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Anschaffungs-Förderung · Klimaanlage

Klimaanlage — welche Förderung und Steuervorteile es wirklich gibt

Eine reine Klimaanlage zum Kühlen wird im Wohngebäude nicht direkt bezuschusst — weder von KfW, BAFA noch der Krankenkasse. Geld zurück gibt es nur indirekt: über den Handwerkerbonus nach § 35a EStG mit 20 Prozent der Einbau-Lohnkosten, über die Abschreibung bei betrieblicher Nutzung und im Sonderfall einer überwiegend heizenden Luft-Luft-Wärmepumpe über die KfW-Heizungsförderung 458 oder die Steuerermäßigung nach § 35c EStG.

Handwerkerbonus § 35a
20 % der Einbaukosten, max. 1.200 €/Jahr
Krankenkasse
0 € — auch bei Krankheit
Reine Kühlung
kein Zuschuss im Wohngebäude
Heizende Luft-Luft-WP
KfW 458 bis 22.400 €

Gibt es eine Förderung für eine Klimaanlage?

Für eine klassische Klimaanlage, die nur kühlt, gibt es in Deutschland keinen direkten Zuschuss. Weder die KfW-Heizungsförderung noch das BAFA-Programm für Privatpersonen noch die Krankenkasse zahlen für reine Komfort-Kühlung im Wohngebäude[01]. Kältetechnik zur Raumkühlung ist in der Bundesförderung für effiziente Gebäude ausdrücklich nur bei Nichtwohngebäuden förderfähig — für Betriebsräume also, nicht für die Privatwohnung[07]. Das überrascht viele, weil eine Klimaanlage im Hochsommer durchaus der Gesundheit dient — rechtlich zählt sie aber als „Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens". Trotzdem ist nicht alles verloren: Über das Steuerrecht und über einen technischen Sonderfall lässt sich ein erheblicher Teil der Kosten zurückholen. Dieser Ratgeber zeigt die realen Wege und worauf jeweils zu achten ist.

Was bringt der Handwerkerbonus (§ 35a EStG)?

Der Handwerkerbonus nach § 35a EStG ist der einzige Hebel, der für jede Klimaanlage greift — auch für ein reines Kühlgerät. Lässt man die Anlage von einem Fachbetrieb im selbstgenutzten Haushalt einbauen, sind 20 Prozent der Arbeits-, Anfahrt- und Maschinenkosten direkt von der Einkommensteuer abziehbar, gedeckelt auf 1.200 Euro pro Jahr und Haushalt[02]. Wichtig: Nur der Lohnanteil zählt — das Gerät selbst gilt als Material und ist nicht begünstigt. Voraussetzung ist eine Rechnung mit getrennt ausgewiesenem Lohnanteil und Bezahlung per Überweisung; eine Barzahlung disqualifiziert den gesamten Abzug. Der Bonus gilt für Eigentümer und Mieter gleichermaßen, aber nur im bereits bestehenden Haushalt — nicht im Neubau bis zur Fertigstellung.

PostenBetragSteuerlich
Klimagerät (Material)1.800 €nicht begünstigt
Einbau-Arbeitskosten (Lohn)1.500 €20 % = 300 € Abzug
Anfahrt + Inbetriebnahme200 €20 % = 40 € Abzug
Steuerersparnis gesamt340 €
Jahres-Höchstbetrag1.200 € (ab 6.000 € Lohn erreicht)
Beispielrechnung Handwerkerbonus § 35a für eine Split-Klimaanlage[02]

Wann zahlt die KfW für eine Klimaanlage?

Einen echten Zuschuss gibt es nur, wenn die „Klimaanlage" überwiegend heizt — dann ist sie förderrechtlich eine Luft-Luft-Wärmepumpe und keine Kühlung. Die KfW rechnet genau diesen Fall in ihren eigenen Beispielen vor: eine Klima-Split-Anlage, die eine Nachtstromspeicherheizung ersetzt und „überwiegend zum Heizen genutzt wird und zusätzlich die Möglichkeit zum Kühlen bietet", erhält dort 30 Prozent Grundförderung plus 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus[01]. Über die Boni sind bis zu 70 Prozent möglich, 80 Prozent bei einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 Euro. Angerechnet werden im Einfamilienhaus förderfähige Kosten bis 28.000 Euro — daraus ergibt sich ein Höchstzuschuss von 19.600 beziehungsweise 22.400 Euro[01]. Eine Split-Anlage, die primär zum Kühlen angeschafft wird, bleibt dagegen außen vor. Woran das im Einzelnen hängt, klärt der nächste Abschnitt.

