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Spar-Hebel · Wallbox

§ 14a EnWG: reduziertes Netzentgelt für deine Wallbox.

Seit Januar 2024 muss jede neu installierte private Wallbox mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung vom Netzbetreiber dimmbar sein. Dafür bekommst du reduzierte Netzentgelte — mit Modul 1 eine feste Jahres-Pauschale (80 € plus eine Stabilitätsprämie je nach Netzbetreiber; die Bundesnetzagentur nannte für 2023 eine Spanne von 110 bis 190 €), mit Modul 2 einen um 60 % reduzierten Netzentgelt-Arbeitspreis, der mit dem Ladeverbrauch mitwächst. Ob dein Stromlieferant die Reduzierung an dich weitergibt, regelt dein Liefervertrag — die Festlegung der Bundesnetzagentur verpflichtet ihn nicht dazu.

Rechtsgrundlage: § 14a EnWG (Bundesnetzagentur).

Drei Modelle zur Wahl

Welches § 14a-Modul lohnt sich für deine Situation?

Modul 1

Pauschale

Je nach Netz
Pauschale laut Preisblatt

Feste Jahres-Pauschale: 80 € plus eine Stabilitätsprämie, die sich aus dem örtlichen Niederspannungs-Arbeitspreis × 3.750 kWh × 0,2 errechnet. Sie steht im kalenderjährlichen Preisblatt des Verteilnetzbetreibers. Einfachste Variante, kein zusätzlicher Zähler.

Lohnt: Wenig-Lader (im Rechenbeispiel unten bis rund 2.700 kWh/Jahr).
Modul 2

Prozentual

−60 %
auf den Netzentgelt-Arbeitspreis

Der Netzentgelt-Arbeitspreis sinkt auf 40 %. Technische Voraussetzung ist ein separater Zähler für die Wallbox.

Lohnt: Viel-Lader, wenn die Ersparnis den Zusatzzähler trägt.
Modul 3

Zeitvariabel

Zusatz zu Modul 1
seit April 2025

Zeitvariable Netzentgelte mit drei Preisstufen — nur zusammen mit der Pauschale aus Modul 1 wählbar, Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem. Die Niedriglaststufe liegt bei 10 bis 40 % des normalen Arbeitspreises, die Hochlaststufe bis doppelt so hoch.

Lohnt: Wer das Laden in die Niedriglast-Zeitfenster seines Netzbetreibers legen kann.
Schritt für Schritt

Wie meldest du deine Wallbox an?

  1. 1
    Wallbox kaufen + § 14a-fähig prüfen. Im Datenblatt prüfen, ob die Wallbox sich vom Netzbetreiber ansteuern lässt — Stichwort „dimmbar/steuerbar auf 4,2 kW" oder „§ 14a EnWG-konform". Laut Bundesnetzagentur reicht auch eine Anlage, die sich nur vollständig ausschalten lässt.
  2. 2
    Elektriker installiert + meldet beim Netzbetreiber an. Ladeeinrichtungen müssen dem Netzbetreiber vor der Inbetriebnahme gemeldet werden; über 12 kVA braucht die Inbetriebnahme seine vorherige Zustimmung (§ 19 Abs. 2 NAV). Die Meldung muss auch über die Internetseite des Netzbetreibers möglich sein; der Elektriker kann sie übernehmen. Das Modul wählst du bei dieser Anmeldung oder beim Abschluss des Stromliefervertrags — ohne Wahl rechnet der Netzbetreiber Modul 1 ab.
  3. 3
    Netzbetreiber bestätigt — fertig. Die Stromlieferanten müssen das Netzentgelt und seine Reduzierung auf der Verbrauchsabrechnung ausweisen. Ob sie die Reduzierung an dich weitergeben, hängt vom Liefervertrag ab — dazu verpflichtet die Festlegung der Bundesnetzagentur sie nicht.
  4. 4
    Modul wechseln ist möglich. Zwischen Modul 1 und Modul 2 kannst du wechseln, allerdings nicht rückwirkend — etwa wenn sich dein Lade-Verhalten oder dein Stromtarif ändert.
Beispielrechnung

Was bringt's konkret bei dir?

Annahme: Privathaushalt mit einem E-Auto, ~12.000 km/Jahr, durchschnittlicher Verbrauch 18 kWh/100 km → 2.160 kWh/Jahr Wallbox-Verbrauch. Strompreis 35 ct/kWh, davon Netzentgelt-Arbeitspreis 9 ct/kWh (brutto).

