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Wärmequelle · Außenluft

Luft-Luft-Wärmepumpe — der Sonderfall.

Luft-Luft-Wärmepumpen sind im Prinzip umkehrbare Klimaanlagen — sie heizen über die Raumluft direkt, ohne Wasser-Heizkreis. Anschaffungskosten 4–10k €, Installation einfach. Über die KfW 458 sind sie grundsätzlich förderfähig — aber nur als vollwertige Hausheizung mit BAFA-gelistetem Gerät (Netzdienlichkeit, Wärmemengenmessung). Eine gewöhnliche Kühl-Klimaanlage erfüllt das praktisch nicht. Sinnvoll vor allem für gut gedämmte Häuser, Gewerbeflächen oder als Ergänzungsheizung.

Kosten inkl. Einbau
4–10k €
Deutlich günstiger als alle Wasser-WPs
Jahresarbeitszahl
3,0–4,5
Modulationsabhängig — bei Kleingeräten oft niedrig
KfW 458
bedingt
Nur als BAFA-gelistete Vollheizung — nicht als Kühl-Klimaanlage
Installation
1–2 Tage
Kürzeste Installationszeit
So funktioniert sie

Wie funktioniert eine Luft-Luft-Wärmepumpe?

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe funktioniert wie eine reversible Klimaanlage: ein Außengerät tauscht Wärme mit der Außenluft, das Innengerät verteilt sie direkt als warme Raumluft. Kein Wasser-Heizkreis, keine Heizkörper, keine Fußbodenheizung.

Bei Multi-Split-Systemen werden mehrere Innengeräte (typisch 1 pro Raum) an ein Außengerät angeschlossen. Steuerung erfolgt zonal — jedes Innengerät kann individuell heizen oder kühlen.

Im Sommer-Modus dreht sich der Kreislauf um — die Wärme wird aus der Raumluft entzogen und nach außen abgegeben. Damit ist Luft-Luft-WP gleichzeitig Heizung und Klimaanlage.

Kosten

Was kostet eine Anlage 2026?

Realistische Werte für ein Standard-Einfamilienhaus mit ~10 kW Heizleistung. Ohne Förderung — bei KfW 458 ziehen sich bis zu 70 % des förderfähigen Anteils ab (max. 21.000 € auf 30.000 € Kosten).

Kostenposten Spanne
Single-Split (1 Außen + 1 Innen, 3-5 kW) 2.500–5.000 €
Multi-Split (1 Außen + 4 Innen, 8-12 kW) 6.000–10.000 €
Installation + elektrischer Anschluss 1.500–3.000 €
Optional: Warmwasserspeicher mit Boiler 2.000–4.000 €

Vorteile

  • Günstigste Anschaffungskosten aller Wärmepumpen (4–10k €)
  • Einfachste Installation (1–2 Tage)
  • Keine Heizkörper-Sanierung nötig
  • Kombiniert Heizung + Klimaanlage in einem Gerät
  • Zonale Regelung (jeder Raum einzeln)
  • Kein Pufferspeicher, kein hydraulischer Abgleich

Nachteile

  • × KfW 458 nur als BAFA-gelistete Vollheizung — gewöhnliche Kühl-Klima nicht förderfähig
  • × Kein Warmwasser ohne separates Gerät
  • × Trockene Raumluft im Heizbetrieb
  • × Geräusche der Innengeräte (typisch 30–45 dB(A))
  • × In klassischen sanierungsbedürftigen Bestandshäusern oft nicht ausreichend
  • × Pro Raum ein Innengerät — Optik kann stören
Eignung

Für wen lohnt sich diese Bauart?

Geeignet

  • Gut gedämmte Niedrigenergiehäuser ohne klassisches Wasser-Heizsystem
  • Gewerbeflächen, Büros, Praxen
  • Ferienhäuser mit kleiner Heizfläche
  • Ergänzungsheizung in einzelnen Räumen (z. B. Wintergarten)
  • Kombinierte Heiz-/Kühlanwendung wichtig

Eher nicht

  • Klassische Sanierungen mit bestehendem Wasser-Heizkreis (KfW 458 lieber + Luft-Wasser-WP)
  • Häuser ohne ausreichende Dämmung (sehr hoher Stromverbrauch)
  • Anspruch auf die hohe KfW-Förderquote, ohne ein BAFA-gelistetes Luft-Luft-System als komplette Hausheizung einzubauen (gewöhnliche Kühl-Klima bekommt keine KfW 458)
Genehmigung

Wichtig vor dem Kauf

Keine wasserrechtliche Genehmigung. Bei Außeneinheit ggf. Bauanzeige in Reihenhausreihe (Sichtfenster zur Straße). Lärmschutz nach TA Lärm prüfen.

