladen

Überschussladen heißt, das Auto genau mit der Leistung zu laden, die die eigene Photovoltaik-Anlage gerade mehr erzeugt, als das Haus verbraucht. Statt diesen Überschuss ins Netz zu geben, wandert er in den Fahrzeugakku. Technisch braucht es dafür drei Dinge: eine Messung am Hausanschluss, eine stufenlos regelbare Wallbox und eine Steuerung, die beides verbindet.

Auf einen Blick

Aspekt Wert / Hinweis
Grundprinzip laden mit dem gerade freien Solarüberschuss
Nötige Messung Erzeugung und Hausverbrauch am Hausanschluss
Anforderung an die Wallbox Ladestrom stufenlos regelbar
Typische Betriebsarten reiner Überschuss oder Überschuss mit Mindestleistung
Netzseitige Steuerung bleibt nach § 14a EnWG möglich[02]
Anmeldung wie bei jeder Wallbox vor Inbetriebnahme[01]

Überschussladen ist kein Zusatzgerät, sondern ein Zusammenspiel: Ohne Messwerte vom Hausanschluss weiß die Wallbox nicht, wie viel Überschuss da ist — und ohne stufenlose Regelung kann sie ihm nicht folgen. Fehlt eines von beiden, lädt die Anlage schlicht mit fester Leistung weiter.

Wie funktioniert Überschussladen technisch?

Eine Messeinrichtung am Hausanschluss erfasst laufend, wie viel Strom gerade erzeugt und wie viel im Haus verbraucht wird. Die Differenz ist der Überschuss. Die Steuerung gibt diesen Wert an die Wallbox weiter, die ihren Ladestrom entsprechend nachführt — steigt eine Wolke auf, sinkt die Ladeleistung, klart es auf, steigt sie wieder. Damit das ohne ständiges Ab- und Anschalten funktioniert, muss die Wallbox ihren Ladestrom fein abstufen können; Modelle, die nur ein und aus kennen, sind dafür ungeeignet.

Welche Betriebsarten sind üblich?

In der Praxis stehen zwei Modi gegeneinander. Der reine Überschussbetrieb lädt ausschließlich mit Solarstrom und pausiert, wenn der Überschuss unter die technische Mindestladeleistung fällt — sparsam, aber langsam und wetterabhängig. Der gemischte Betrieb sichert eine Mindestladeleistung aus dem Netz zu und schiebt Solarüberschuss obendrauf, sobald er da ist. Welcher Modus passt, hängt weniger von der Technik ab als von der Frage, ob das Auto am nächsten Morgen sicher geladen sein muss.

BetriebsartWoher der Strom kommtWofür geeignet
Reiner Überschussnur der gerade freie SolarüberschussFahrzeuge mit viel Standzeit, keine feste Abfahrtszeit
Überschuss mit MindestleistungSolarüberschuss plus abgesicherte Grundlastplanbare Abfahrtszeiten
Feste Ladeleistungunabhängig vom Überschussschnelles Nachladen, wenn es eilt
Betriebsarten beim Laden mit eigener Photovoltaik

Was muss die Wallbox dafür können?

Drei Eigenschaften entscheiden. Erstens die stufenlose Regelbarkeit des Ladestroms, damit die Wallbox dem schwankenden Überschuss folgen kann. Zweitens eine Schnittstelle zur Messung am Hausanschluss oder zum Wechselrichter, denn ohne diese Werte fehlt die Grundlage. Drittens die Fähigkeit, eine von außen vorgegebene Leistungsgrenze einzuhalten — die netzorientierte Steuerung nach § 14a EnWG sieht unter anderem die Vorgabe maximaler Entnahmeleistungen durch den Netzbetreiber vor[02], und beides muss zusammen funktionieren.

Wie geht man die Planung an?

Sinnvoll ist, die Kette von hinten zu denken: Erst steht fest, welche Messwerte verfügbar sind, dann welche Steuerung sie verarbeitet, und erst danach fällt die Gerätewahl. Wer die Wallbox zuerst kauft, entdeckt die fehlende Schnittstelle oft erst bei der Inbetriebnahme.

  1. Klären, welche Messung am Hausanschluss vorhanden ist und welche Werte sie ausgibt.
  2. Prüfen, ob Wechselrichter und Wallbox eine gemeinsame Schnittstelle oder Steuerung haben.
  3. Wallbox mit stufenlos regelbarem Ladestrom auswählen.
  4. Betriebsart festlegen: reiner Überschuss oder Überschuss mit abgesicherter Mindestleistung.
  5. Steuerbarkeit nach § 14a EnWG mit dem Netzbetreiber klären[02].
  6. Vor Inbetriebnahme die Ladeeinrichtung beim Netzbetreiber mitteilen[01].

Häufige Fragen

Brauche ich für Überschussladen einen Batteriespeicher?
Nein. Überschussladen funktioniert allein aus dem laufenden Ertrag der Anlage. Ein Speicher verschiebt Solarstrom in die Abendstunden und kann das Laden dadurch unabhängiger vom Sonnenstand machen, ist aber keine Voraussetzung für die Betriebsart.
Warum pausiert die Ladung bei wenig Sonne?
Jede Ladeeinrichtung hat eine technische Mindestladeleistung, die sie nicht unterschreiten kann. Fällt der Überschuss darunter, bleibt im reinen Überschussbetrieb nur die Pause. Wer das vermeiden will, wählt den gemischten Betrieb mit abgesicherter Mindestleistung.
Verträgt sich Überschussladen mit der Steuerung durch den Netzbetreiber?
Ja, es sind zwei Ebenen. § 14a EnWG regelt die netzorientierte Steuerung durch den Netzbetreiber, unter anderem über die Vorgabe maximaler Entnahmeleistungen. Innerhalb dieser Grenze entscheidet die eigene Steuerung weiter, wie viel Solarüberschuss ins Fahrzeug geht.
Muss die Wallbox trotz eigener Photovoltaik angemeldet werden?
Ja. Die Mitteilungspflicht nach § 19 Abs. 2 NAV gilt für jede Ladeeinrichtung vor ihrer Inbetriebnahme, unabhängig davon, woher der Strom kommt. Die Photovoltaik-Anlage selbst wird davon nicht berührt, sie hat ihre eigenen Registrierungspflichten.
Transparenz

Unsere Quellen

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  2. [02]
  3. [03]

Wie wir Quellen auswählen, gegeneinander abwägen und Angaben vor der Veröffentlichung gegen das Original prüfen, steht in unserer Methodik.

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