Was gilt als förderfähige Klimaanlage?

Förderfähig ist ein Klimagerät genau dann, wenn es die Anforderungen an eine Wärmepumpe erfüllt und mehr als die Hälfte seiner Leistung ins Heizen geht. Die Richtlinie formuliert das als Zweckbindung: Gegenstand der Förderung sind Anlagen zur Wärmeerzeugung, die „überwiegend (d. h. mit mehr als 50 % der erzeugten Wärme oder Kälte)" der Raumheizung, der Warmwasserbereitung oder beidem dienen[07]. Ein Gerät, das im Sommer kühlt und im Winter kaum läuft, erfüllt das nicht — und daran zerbricht die verbreitete Annahme, man könne eine Klimaanlage einfach „über die Wärmepumpen-Förderung" mitnehmen. Technisch führt die Richtlinie Luft-Luft-Geräte als eigene Klasse: Wärmepumpen mit „Beheizung über Luft". Bis 12 Kilowatt Heizleistung verlangt sie eine jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz von mindestens 181 Prozent sowie die Effizienzklasse A++ oder A+++, darüber einen Raumheizungs-Jahresnutzungsgrad von mindestens 150 Prozent[07]. Ausgeschlossen sind Wärmepumpen, die Raumluft als Wärmequelle nutzen — ein Split-Gerät, das seine Wärme der Außenluft entzieht, ist davon nicht betroffen[07]. Gefördert werden ausschließlich Geräte aus der Wärmeerzeugerliste des BAFA; diese Liste ist ausdrücklich abschließend[03].

AnforderungWas verlangt wird
Zweck der Anlageüberwiegend Raumheizung oder Warmwasser — mehr als 50 % der erzeugten Wärme oder Kälte
Effizienz bis 12 kW Heizleistungηs ≥ 181 % und Effizienzklasse A++ oder A+++
Effizienz über 12 kWRaumheizungs-Jahresnutzungsgrad ηs,h ≥ 150 %
WärmequelleAußenluft, Erdwärme, Wasser — Raumluft als Wärmequelle ist ausgeschlossen
GerätenachweisEintrag in der Wärmeerzeugerliste „Wärmepumpen" des BAFA (abschließend)
Erneuerbaren-Anteilversorgte Wohneinheiten oder Flächen nach der Maßnahme zu mindestens 65 % erneuerbar beheizt
MesstechnikWärmemengen messen; digitale Schnittstelle zur netzorientierten Steuerung
Auslegungraumweise Heizlastermittlung nach DIN EN 12831, bei luftgeführten Systemen Anpassung der Luftvolumenströme
Anforderungen der Richtlinie BEG EM an Wärmepumpen mit Beheizung über Luft[07]

Und das Warmwasser — reicht eine Luft-Luft-Wärmepumpe allein?

Nein, für Trinkwarmwasser braucht es eine eigene Lösung. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe gibt ihre Wärme direkt an die Raumluft ab — daher der Name der Geräteklasse „Beheizung über Luft"[07]. Dusche und Küche versorgt sie nicht; dafür bleibt im Haus ein zweiter Wärmeerzeuger nötig, etwa ein Warmwasserspeicher oder eine Brauchwasserwärmepumpe. Wichtig ist dabei die Erneuerbaren-Bedingung der Förderung: Die durch die geförderte Anlage versorgten Wohneinheiten oder Flächen müssen nach der Maßnahme zu mindestens 65 Prozent durch erneuerbare Energien beheizt werden[07]. Wer also nur einzelne Räume mit Split-Geräten ausstattet und den Rest des Hauses weiter fossil beheizt, kommt an diese Grenze — das ist der zweite Grund, warum die Nachrüstung „ein paar Klimageräte" selten in die Heizungsförderung passt. Wer keinen Zuschuss beantragt, hat mit § 35c EStG einen zweiten Weg, und der steht heizenden Luft-Luft-Geräten offen: Die Energetische-Sanierungsmaßnahmen-Verordnung führt dieselbe Klasse „Beheizung über Luft" mit denselben Effizienzwerten und rechnet Geräte mit Kühlfunktion ausdrücklich mit — für die 12-Kilowatt-Grenze zählt bei ihnen die Kühlleistung[09]. Die Steuerermäßigung beträgt 7, 7 und 6 Prozent der Aufwendungen in drei aufeinanderfolgenden Jahren, höchstens 40.000 Euro je Objekt; das Gebäude muss älter als zehn Jahre sein und ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden[08]. Entscheidend ist die Ausschlussregel: Wer für dieselbe Maßnahme einen steuerfreien Zuschuss oder ein zinsverbilligtes Darlehen nutzt oder § 35a geltend macht, bekommt § 35c nicht[08]. Es ist ein Entweder-oder, kein Zusätzlich.

