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Use-Case · Bestand

Wärmepumpe im Altbau — funktioniert das wirklich?

Ja — Feldmessungen des Fraunhofer ISE zeigen, dass Wärmepumpen auch in älteren Häusern effizient arbeiten. Im Projekt „WP-QS im Bestand“ (Ergebnisse 2025) erreichten 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern Jahresarbeitszahlen von 2,6 bis 5,4. Ausgewertet wurden Gebäude der Baujahre 1826 bis 2001; einen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz fanden die Forscher nicht.[01] Entscheidend sind energetischer Zustand, Heizflächen und eine sorgfältige Planung.[02]

Auf einen Blick

Aspekt Wert / Hinweis
Baujahr und Effizienz kein Zusammenhang gemessen (Fraunhofer ISE 2025)
Mindest-Jahresarbeitszahl KfW 458 3,0 (Berechnung nach VDI 4650 Blatt 1)
Heizkörper statt Fußbodenheizung möglich, wenn ausreichend dimensioniert
Förderpflichten raumweise Heizlast, hydraulischer Abgleich nach Verfahren B
Heizkörpertausch förderfähig als Maßnahme zum Wärmeerzeuger

Wärmepumpen funktionieren auch im Altbau — das Baujahr allein entscheidet nicht. Für die KfW 458 muss die Anlage rechnerisch eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 erreichen. Wo das mit den vorhandenen Heizkörpern nicht gelingt, lassen sich zu kleine Heizkörper tauschen; der Tausch zählt zu den förderfähigen Kosten.

Was haben die Fraunhofer-Feldtests im Bestand gemessen?

Das Fraunhofer ISE hat Wärmepumpen in bewohnten Bestandsgebäuden über Jahre vermessen. Im älteren Projekt „WPsmart im Bestand“ waren die Häuser 15 bis 170 Jahre alt, die vor 1979 errichteten in unterschiedlichem Ausmaß saniert.[02] Im Nachfolgeprojekt waren die vor 1977 gebauten Häuser etwas umfangreicher saniert als im Bundesdurchschnitt, die ab 1977 gebauten bis auf eines unsaniert.[01] Die Effizienz hat sich zwischen beiden Projekten verbessert.[01]

ProjektAnlagenLuft/Wasser-WärmepumpeErdreich-Wärmepumpe
WPsmart im Bestand (Messjahr 07/2018–06/2019)41 ausgewertet (29 Luft, 12 Erdreich)JAZ 2,5–3,8, Mittel 3,1JAZ 3,3–4,7, Mittel 4,1
WP-QS im Bestand (Ergebnisse 2025)77 (61 Luft, 16 Erdreich)JAZ 2,6–4,9, Mittel 3,4JAZ 3,6–5,4, Mittel 4,3
Gemessene Jahresarbeitszahlen in Bestandsgebäuden (Fraunhofer ISE); WPsmart-Werte ohne Ausreißer[01][02]

Welche Vorlauftemperatur braucht der Altbau?

Die Effizienz hängt maßgeblich von der erforderlichen Heizkreistemperatur ab. Im Projekt WPsmart lag die maximal zur Raumheizung nötige Vorlauftemperatur bei den Luft-Wärmepumpen im Mittel bei knapp 44 °C, bei den Erdreich-Wärmepumpen etwas über 45 °C.[02] Ausschlaggebend sind laut Fraunhofer ISE vor allem die Temperaturen knapp über null Grad, wenn am meisten geheizt wird; die seltenen sehr kalten Tage fallen in der Jahresbilanz kaum ins Gewicht.[02] Für die Förderung wird die Jahresarbeitszahl nach VDI 4650 Blatt 1 mit den konkreten Vor- und Rücklauftemperaturen berechnet und muss mindestens 3,0 betragen.[03][04]

Welche Heizkörper sind „WP-tauglich“?

Eine Fußbodenheizung ist nicht zwangsläufig nötig: Im Feldtest wurden auch Heizkörper mit vergleichsweise geringen Temperaturen betrieben, und es werden Heizkörper angeboten, die bei gleichem Platzbedarf wesentlich geringere Heizkreistemperaturen benötigen.[02] Ausreichend dimensionierte Heizkörper kamen im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen aus wie Flächenheizungen.[01] Grundlage dafür, welche Heizkörper reichen, ist die raumweise Heizlastberechnung, die für die Förderung ohnehin Pflicht ist.[04] Neue Heizkörper und Flächenheizungen zählen im Zusammenhang mit der Wärmepumpe zu den förderfähigen Maßnahmen.[05]

Muss der Altbau vor der Wärmepumpe saniert werden?

Nicht auf Neubaustandard: Laut Fraunhofer ISE heizen Wärmepumpen auch in älteren Gebäuden effizient, ohne dass diese auf Neubaustandard saniert werden müssen.[01] Die KfW 458 knüpft die Förderung an die Technischen Mindestanforderungen der Anlage, darunter die rechnerische Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0.[04] Wird sie mit den vorhandenen Heizflächen nicht erreicht, ist die Anlage so nicht förderfähig; größere Heizflächen oder Dämmung senken die nötige Vorlauftemperatur. Maßnahmen an der Gebäudehülle fördert die BEG EM gesondert mit 15 %; dafür ist ein Energieeffizienz-Experte einzubinden.[04]

Altbau-Checkliste für die Förderung

  • →Heizlast raumweise nach DIN EN 12831 berechnen lassen (Förderpflicht)
  • →Nötige Vorlauftemperatur mit den vorhandenen Heizkörpern prüfen
  • →Zu kleine Heizkörper gezielt tauschen (förderfähig)
  • →Hydraulischen Abgleich nach Verfahren B durchführen (Förderpflicht)
  • →Jahresarbeitszahl nach VDI 4650 berechnen lassen — mindestens 3,0

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Wärmepumpe im ungedämmten 70er-Jahre-Haus?
Das hängt vom Einzelfall ab; einen pauschalen Kostenvergleich mit Gas nennen wir nicht, weil er von Strom- und Gaspreis und der erreichten Jahresarbeitszahl abhängt. Im Fraunhofer-Feldtest waren die ab 1977 errichteten Häuser bis auf eines unsaniert, und ein Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz zeigte sich nicht. Über KfW 458 förderfähig ist die Wärmepumpe, wenn sie auf eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 ausgelegt ist: 30 % Grundförderung plus Boni, insgesamt bis 70 % — für Selbstnutzer mit zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 € (mit Familienzuschlag bis 40.000 €) bis 80 %.
Werden neue Heizkörper über die KfW 458 mitgefördert?
Ja. Im Zusammenhang mit einem förderfähigen Wärmeerzeuger zählen Heizkörper und Heizleisten jeder Bauart sowie Flächenheizungen samt Estrich- und Putzarbeiten zu den förderfähigen Maßnahmen (Infoblatt Nr. 4.2.5). Sie fallen unter denselben Förderhöchstbetrag von 28.000 € förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit.
Reicht es, die Wärmepumpe einfach anzuschließen, ohne den Altbau anzufassen?
Nicht ohne Prüfung. Die Förderung verlangt eine raumweise Heizlastberechnung, einen hydraulischen Abgleich nach Verfahren B und die Anpassung der Heizkurve an das Gebäude. Ob die vorhandenen Heizkörper reichen, zeigt erst diese Berechnung; im Fraunhofer-Feldtest kamen ausreichend dimensionierte Heizkörper mit ähnlich niedrigen Temperaturen aus wie Flächenheizungen.
Transparenz

Unsere Quellen

  1. [01]
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  5. [05]

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