Modul 1 — Pauschale (80 € + 9 ct × 3.750 kWh × 0,2)
+147,50 €/Jahr
Modul 2 — 60 % Rabatt auf den Netzentgelt-Arbeitspreis (2.160 kWh × 9 ct × 60 %)
+117 €/Jahr

Bilanz für diesen Haushalt: Modul 1 lohnt sich, weil bei nur 2.160 kWh/Jahr die prozentuale Reduktion (Modul 2) hinter der pauschalen zurückbleibt. Mit diesen Annahmen kippt das Verhältnis bei rund 2.700 kWh/Jahr (≈ 15.200 km) — die Kosten für den separaten Zähler, den Modul 2 voraussetzt, schieben die Grenze weiter nach oben. Mit dem Arbeitspreis deines Netzbetreibers liegt sie anders.

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Häufige Fragen

Was ist § 14a EnWG?
Nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz und der Festlegung der Bundesnetzagentur müssen sich seit Januar 2024 private Wallboxen, Wärmepumpen, Klimaanlagen und Stromspeicher mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung vom Netzbetreiber steuern lassen. Der Netzbetreiber darf den Strombezug temporär auf bis zu 4,2 kW reduzieren, aber nur, um eine konkrete Überlastung des lokalen Netzes abzuwenden; die 4,2 kW stehen immer zur Verfügung. Im Gegenzug bekommst du ein reduziertes Netzentgelt — auch dann, wenn nie gedimmt wird. Für Wallboxen bis 4,2 kW gilt die Pflicht nicht.
Welches der 3 Module soll ich wählen?
Modul 1 (pauschal): einfachste Variante — feste Jahres-Pauschale von 80 € plus einer Stabilitätsprämie, die vom örtlichen Netzentgelt-Arbeitspreis abhängt; für 2023 bezifferte die Bundesnetzagentur die Spanne auf 110 bis 190 € im Jahr. Lohnt eher für Wenig-Lader. Modul 2 (prozentual): Der Netzentgelt-Arbeitspreis sinkt auf 40 Prozent, also um 60 % — lohnt bei hohem Wallbox-Verbrauch, braucht aber einen separaten Zähler. Modul 3 (zeitvariabel) ist ein Zusatz: Seit April 2025 lässt es sich nur zusammen mit Modul 1 wählen und setzt ein intelligentes Messsystem voraus. Das Netzentgelt ist dann in Niedriglastzeiten günstiger, in Hochlastzeiten aber teurer — es lohnt sich, wenn du das Laden in die günstigen Zeitfenster legen kannst.
Muss ich meine alte Wallbox nachrüsten?
Nicht sofort — die Regeln gelten für Anlagen, die seit 1. Januar 2024 in Betrieb gegangen sind. Ältere Anlagen ohne Steuerungsvereinbarung bleiben dauerhaft ausgenommen und können freiwillig an der netzorientierten Steuerung teilnehmen; ein Zurückwechseln ist dann nicht mehr möglich. Wer schon nach der früheren Regelung ein reduziertes Netzentgelt hatte, behält die bisherigen Bedingungen laut Bundesnetzagentur bis 31. Dezember 2028; danach wird die Anlage in die neue Regelung überführt. Wird die alte Wallbox gegen ein neues Gerät getauscht, entfällt der Bestandsschutz. Frag deinen Elektriker nach der Nachrüstbarkeit.
Was passiert wenn der Netzbetreiber dimmt?
Droht eine konkrete Überlastung des lokalen Netzes, darf der Netzbetreiber deine Wallbox vorübergehend auf 4,2 kW reduzieren. Dein Auto lädt in dieser Zeit langsamer, aber es lädt weiter — die 4,2 kW müssen laut Bundesnetzagentur immer zur Verfügung stehen. Sobald sich die Lage entspannt hat, muss der Netzbetreiber die Drosselung zurücknehmen. Eine Übergangsregel erlaubt ihm, präventiv zu steuern, wenn seine Netzplanung eine Überlastung erwarten lässt: bis zu zwei Stunden täglich, längstens 24 Monate ab der ersten präventiven Steuerung im Netzbereich.
Transparenz

Unsere Quellen

  1. [01]
    § 14a EnWG — Bundesnetzagentur Übersicht
    bundesnetzagentur.dePrimärquelleBundesnetzagentur
  2. [02]
    § 14a EnWG (Gesetzestext)
    gesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium für Wirtschaft und Energie
  3. [03]
    Festlegung BK8-22/010-A — Netzentgelte für steuerbare Verbrauchseinrichtungen (Module 1 bis 3)
    bundesnetzagentur.deRechtsgrundlageBundesnetzagentur, Beschlusskammer 8
  4. [04]
    § 19 NAV — Mitteilung und Zustimmung bei Ladeeinrichtungen
    gesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium für Wirtschaft und Energie

Wie wir Quellen auswählen, gegeneinander abwägen und Angaben vor der Veröffentlichung gegen das Original prüfen, steht in unserer Methodik.

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