Wärmepumpe mit Fußbodenheizung oder Heizkörpern?
Fußbodenheizung ist klar effizienter — sie kommt mit 30–40 °C Vorlauftemperatur aus, was Wärmepumpen-JAZ-Werte von 3,8–4,5 ermöglicht. Heizkörper brauchen typisch 45–55 °C — JAZ rutscht auf 2,8–3,5 (~30 % mehr Stromkosten). Im Altbau ohne Fußbodenheizung musst du nicht zwingend nachrüsten — große Heizkörper bei niedrigem Vorlauf funktionieren auch.
Auf einen Blick
| Aspekt | Wert / Hinweis |
|---|---|
| JAZ Fußbodenheizung | 3,8–4,5 |
| JAZ Heizkörper (klein) | 2,8–3,2 |
| JAZ Heizkörper (Typ 22 / NT) | 3,3–3,7 |
| Vorlauftemperatur FBH | 30–40 °C |
| Vorlauftemperatur HK groß | 45–55 °C |
| Heizkörper-Tausch EFH | 5.000–8.000 € (4–8 Stk) |
Fußbodenheizung ist klar effizienter — der JAZ-Vorteil liegt bei +0,5 bis +1,0 Punkten. Aber im bewohnten Altbau ist die Nachrüstung selten wirtschaftlich (15.000–25.000 € pro Etage Aufriss). Realistisch ist meist die Heizkörper-Anpassung auf Typ-22 oder Niedertemperatur-Modelle. Wer ohnehin saniert (z. B. neuen Boden im EG), nimmt FBH dort gleich mit — Hybrid-Lösung mit JAZ 3,5–3,8.
Warum macht die Vorlauftemperatur so viel aus?
Eine Wärmepumpe „pumpt" Wärme aus der Quelle (Luft, Erde, Grundwasser) auf das Heizungsniveau hoch. Je höher die Differenz zwischen Quellen- und Vorlauftemperatur, desto mehr Strom braucht der Kompressor. Konkret: Luft-WP bei 0 °C Außenluft → 35 °C Vorlauf = COP 3,8. Selbe WP bei 0 °C → 55 °C Vorlauf = COP 2,4. Die Effizienz halbiert sich bei 20 K mehr Vorlauf.
Wieso ist Fußbodenheizung die ideale Partnerin?
Eine Fußbodenheizung verteilt die Wärme über eine riesige Fläche (~100 m² bei 100 m² Wohnfläche). Bei 35 °C Vorlauftemperatur reicht das, um den Raum auf 21 °C zu erwärmen — die geringe Temperatur-Differenz reicht wegen der großen Fläche. Plus: keine Konvektion (warme Luftströme), keine Staubaufwirbelung, gleichmäßige Wärme. Nachteil: lange Aufheiz-Zeit (Beton-Speichermasse).
Welche Heizkörper sind WP-tauglich?
Standard-Heizkörper aus den 70er/80er-Jahren waren für 70–90 °C Vorlauf ausgelegt. Bei 50 °C liefern sie nur ~40 % der Nennleistung. Lösung: Heizkörper austauschen gegen größere Modelle (z. B. Typ 22 statt Typ 11) oder Niedertemperatur-Heizkörper (extra dicker Wärmetauscher, z. B. Buderus Logatrend, Kermi x-net). Pro getauschten Heizkörper: 400–800 € Material + Installation. Bei 8–12 Heizkörpern im EFH macht das 5–8k € — meistens trotzdem wirtschaftlicher als komplette Fußbodenheizung-Nachrüstung (~15–25k €).
Wann lohnt sich die Hybrid-Lösung FBH im EG plus Heizkörper im OG?
Bei Altbau-Sanierungen ist das oft die pragmatische Wahl: im Erdgeschoss Estrich raus + Fußbodenheizung rein (~80–120 €/m²), im Obergeschoss bestehende Heizkörper gegen größere tauschen. Im EG ist die Wärmedämmung meist besser (zur Kellerdecke gedämmt), im OG ist der Heizbedarf kleiner (Wärme steigt auf). Mit dieser Hybrid-Strategie kommt man auf JAZ 3,5–3,8 — fast wie reine FBH, aber zu halben Kosten.
Häufige Fragen
Kann eine Wärmepumpe gleichzeitig FBH und Heizkörper bedienen?
Wie erkenne ich Niedertemperatur-Heizkörper?
Bringt eine Wandheizung dieselben JAZ-Werte wie eine FBH?
Unsere Quellen
- [01]WPsmart im Bestand — Fraunhofer ISEise.fraunhofer.deFachartikel
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