Wärmepumpen-Stromtarif — wann lohnt sich der separate Zähler?
Beim Strom für die Wärmepumpe gibt es einen gesetzlichen Hebel: Wärmepumpen gelten nach § 14a EnWG als steuerbare Verbrauchseinrichtungen, und wer die netzorientierte Steuerung zulässt, bekommt ein reduziertes Netzentgelt.[01] Mit einem separaten Zähler kann der Betreiber das Modul 2 wählen: Dann sinkt der Netzentgelt-Arbeitspreis für den Wärmepumpenstrom auf 40 %.[02] Ob sich der Zweitzähler lohnt, hängt vom örtlichen Netzentgelt und den Zählerkosten ab.
Auf einen Blick
| Aspekt | Wert / Hinweis |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 14a EnWG, Festlegungen BK6-22-300 und BK8-22/010-A |
| Separater Zähler Pflicht? | Nein (seit 01.01.2024), nur für Modul 2 nötig |
| Mindestleistung beim Dimmen | 4,2 kW (über 11 kW: 0,4 × Anschlussleistung) |
| Wann gedimmt werden darf | bei Gefährdung des Netzes; präventiv übergangsweise bis zu 2 h täglich |
| KfW 458 | iMSys-Bestellpflicht für Anträge ab 21.07.2026 |
Der planbare Hebel beim Wärmepumpenstrom ist das reduzierte Netzentgelt nach § 14a EnWG. Ein separater Zähler ist nur für Modul 2 nötig und lohnt sich, wenn die Ersparnis beim Netzentgelt die Zählerkosten übersteigt. Gedimmt werden darf nur bei drohender Netzüberlastung, mit mindestens 4,2 kW Restleistung.
Wie funktioniert die Netzentgelt-Reduzierung nach § 14a EnWG?
Die Bundesnetzagentur hat dafür drei Module festgelegt (Az. BK8-22/010-A); die Tabelle zeigt die Unterschiede.[02] Gemeint ist das Netzentgelt, nicht der Arbeitspreis des Stromliefervertrags. Abgerechnet wird die Reduzierung zwischen Netzbetreiber und Lieferant; gibt ein Lieferant sie nicht weiter, nennt die Bundesnetzagentur einen Lieferantenwechsel als Möglichkeit.[02]
| Modul | Was reduziert wird | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Modul 1 | pauschale Reduzierung je Marktlokation, Höhe je Netzgebiet | kein separater Zähler nötig |
| Modul 2 | Netzentgelt-Arbeitspreis auf 40 %, kein Netzentgelt-Grundpreis am separaten Zähler | separater Zähler |
| Modul 3 | zeitvariables Netzentgelt mit drei Preisstufen | nur zusammen mit Modul 1 |
Wann lohnt sich der separate Zähler?
Ein separater Zähler ist seit dem 1. Januar 2024 keine allgemeine Pflicht mehr: Die Wärmepumpe kann auch am Hauszähler hängen, der übrige Haushaltsstrom ist von einer Steuerung trotzdem nicht betroffen.[03] Gebraucht wird der Zweitzähler nur für Modul 2. Er lohnt sich, wenn die Ersparnis beim Netzentgelt die zusätzlichen Kosten für Zähler und Messstellenbetrieb übersteigt — je höher der Wärmepumpen-Stromverbrauch, desto eher. Die Bundesnetzagentur nennt Modul 2 eine Variante, die sich besonders für Wärmepumpen eignen kann.[02]
Was bedeutet die Steuerung nach § 14a EnWG für die Wärmepumpe?
Für Wärmepumpen mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung, die nach dem 31.12.2023 in Betrieb gegangen sind, ist die Teilnahme Pflicht.[04] Der Netzbetreiber darf den Strombezug nur bei einer Gefährdung oder Störung seines Netzes und nur im notwendigen Umfang reduzieren; eine Mindestleistung von 4,2 kW bleibt erhalten. Bei Direktansteuerung einer Wärmepumpe mit mehr als 11 kW Anschlussleistung beträgt die Mindestleistung das 0,4-Fache der Anschlussleistung.[04] Eine Stundenobergrenze gibt es nur in der Übergangsregel: Fehlen dem Netzbetreiber die Voraussetzungen für die reguläre Steuerung, darf er längstens bis 31.12.2028 und je Netzbereich höchstens 24 Monate lang präventiv steuern, dann bis zu zwei Stunden täglich.[04]
Was verlangt die KfW 458 beim Stromanschluss?
Für Förderanträge ab dem 21.07.2026 gilt eine iMSys-Bestellpflicht: Nach Inbetriebnahme der Wärmepumpe muss der Antragsteller ein intelligentes Messsystem samt Steuerungseinrichtung beim grundzuständigen oder einem wettbewerblichen Messstellenbetreiber beantragen, sofern der Anschluss noch keines hat.[05] Wärmepumpen ohne Teilnahmepflicht nach § 14a brauchen nur das Messsystem ohne Steuerungseinrichtung; ein einmaliges Einbauentgelt des Messstellenbetreibers ist förderfähig.[06] Neu eingebaute Wärmepumpen müssen außerdem eine digitale Schnittstelle für die netzorientierte Steuerung haben.[05]
Häufige Fragen
Wer baut den Zähler ein?
Lohnt sich ein Wärmepumpen-Tarif auch mit eigener PV-Anlage?
Was bedeutet die § 14a-Steuerung im Alltag?
Unsere Quellen
- [01]§ 14a EnWG — Netzorientierte Steuerung von steuerbaren Verbrauchseinrichtungengesetze-im-internet.deFachartikel
- [02]Bundesnetzagentur — Reduzierung des Netzentgelts für steuerbare Verbrauchseinrichtungenbundesnetzagentur.deFachartikel
- [03]Bundesnetzagentur — Integration von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen (Verbraucherinformation)bundesnetzagentur.deFachartikel
- [04]Bundesnetzagentur — Festlegung BK6-22-300, Anlage 1 zum Beschluss vom 27.11.2023 (PDF)bundesnetzagentur.deFachartikel
- [05]Förderrichtlinie BEG EM vom 17.08.2026 mit Technischen Mindestanforderungen (BAnz AT 27.08.2026 B1)bundesanzeiger.deFachartikel
- [06]
- [07]Fraunhofer ISE — Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich (Pressemitteilung 03.11.2025, PDF)ise.fraunhofer.deFachartikel
Wie wir Quellen auswählen, gegeneinander abwägen und Angaben vor der Veröffentlichung gegen das Original prüfen, steht in unserer Methodik.
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