Wann muss der Antrag gestellt sein — vor oder nach dem Kauf?

Vorher — und zwar bevor ein Kaufvertrag ohne Vorbehalt unterschrieben ist. Für den Antrag verlangt die KfW einen Lieferungs- oder Leistungsvertrag, in dem eine aufschiebende oder auflösende Bedingung steht: Der Vertrag tritt erst in Kraft, wenn die Förderzusage vorliegt[01]. Fehlt diese Bedingung, gilt der Vertragsabschluss als „schädlicher Vorhabenbeginn", und die Förderung ist verloren[01]. Unabhängig davon muss der Antrag in jedem Fall vor Beginn der Arbeiten vor Ort gestellt sein[01]. Davor liegt noch ein Schritt, den viele nicht auf dem Zettel haben: die Bestätigung zum Antrag (BzA). Ein Experte für Energieeffizienz oder das ausführende Fachunternehmen hält darin die geplante Anlage, die förderfähigen Gesamtkosten und die Einhaltung der technischen Mindestanforderungen fest; die 15-stellige BzA-ID wird im Antrag abgefragt[01]. Erst wenn diese Reihenfolge steht, ist die Frage nach der Finanzierung dran — an den Fristen ändert sie nichts.

SchrittWas passiertWarum an dieser Stelle
1. Beratung und AngebotFachunternehmen oder Experte für Energieeffizienz prüft Gerät und AuslegungNur gelistete Geräte sind überhaupt förderfähig
2. Bestätigung zum AntragExperte oder Fachunternehmen stellt die BzA mit 15-stelliger ID ausOhne BzA-ID lässt sich der Antrag nicht absenden
3. Vertrag mit BedingungLieferungs- oder Leistungsvertrag schließen, der erst mit der Förderzusage in Kraft trittEin Vertrag ohne diese Bedingung gilt als schädlicher Vorhabenbeginn
4. Antrag bei der KfWZuschussantrag mit der BzA-ID einreichenMuss vor Beginn der Arbeiten vor Ort vorliegen
5. Einbau und NachweisUmsetzung, danach Bestätigung nach Durchführung (BnD) und Nachweise einreichenDie Auszahlung folgt erst auf den Nachweis
Reihenfolge bei der KfW-Heizungsförderung 458 für eine heizende Luft-Luft-Wärmepumpe[01]

Wann lohnt sich eine Finanzierung der Klimaanlage?

Einen staatlichen Kredit für eine reine Kühl-Klimaanlage gibt es nicht — wer finanziert, tut das über den Ratenkauf des Händlers oder einen normalen Bankkredit. Daraus folgt die Reihenfolge: erst den Förder- und Steuerweg klären, dann über die Finanzierung entscheiden. Wer die Anlage als heizende Luft-Luft-Wärmepumpe mit KfW-Zuschuss plant, stellt den Antrag zwingend vor der Auftragsvergabe — eine vorschnelle Bestellung, nur weil die Finanzierung schon steht, kostet den kompletten Zuschuss. Beim Ratenkauf lohnt der Blick auf den Gesamtpreis: Null-Prozent-Aktionen sind mitunter in den Gerätepreis eingerechnet, ein Vergleich mit dem Barpreis anderer Anbieter zeigt das schnell. Und weil eine Klimaanlage laufende Strom- und Wartungskosten hat, sollte die Monatsrate nicht die einzige Rechnung sein, die vor dem Kauf aufgeht.

Kann ich die Klimaanlage als Selbstständiger absetzen?

