Einspeisevergütung oder Eigenverbrauch — die Rechenlogik
Jede Kilowattstunde, die du selbst verbrauchst, ersetzt Netzstrom für rund 35 ct — jede eingespeiste bringt bei Anlagen bis 10 kWp 7,78 ct (Teileinspeisung) bzw. 12,34 ct (Volleinspeisung). Weil der Eigenverbrauchswert die Vergütung um ein Mehrfaches übersteigt, gewinnt im Einfamilienhaus fast immer die Teileinspeisung mit maximiertem Eigenverbrauch.
Auf einen Blick
| Aspekt | Wert / Hinweis |
|---|---|
| Teileinspeisung (≤ 10 kWp) | 7,78 ct/kWh |
| Volleinspeisung (≤ 10 kWp) | 12,34 ct/kWh |
| Wert Eigenverbrauchs-kWh | ~35 ct (ersetzter Netzstrom) |
| Garantie | 20 Jahre ab Inbetriebnahme |
| Degression | ab Aug 2026 halbjährlich ~1 % |
Teileinspeisung mit maximiertem Eigenverbrauch ist der Standard-Gewinner im bewohnten Einfamilienhaus — die Volleinspeisung bleibt der Spezialfall für Dächer ohne dahinterliegenden Verbrauch. Wichtig: Die Betriebsart wird dem Netzbetreiber vor Inbetriebnahme gemeldet und gilt dann fürs Kalenderjahr.
Wie unterscheiden sich Teileinspeisung und Volleinspeisung?
Das EEG kennt zwei Betriebsarten: Bei der Teileinspeisung verbrauchst du Solarstrom zuerst selbst und speist nur den Überschuss ein — vergütet mit 7,78 ct/kWh für Anlagen bis 10 kWp (ab Februar 2026). Die Volleinspeisung gibt den gesamten Ertrag ins Netz und bekommt dafür 12,34 ct/kWh — verlangt aber, dass du weiter deinen kompletten Haushaltsstrom zukaufst.[01][02] Beide Sätze sind ab Inbetriebnahme 20 Jahre garantiert; die Höhe für Neuanlagen sinkt ab August 2026 wieder halbjährlich um rund 1 %.
| Kriterium | Teileinspeisung | Volleinspeisung |
|---|---|---|
| Vergütung (≤ 10 kWp, ab Feb 2026) | 7,78 ct/kWh für Überschuss | 12,34 ct/kWh für alles |
| Eigenverbrauch möglich? | ja — Kern des Modells | nein |
| Wert der Eigenverbrauchs-kWh | ersetzt ~35 ct Netzstrom | — |
| Garantie-Dauer | 20 Jahre ab Inbetriebnahme | 20 Jahre ab Inbetriebnahme |
| Typischer Gewinner | EFH mit Tagesverbrauch/Speicher | Scheunen-/Volldächer ohne Verbrauch |
Warum schlägt Eigenverbrauch die Vergütung fast immer?
Die Rechnung ist unspektakulär, aber eindeutig: Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde spart den Haushaltsstrompreis von rund 35 ct — mehr als das Vierfache der Teileinspeise-Vergütung. Schon bei einem Eigenverbrauchsanteil von 30 % (typisch ohne Speicher) stammt der Großteil des finanziellen Ertrags aus der Ersparnis, nicht aus der Einspeisung.[03] Die Volleinspeisung holt das nur ein, wenn praktisch kein Eigenverbrauch möglich ist — etwa beim voll belegten Dach eines unbewohnten Nebengebäudes.
Wie treibe ich den Eigenverbrauchsanteil nach oben?
Drei Hebel wirken in dieser Reihenfolge: Verbrauch in die Sonnenstunden legen (Waschmaschine, Spülmaschine, E-Auto-Laden per Timer), Speicher nachrüsten und die Anlage nicht absurd überdimensionieren. Die HTW-Berlin-Daten zeigen die Speicher-Wirkung deutlich: ohne Speicher rund 30 % Eigenverbrauch, mit 5 kWh etwa 55 %, mit 10 kWh rund 70 %.[03] Wie sich das in Euro übersetzt, rechnet der ROI-Rechner auf der PV-Hub-Seite für deine PLZ durch.
- Lastverschiebung zuerst: Großverbraucher per Zeitschaltung in die Mittagsstunden — kostet nichts, bringt 5–15 Prozentpunkte.
- Speichergröße am Verbrauch ausrichten: Faustgröße 1 kWh Speicher je 1.000 kWh Jahresverbrauch — größer bringt schnell abnehmenden Mehrwert.
- Anlage aufs Dach, nicht auf den Verbrauch deckeln: Volle Dachbelegung lohnt trotzdem — der Überschuss wird ja vergütet, und manche Stadt-Programme (z. B. Freiburg) fördern ausdrücklich die Vollbelegung.
Häufige Fragen
Kann ich zwischen Voll- und Teileinspeisung wechseln?
Gelten die Sätze auch für größere Anlagen?
Lohnt PV trotz sinkender Vergütung noch?
Unsere Quellen
- [01]§ 48 EEG — Solare Strahlungsenergie (Vergütungssätze)gesetze-im-internet.deFachartikel
- [02]Bundesnetzagentur — EEG-Fördersätze und Ausschreibungenbundesnetzagentur.deFachartikel
- [03]HTW Berlin — Stromspeicher-Inspektion (Eigenverbrauchs-Kennzahlen)solar.htw-berlin.deFachartikel
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