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Vergütung · EEG

Einspeisevergütung oder Eigenverbrauch — die Rechenlogik

Jede Kilowattstunde, die du selbst verbrauchst, ersetzt Netzstrom für rund 38 ct (Durchschnitt privater Haushalte im 1. Halbjahr 2026) — jede eingespeiste bringt bei Anlagen bis 10 kWp mit Inbetriebnahme bis Ende 2026 7,70 ct (Teileinspeisung) bzw. 12,22 ct (Volleinspeisung). Weil der Eigenverbrauchswert die Vergütung um ein Mehrfaches übersteigt, gewinnt im Einfamilienhaus fast immer die Teileinspeisung mit maximiertem Eigenverbrauch.

Auf einen Blick

Aspekt Wert / Hinweis
Teileinspeisung (≤ 10 kWp) 7,70 ct/kWh
Volleinspeisung (≤ 10 kWp) 12,22 ct/kWh
Wert Eigenverbrauchs-kWh ~38 ct (Haushaltsstrompreis 1. Halbjahr 2026)
Garantie 20 Jahre ab Inbetriebnahme
Degression halbjährlich ~1 %, zuletzt zum 1.8.2026

Teileinspeisung mit maximiertem Eigenverbrauch ist der Standard-Gewinner im bewohnten Einfamilienhaus — die Volleinspeisung bleibt der Spezialfall für Dächer ohne dahinterliegenden Verbrauch. Wichtig: Die Betriebsart wird dem Netzbetreiber vor Inbetriebnahme gemeldet und gilt dann fürs Kalenderjahr.

Wie unterscheiden sich Teileinspeisung und Volleinspeisung?

Das EEG kennt zwei Betriebsarten: Bei der Teileinspeisung verbrauchst du Solarstrom zuerst selbst und speist nur den Überschuss ein — vergütet mit 7,70 ct/kWh für Anlagen bis 10 kWp (Inbetriebnahme ab August 2026). Die Volleinspeisung gibt den gesamten Ertrag ins Netz und bekommt dafür 12,22 ct/kWh — verlangt aber, dass du weiter deinen kompletten Haushaltsstrom zukaufst.[01][02] Beide Sätze sind ab Inbetriebnahme 20 Jahre garantiert; für Neuanlagen sank die Höhe zum 1. August 2026 planmäßig um rund 1 % (vorher 7,78 bzw. 12,34 ct).[02] Für Inbetriebnahmen ab 2027 steht der Satz noch nicht fest: Die Bundesnetzagentur stützt ihre Veröffentlichung auf das EEG 2023, das bis zum 31. Dezember 2026 anwendbar ist; eine Nachfolgeregelung ist im parlamentarischen Verfahren.[02]

KriteriumTeileinspeisungVolleinspeisung
Vergütung (≤ 10 kWp, ab Aug 2026)7,70 ct/kWh für Überschuss12,22 ct/kWh für alles
Eigenverbrauch möglich?ja — Kern des Modellsnein
Wert der Eigenverbrauchs-kWhersetzt ~38 ct Netzstrom—
Garantie-Dauer20 Jahre ab Inbetriebnahme20 Jahre ab Inbetriebnahme
Typischer GewinnerEFH mit Tagesverbrauch/SpeicherScheunen-/Volldächer ohne Verbrauch
EEG-Betriebsarten im Vergleich — Sätze laut Bundesnetzagentur (§§ 48, 49 und 53 EEG 2023) für Inbetriebnahmen vom 1. August bis 31. Dezember 2026.

Warum schlägt Eigenverbrauch die Vergütung fast immer?

Die Rechnung ist unspektakulär, aber eindeutig: Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde spart den Haushaltsstrompreis, im 1. Halbjahr 2026 im Durchschnitt rund 38 ct[04] — mehr als das Vierfache der Teileinspeise-Vergütung. Schon bei einem Eigenverbrauchsanteil von 30 % stammt deshalb der Großteil des finanziellen Ertrags aus der Ersparnis, nicht aus der Einspeisung. Die Volleinspeisung holt das nur ein, wenn praktisch kein Eigenverbrauch möglich ist — etwa beim voll belegten Dach eines unbewohnten Nebengebäudes.

Wie treibe ich den Eigenverbrauchsanteil nach oben?

Drei Hebel wirken in dieser Reihenfolge: Verbrauch in die Sonnenstunden legen (Waschmaschine, Spülmaschine, E-Auto-Laden per Timer), Speicher nachrüsten und die Anlage nicht absurd überdimensionieren. Die HTW Berlin hat Betriebsdaten von mehr als 100 Eigenheimen mit PV-Speichersystem ausgewertet: Die PV-Anlage senkte den Netzbezug im Mittel um rund 2.000 kWh im Jahr, der Speicher halbierte ihn noch einmal auf durchschnittlich 1.500 kWh.[03] Wie sich das in Euro übersetzt, rechnet der ROI-Rechner in unserer Photovoltaik-Förder-Übersicht mit einem typischen Sonnenertrag für dein Bundesland durch.

  1. Lastverschiebung zuerst: Großverbraucher per Zeitschaltung in die Mittagsstunden — kostet nichts und hebt den Eigenverbrauch direkt.
  2. Speichergröße am Verbrauch ausrichten: Die HTW Berlin empfiehlt höchstens 1,5 kWh nutzbare Speicherkapazität je 1.000 kWh Jahresstromverbrauch und je kW PV-Leistung — größere Speicher steigern den Autarkiegrad nur noch wenig.[05]
  3. Anlage aufs Dach, nicht auf den Verbrauch deckeln: Volle Dachbelegung lohnt trotzdem — der Überschuss wird ja vergütet, und manche Stadt-Programme (z. B. Freiburg) fördern ausdrücklich die Vollbelegung.

Häufige Fragen

Kann ich zwischen Voll- und Teileinspeisung wechseln?
Ja — der Wechsel ist zum Jahreswechsel möglich, per Meldung an den Netzbetreiber vor dem 1. Dezember des Vorjahres. Wer z. B. erst später eine Wärmepumpe oder ein E-Auto anschafft, kann von Voll- auf Teileinspeisung umstellen.
Gelten die Sätze auch für größere Anlagen?
Die genannten 7,70 / 12,22 ct gelten für den Anlagenteil bis 10 kWp. Für die Leistung darüber greifen niedrigere Stufen-Sätze nach § 48 EEG — bei typischen EFH-Anlagen (6–12 kWp) dominiert aber der 10-kWp-Satz.
Lohnt PV trotz sinkender Vergütung noch?
Die Wirtschaftlichkeit hängt heute am Eigenverbrauch, nicht an der Einspeisung: Selbst wenn die Vergütung weiter halbjährlich um ~1 % sinkt, bleibt der Spread zwischen ~38 ct Netzstrom und den Gestehungskosten einer Dachanlage der eigentliche Renditetreiber.
Transparenz

Unsere Quellen

  1. [01]
  2. [02]
  3. [03]
  4. [04]
  5. [05]

Wie wir Quellen auswählen, gegeneinander abwägen und Angaben vor der Veröffentlichung gegen das Original prüfen, steht in unserer Methodik.

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