Wer selbstständig ist und einen Raum betrieblich nutzt — etwa ein Home-Office —, kann die Klimaanlage steuerlich absetzen. Das ist keine Förderung, sondern ein Betriebsausgaben- beziehungsweise Abschreibungseffekt[04]. Ein mobiles Klimagerät bis 800 Euro netto lässt sich im Anschaffungsjahr sofort voll abziehen (geringwertiges Wirtschaftsgut). Teurere Geräte werden über die Nutzungsdauer abgeschrieben; eine fest verbaute Split-Anlage gilt als Gebäudebestandteil und läuft nur über die langsame Gebäude-Abschreibung. Voraussetzung ist die betriebliche Veranlassung, und bei einem häuslichen Arbeitszimmer muss dieses steuerlich anerkannt sein. Achtung: Für denselben Anteil sind Handwerkerbonus (privat) und Betriebsausgabe (betrieblich) nicht gleichzeitig nutzbar. Einen echten Zuschuss statt nur eines Steuereffekts gibt es im betrieblichen Bereich beim BAFA, und zwar über die Förderung von Kälte- und Klimaanlagen. Sie ist von der Heizungsförderung völlig getrennt und fördert ausdrücklich die Kälteerzeugung — allerdings mit einem engen Adressatenkreis: Antragsberechtigt sind „Unternehmen, gemeinnützige Organisationen, Kommunen, kommunale Gebietskörperschaften, Zweckverbände und Eigenbetriebe, Hochschulen und Schulen, Krankenhäuser sowie kirchliche Einrichtungen", während „natürliche Personen (Privatpersonen)" nicht antragsberechtigt sind[12]. Gefördert werden stationäre Anlagen mit nicht-halogenierten Kältemitteln; für die verbreitete Bauart gilt eine zusätzliche Einschränkung: „Split- und Multisplit-Klimageräte sind nur mit bestimmten Kältemitteln (z. B. Propan R-290 und Isobutan R-600a) förderfähig."[12] Wer damit plant, sollte den Zeitpunkt im Blick behalten — die Gültigkeit dieser Förderrichtlinie endet am 31. Dezember 2026, sie wird nicht verlängert, und Anträge sind nur bis zu diesem Tag möglich[12].

GeräteartAbzugTempo
Mobiles Gerät bis 800 € nettoSofortabzug (GWG)im Anschaffungsjahr
Mobiles Gerät über 800 € nettolineare Abschreibungüber die Nutzungsdauer
Fest verbaute Split-AnlageGebäude-Abschreibungsehr langsam (Jahrzehnte)
Steuerliche Behandlung je nach Geräteart bei betrieblicher Nutzung[04]

Zahlt die Krankenkasse eine Klimaanlage bei Krankheit?

Nein — die gesetzliche Krankenkasse übernimmt eine Klimaanlage auch dann nicht, wenn ein Arzt sie aus gesundheitlichen Gründen empfiehlt. Eine Klimaanlage gilt als „allgemeiner Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens" und ist damit nach § 33 Absatz 1 Satz 1 SGB V vom Hilfsmittelanspruch ausgeschlossen[05]. Das Sozialgericht Schleswig hat eine entsprechende Klage abgewiesen und begründet, bei Klimaanlagen handele es sich nicht um Geräte, die „für die speziellen Bedürfnisse von Kranken oder Menschen mit Behinderungen hergestellt würden"; sie würden „vielmehr regelmäßig (auch) von gesunden Menschen benutzt"[10]. Eine Ausnahme gibt es nur über die Pflegekasse: Liegt ein Pflegegrad vor, kann eine Klimaanlage als wohnumfeldverbessernde Maßnahme bezuschusst werden. Das Gesetz deckelt diesen Zuschuss auf 4.180 Euro je Maßnahme[11]. Voraussetzung ist, dass dadurch im Einzelfall die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert wird — entschieden wird also immer am konkreten Fall, nicht pauschal.

Wie hole ich mir den Steuervorteil Schritt für Schritt?

Den Handwerkerbonus sichert man sich nicht beim Kauf, sondern später in der Steuererklärung — entscheidend ist, dass Rechnung und Zahlung von Anfang an richtig laufen[02]. Wer den Lohnanteil nicht getrennt ausweisen lässt oder bar zahlt, verliert den Abzug komplett. Die folgenden Schritte stellen sicher, dass nichts verloren geht.

  1. Beim Fachbetrieb schon vor dem Auftrag darum bitten, dass die spätere Rechnung Arbeits- und Materialkosten getrennt ausweist — das ist nicht überall Standard.
  2. Nach dem Einbau die Rechnung prüfen: Der Lohn- und Arbeitsanteil inklusive Anfahrt muss als eigene Position erscheinen, sonst beim Betrieb nachfordern.
  3. Ausschließlich per Überweisung oder Lastschrift bezahlen — niemals bar, sonst entfällt der gesamte Bonus.
  4. Rechnung und Kontoauszug aufbewahren; das Finanzamt kann beide bis zur Bestandskraft des Steuerbescheids anfordern.
  5. In der Einkommensteuererklärung den Lohnanteil in der Anlage „Haushaltsnahe Aufwendungen" eintragen — das Finanzamt zieht 20 Prozent direkt von der Steuerschuld ab.