KfW 458

Was bei der Förderung zu beachten ist

KfW 458 fördert eine Luft-Luft-Wärmepumpe nur, wenn sie als vollwertige Gebäudeheizung dient (mind. 65 % der Wärme) und das konkrete Gerät in der BAFA-Liste förderfähiger Wärmepumpen geführt wird — inklusive Netzdienlichkeits-Nachweis und Wärmemengenmessung. Dann gilt derselbe Bonus-Stack wie bei anderen Wärmepumpen: 30 % Grundförderung plus Boni bis maximal 70 % (Deckel 21.000 € auf 30.000 € förderfähige Kosten). Eine gewöhnliche Split-Klimaanlage, die nur einzelne Räume heizt oder primär kühlt, ist nicht förderfähig. Der oft genannte Steuerbonus nach § 35c EStG greift hier in der Regel ebenfalls nicht, weil die Sanierungsverordnung Wärmepumpen mit Raumluft-Nutzung ausschließt (Anlage 6.3 ESanMV). Welche Steuer-Hebel bei einer reinen Klimaanlage doch greifen, zeigt der Ratgeber Klimaanlage-Förderung.

Häufige Fragen

Wird eine Luft-Luft-Wärmepumpe von der KfW 458 gefördert?
Grundsätzlich ja — entgegen einem verbreiteten Irrtum verlangt die BEG-EM-Heizungsförderung kein wassergeführtes Heizsystem. Luft-Luft-Wärmepumpen sind seit 2023 förderfähig, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: (1) das konkrete Gerät steht in der BAFA-Liste förderfähiger Wärmepumpen (Wärmeerzeuger-Portal), (2) die Netzdienlichkeit ist nachgewiesen (FGK-Statusreport 60, Version 2) und (3) die Anlage misst die erzeugte Wärmemenge und dient als Hauptheizung (mind. 65 % der Wärmeerzeugung). In der Praxis erfüllen das nur als komplette Hausheizung ausgelegte (oft Multi-Split-)Systeme — eine gewöhnliche Klimaanlage, die man primär zum Kühlen kauft, wird nicht gefördert.
Hilft der Steuerbonus nach § 35c EStG bei einer Luft-Luft-Wärmepumpe?
In den meisten Fällen nein. § 35c EStG gibt zwar 20 % der Kosten als Steuerermäßigung über drei Jahre (7 % / 7 % / 6 %, max. 40.000 € pro Objekt) für energetische Sanierungen am selbstgenutzten, über 10 Jahre alten Haus. Die zugehörige Sanierungsverordnung nimmt Wärmepumpen, die Raumluft als Wärmequelle nutzen, aber ausdrücklich von der Heizungs-Kategorie aus (Anlage 6.3 ESanMV). Eine heizende Split-Klimaanlage fällt damit in der Regel weder unter die KfW 458 (sofern nicht als gelistete Vollheizung) noch sauber unter § 35c. Vor dem Kauf lohnt die Rücksprache mit einem Energieberater oder Steuerberater.
Wann ist eine Luft-Luft-WP wirtschaftlicher als eine Luft-Wasser-WP?
Selten. Mehrkosten Luft-Wasser ggü. Multi-Split typisch 12-15k € — aber KfW-Zuschuss bringt 8-15k € zurück. Netto-Mehrkosten oft nur 3-5k €. Gleichzeitig hat Luft-Wasser-WP höheren Komfort (Warmwasser inkl., Fußbodenheizung) und niedrigere Stromkosten. Luft-Luft lohnt nur bei sehr begrenztem Budget oder Anwendungsfällen ohne Wasserheizung.
Funktioniert eine Luft-Luft-WP auch im Winter?
Ja, technisch arbeitet sie bis -20 °C. Aber: bei sehr kalten Temperaturen sinkt die Effizienz schnell. Bei -10 °C kann der COP auf 2,0 fallen. Bei einer reinen Raumluft-Heizung wirkt sich das direkt auf den Wohnkomfort aus — die Luft kommt nicht mehr richtig warm aus dem Innengerät. Lösung: gute Dämmung des Hauses, ausreichend dimensioniertes Multi-Split-System, ggf. Notlauf-Heizung.
Wie löse ich das Warmwasser-Problem?
Drei Optionen: (a) separater Warmwasser-Wärmepumpenboiler (1.500-3.000 €, kostet ~150 €/Jahr Strom), (b) elektrische Boiler oder Durchlauferhitzer (günstig in Anschaffung, teuer im Betrieb), (c) Solar-Thermie als Ergänzung. Für KfW-Förderung wäre der Warmwasser-Boiler ggf. förderfähig — aber das kommt aufs Sonderfall-Setup an.
Transparenz

Unsere Quellen

  1. [01]
  2. [02]
    § 35c EStG — Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen
    gesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium der Justiz
  3. [03]
    Wärmepumpe — Verbraucherzentrale Ratgeber
    verbraucherzentrale.deFachartikelVerbraucherzentrale Bundesverband
Andere Bauarten

Vergleich der Wärmequellen

Diese Seite gibt einen Überblick über staatliche Förderungen und technische Konditionen — sie ersetzt keine individuelle Energieberatung. Verbindlich sind die Konditionen im KfW-Förderbescheid und das geologische Gutachten beim Heizungsbauer.