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Planung · Dimensionierung

Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 — was sie für KfW 458 zählt

Eine Wärmepumpe wird auf den Wärmebedarf des Gebäudes ausgelegt, nicht auf die Leistung der alten Heizung. Für die KfW 458 ist das Pflicht: Die Technischen Mindestanforderungen der BEG verlangen eine raumweise Heizlastermittlung nach DIN EN 12831, um über- oder unterdimensionierte Anlagen zu vermeiden.[01] Gerechnet wird für einen Auslegungspunkt bei sehr niedriger Außentemperatur, nach Fraunhofer ISE etwa −12 bis −16 °C.[05]

Auf einen Blick

Aspekt Wert / Hinweis
Norm DIN EN 12831-1 und DIN/TS 12831-1
Bezug raumweise, für den Auslegungspunkt bei sehr niedriger Außentemperatur
KfW-458-Pflicht Ja, Technische Mindestanforderungen Nr. 3.1
Mindest-Jahresarbeitszahl 3,0 (Nachweis nach VDI 4650 Blatt 1)
Wer bestätigt Fachunternehmer oder Energieeffizienz-Experte in der BzA

Die Heizlastberechnung ist für die KfW 458 keine Kür, sondern Teil der Technischen Mindestanforderungen. Sie verhindert, dass die Wärmepumpe nach der Leistung des alten Kessels gekauft wird. Wie häufig Anlagen trotzdem zu groß geraten, zeigt der Fraunhofer-Feldtest im Bestand: Viele der gemessenen Wärmepumpen waren auf den Verbrauch bezogen überdimensioniert.

Wie wird die Heizlast berechnet?

Gerechnet wird raumweise nach DIN EN 12831-1 und DIN/TS 12831-1.[02] Die Technischen FAQ zur BEG erlauben dabei Vereinfachungen: Bauteilflächen zählen nur, wenn im Auslegungsfall mehr als 4 Kelvin Temperaturdifferenz zum Nachbarbereich bestehen, und U-Werte von Bestandsbauteilen dürfen nach Typologie angesetzt werden. Geometrische Vereinfachungen wie die Bauteilflächenermittlung über die Raumfläche sind dagegen nicht zulässig.[02] Welche Heizlast ein konkretes Haus hat, hängt von Dämmstand, Fenstern, Lüftung und Standort ab — Pauschalwerte je Quadratmeter ersetzen die Berechnung nicht.

Ist die Heizlastberechnung für KfW 458 Pflicht?

Ja. Nach Nummer 3.1 der Technischen Mindestanforderungen zur BEG-EM-Richtlinie ist die Anlage anhand einer raumweisen Heizlastermittlung nach DIN EN 12831 zu dimensionieren.[01] Die Technischen FAQ konkretisieren das auf DIN EN 12831-1 und DIN/TS 12831-1; die raumweise Berechnung aus dem hydraulischen Abgleich nach Verfahren B darf für die Gebäudeheizlast mitgenutzt werden.[02] Wer einfach die Leistung des alten Kessels übernimmt, erfüllt die Anforderung nicht. In der Bestätigung zum Antrag (BzA) bestätigt der Fachunternehmer oder ein Energieeffizienz-Experte, dass die Technischen Mindestanforderungen eingehalten werden.[04]

Warum ist eine überdimensionierte Wärmepumpe ein Problem?

Die Richtlinie begründet die Pflicht selbst: Die Heizlastermittlung soll über- oder unterdimensionierte Anlagen vermeiden.[01] Dass das in der Praxis nötig ist, zeigt der Feldtest „WP-QS im Bestand“ des Fraunhofer ISE: Viele der 77 gemessenen Wärmepumpen waren auf den Verbrauch bezogen überdimensioniert, bei einigen lagen die Schalthäufigkeiten im sehr hohen Bereich.[03] Für die Förderung zählt außerdem die Effizienz: Die Anlage muss so ausgelegt sein, dass sie eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 erreicht, nachgewiesen nach VDI 4650 Blatt 1.[01]

Was die BEG bei der Heizlast verlangt

  • →Raumweise Heizlastermittlung nach DIN EN 12831 (Technische Mindestanforderungen Nr. 3.1)
  • →Rechengrundlage DIN EN 12831-1 und DIN/TS 12831-1 (Technische FAQ)
  • →Erlaubt: U-Werte nach Typologie, Bauteile erst ab 4 K Temperaturdifferenz
  • →Nicht erlaubt: Bauteilflächen über die Raumfläche ermitteln
  • →Die Berechnung aus dem hydraulischen Abgleich nach Verfahren B darf mitgenutzt werden

Häufige Fragen

Reicht es, die alte Kessel-Leistung zu übernehmen?
Nein. Die Technischen Mindestanforderungen verlangen eine raumweise Heizlastermittlung nach DIN EN 12831; die Leistung des alten Kessels ersetzt sie nicht. Fehlt die Berechnung, ist eine Fördervoraussetzung nicht erfüllt — die KfW behält sich Prüfungs- und Rückforderungsrechte vor.
Wer darf die Heizlastberechnung durchführen?
Für KfW 458 bestätigt entweder ein Energieeffizienz-Experte aus der Liste auf energie-effizienz-experten.de oder der ausführende Fachunternehmer in der Bestätigung zum Antrag (BzA), dass die Technischen Mindestanforderungen eingehalten sind — dazu gehört die Auslegung nach Heizlast. Einen Energieberater eigens zu beauftragen, verlangt KfW 458 nicht.
Was passiert, wenn die Heizlast falsch ist?
Eine zu groß ausgelegte Anlage taktet häufiger; der Fraunhofer-Feldtest im Bestand fand bei einigen Anlagen sehr hohe Schalthäufigkeiten. Bei zu knapper Auslegung übernimmt der Heizstab einen größeren Teil; die Technischen FAQ verlangen, ihn bei der Berechnung der Jahresarbeitszahl abhängig von Heizlast und Bivalenzpunkt zu berücksichtigen. Die KfW kann die Nachweise jederzeit prüfen und vor Ort kontrollieren.
Transparenz

Unsere Quellen

  1. [01]
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  5. [05]

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