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Klimaanlage, Wärmepumpe oder Verschattung — was lohnt sich?

Wer staatliches Geld will, sollte die Entscheidung nicht allein an der Kühlung festmachen. Eine reine Klimaanlage bringt nur den Handwerkerbonus; eine heizende Luft-Luft- oder Luft-Wasser-Wärmepumpe öffnet die volle KfW-Förderung; und gegen sommerliche Hitze fördert die BEG sogar den passiven Schutz — allerdings nur außenliegende Verschattung wie Rollläden oder Raffstore, im Wohngebäude nicht die aktive Kühlung[06]. Die folgende Übersicht zeigt, welcher Weg welchen Vorteil bringt.

LösungStaatlicher VorteilFür wen
Reine Klimaanlage (Kühlung)nur Handwerkerbonus § 35a (20 % Lohn)jeder Haushalt
Heizende Luft-Luft-WärmepumpeKfW 458 bis 70/80 % / 22.400 € (wenn BAFA-gelistet)als Hauptheizung
Heizende Luft-Luft-Wärmepumpe ohne ZuschussSteuerermäßigung § 35c: 7/7/6 % über drei JahreEigenheim älter als 10 Jahre
Außenliegende VerschattungBEG-Zuschuss 15–20 %nur Eigentümer
Kältetechnik zur RaumkühlungBEG-Zuschuss 15 %, aber nur im NichtwohngebäudeBetriebe, Kommunen
Klimagerät im Home-OfficeBetriebsausgabe / AbschreibungSelbstständige
Staatliche Vorteile je nach Lösung gegen sommerliche Hitze[01][06][07]

Häufige Fragen

Gibt es einen Kredit oder eine Finanzierung für Klimaanlagen?
Einen staatlichen Förderkredit für reine Kühl-Klimaanlagen gibt es nicht. Finanziert wird über den Ratenkauf des Händlers oder einen Bankkredit — dabei die Gesamtkosten immer mit dem Barpreis vergleichen. Wichtig für den Sonderfall heizende Luft-Luft-Wärmepumpe: Der KfW-Zuschuss-Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt sein, unabhängig davon, wie der Kauf finanziert wird.
Wann wird eine Klimaanlage gefördert?
Wenn sie überwiegend heizt. Förderrechtlich ist eine Klima-Split-Anlage dann eine Luft-Luft-Wärmepumpe: Die Richtlinie verlangt, dass mehr als 50 Prozent der erzeugten Wärme oder Kälte auf Raumheizung oder Warmwasser entfallen. Zusätzlich muss das Gerät in der Wärmeerzeugerliste des BAFA stehen, die Effizienzwerte für „Beheizung über Luft" erfüllen und die versorgte Fläche zu mindestens 65 Prozent erneuerbar beheizen. Der Antrag muss vor dem verbindlichen Vertragsabschluss gestellt sein. Ein Gerät, das primär kühlen soll, wird nicht gefördert.
Kann ich statt des KfW-Zuschusses den Steuerbonus nach § 35c EStG nutzen?
Ja, bei einer heizenden Luft-Luft-Wärmepumpe ist das der Alternativweg: 7, 7 und 6 Prozent der Aufwendungen in drei aufeinanderfolgenden Jahren, höchstens 40.000 Euro je Objekt. Das Gebäude muss älter als zehn Jahre sein und ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden. Beides zusammen geht nicht: Wer für dieselbe Maßnahme einen steuerfreien Zuschuss oder ein zinsverbilligtes Darlehen in Anspruch nimmt oder § 35a nutzt, verliert den Anspruch auf § 35c.
Wird eine reine Klimaanlage in Deutschland gefördert?
Nein, einen direkten Zuschuss für ein reines Kühlgerät gibt es nicht. Weder KfW, BAFA (für Privatpersonen) noch die Krankenkasse zahlen dafür. Indirekt lässt sich über den Handwerkerbonus § 35a (20 Prozent der Einbau-Lohnkosten) und bei betrieblicher Nutzung über die Abschreibung Geld zurückholen. Einen echten Zuschuss gibt es nur, wenn das Gerät als Wärmepumpe auch heizt.
Bekomme ich als Einzelunternehmer das BAFA-Programm für Klimaanlagen?
Das BAFA-Programm „Kälte- und Klimaanlagen" nennt als antragsberechtigt Unternehmen, gemeinnützige Organisationen, Kommunen, Hochschulen und Schulen, Krankenhäuser sowie kirchliche Einrichtungen; nicht antragsberechtigt sind natürliche Personen (Privatpersonen). Einzelunternehmer und Freiberufler werden in dieser Aufzählung weder ausdrücklich genannt noch ausdrücklich ausgeschlossen — diesen Fall klärt man vor der Planung direkt beim BAFA, statt ihn vorauszusetzen. Unabhängig davon sind nur stationäre Anlagen mit nicht-halogenierten Kältemitteln förderfähig, Split- und Multisplit-Geräte nur mit bestimmten Kältemitteln wie Propan R-290 oder Isobutan R-600a. Die Förderrichtlinie gilt bis zum 31. Dezember 2026 und wird nicht verlängert; bis dahin können auch nur Anträge gestellt werden.
Können Mieter den Handwerkerbonus für eine Klimaanlage nutzen?
Ja. Der Handwerkerbonus nach § 35a EStG gilt für selbstgenutzte Wohnungen — Eigentümer wie Mieter. Für einen fest verbauten Split-Einbau braucht ein Mieter allerdings die Zustimmung des Vermieters. Mobile Klimageräte sind unproblematisch, aber bei ihnen fallen kaum abzugsfähige Einbau-Arbeitskosten an.
Warum zählt nur der Lohnanteil und nicht das Gerät?
Der Handwerkerbonus fördert ausdrücklich nur Arbeits-, Anfahrt- und Maschinenkosten — Material ist ausgeschlossen. Das Klimagerät selbst ist Material und damit nicht begünstigt. Deshalb muss die Rechnung den Lohnanteil getrennt ausweisen; ohne diese Trennung erkennt das Finanzamt den Abzug nicht an.
Kann ich Handwerkerbonus und KfW-Förderung kombinieren?
Nein, für dieselbe Maßnahme nicht. Sobald ein Bundeszuschuss wie die KfW-Heizungsförderung greift, ist der Handwerkerbonus § 35a für denselben Lohnanteil gesperrt — eine Doppelförderung ist ausgeschlossen. Bei einer reinen Kühl-Klimaanlage ohne KfW-Förderung ist das aber ohnehin kein Thema.
Fördert die BEG den sommerlichen Hitzeschutz?
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fördert nur passiven sommerlichen Wärmeschutz — also außenliegende Verschattung wie Rollläden, Raffstore oder Jalousien, mit 15 bis 20 Prozent Zuschuss. Eine aktive Klimaanlage ist davon ausdrücklich nicht erfasst. Diese Förderung kann zudem nur der Gebäudeeigentümer beantragen, nicht der Mieter.
Transparenz

Unsere Quellen

  1. [01]
  2. [02]
    § 35a EStG — Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen
    gesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium der Justiz
  3. [03]
    BAFA — Anlagen zur Wärmeerzeugung (Liste förderfähiger Wärmepumpen)
    bafa.dePrimärquelleBundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
  4. [04]
    § 4, § 6 und § 7 EStG — Betriebsausgaben, geringwertige Wirtschaftsgüter, Abschreibung
    gesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium der Justiz
  5. [05]
    § 33 SGB V — Hilfsmittel (Klimaanlage als Gebrauchsgegenstand, SG Schleswig S 28 KR 150/20)
    gesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium der Justiz
  6. [06]
    BAFA — BEG Einzelmaßnahmen Gebäudehülle (sommerlicher Wärmeschutz)
    bafa.dePrimärquelleBundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
  7. [07]
    Richtlinie BEG Einzelmaßnahmen inklusive Technischer Mindestanforderungen
    energiewechsel.deRechtsgrundlageBundesministerium für Wirtschaft und Energie
  8. [08]
    § 35c EStG — Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen
    gesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium der Justiz
  9. [09]
    Energetische-Sanierungsmaßnahmen-Verordnung (ESanMV), Anlage 6 — Erneuerung der Heizungsanlage
    gesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium der Justiz
  10. [10]
    Sozialgericht Schleswig, Urteil vom 30.03.2021, S 28 KR 150/20 — keine Klimaanlage als Hilfsmittel
    schleswig-holstein.deRechtsgrundlageLandessozialgericht Schleswig-Holstein
  11. [11]
    § 40 Absatz 4 SGB XI — Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen
    gesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium der Justiz
  12. [12]
    BAFA — Kälte- und Klimaanlagen (Antragsberechtigte, Kältemittel, Laufzeit der Richtlinie)
    bafa.dePrimärquelleBundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

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