PV aufs Dach 2026 — fünf Säulen für die Wirtschaftlichkeit.
Einen direkten Zuschuss des Bundes für private Photovoltaik gibt es derzeit nicht — dafür senken fünf andere Hebel die Kosten oder bringen laufende Einnahmen: 0 % Mehrwertsteuer, EEG-Einspeisevergütung über 20 Jahre, Einkommensteuer-Befreiung, ein KfW-Kredit und Zuschüsse einzelner Städte und Landkreise.
| Baustein | Wert | Grundlage |
|---|---|---|
| MwSt beim Kauf | 0 % | Auf Anlagen an Wohngebäuden inkl. Speicher und Installation; bis 30 kWp gelten die Voraussetzungen als erfüllt (§ 12 Abs. 3 UStG) |
| Einspeisevergütung | 7,70 ct | pro kWh · Teil-Einspeisung bis 10 kWp · Inbetriebnahme Aug.–Dez. 2026 · 20 Jahre |
| ESt-Befreiung | ≤ 30 kWp | je Wohn- oder Gewerbeeinheit, höchstens 100 kWp je Steuerpflichtigem: keine Einkommensteuer (§ 3 Nr. 72 EStG) |
| Kommunal | je Ort | Zuschüsse einzelner Städte und Landkreise zusätzlich |
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So haben wir gerechnetaufklappen
Stromertrag: PVGIS-Jahresertrag (Joint Research Centre der EU, Datenbank PVGIS-SARAH3) für die jeweilige Landeshauptstadt bei 35° Süd-Ausrichtung und 14 % Systemverlusten. Am eigenen Standort, bei anderer Ausrichtung oder Verschattung weicht der Ertrag ab.
Eigenverbrauchsanteil: aus den Simulationsergebnissen des Unabhängigkeitsrechners der HTW Berlin, abhängig von Anlagengröße, Jahresverbrauch und Speicher. Die HTW hat dafür ein Einfamilienhaus ohne Wärmepumpe und E-Auto mit 35° Süddach ein Jahr lang minütlich simuliert; mit Wärmepumpe, E-Auto oder anderem Tagesablauf weicht der Anteil ab. Bei Volleinspeisung 0 %. Per Slider überschreibbar.
EEG-Vergütung: Inbetriebnahme 1. August bis 31. Dezember 2026, Anlage auf einem Gebäude: 7,70 ct/kWh Teileinspeisung bzw. 12,22 ct/kWh Volleinspeisung für den Leistungsanteil bis 10 kWp, 6,66 bzw. 10,24 ct/kWh für den Anteil darüber (Bundesnetzagentur, §§ 48, 49, 53 EEG). Gezahlt wird 20 Jahre lang (§ 25 EEG). Nicht modelliert: Bei neuen Anlagen entfällt die Vergütung in Zeiten negativer Börsenstrompreise, sobald ein intelligentes Messsystem eingebaut ist (§ 51 EEG); bis zu dessen Einbau dürfen Anlagen unter 25 kW mit Einspeisevergütung höchstens 60 % ihrer Leistung einspeisen (§ 9 Abs. 2 EEG). Das EEG 2023 ist laut Bundesnetzagentur bis 31. Dezember 2026 anwendbar; die Regelung für spätere Inbetriebnahmen ist in parlamentarischer Beratung.
Investitionskosten: Ohne eigenes Angebot rechnet der Rechner mit den Durchschnittspreisen je Größenklasse, die die Verbraucherzentrale aus 71 Angeboten für PV-Anlagen und 70 Angeboten für Batteriespeicher (Januar 2025 bis August 2026, gesichtet von der Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW) ermittelt hat: von 2.090 €/kWp bei 4 bis 6 kWp bis 1.010 €/kWp über 16 kWp (PV ohne Speicher) und von 510 €/kWh bei 4 bis 6 kWh bis 360 €/kWh bei über 12 bis 16 kWh Speicher (Verbraucherzentrale, „Was kostet eine Photovoltaikanlage?“). Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass ihre Tabelle keine Orientierungshilfe für aktuelle Anlagenpreise ist und die Preise innerhalb jeder Größenklasse breit streuen; an den Klassengrenzen springt der Durchschnittspreis. Trag für ein belastbares Ergebnis dein Angebot ein. Liefert und installiert der Fachbetrieb die Anlage auf einem Wohngebäude, fällt 0 % Umsatzsteuer an (§ 12 Abs. 3 UStG).
20-Jahres-ROI: Jährliche Ersparnis × 20 Jahre minus Investition — entspricht der EEG-Zahlungsdauer. Eigenverbrauchs-Ersparnis hängt am Strompreis (Slider), Einspeise-Einnahmen am festen EEG-Satz. Nicht modelliert sind Strompreisänderungen, Betriebs- und Wartungskosten, Versicherung und die Alterung der Module.
KfW 270: Annuität mit 4,58 % effektivem Jahreszins und 10 Jahren Laufzeit ohne tilgungsfreie Anlaufjahre — das ist die günstigste Preisklasse für PV-Aufdachanlagen im KfW-Konditionenanzeiger (Zinssätze gültig ab 22. Oktober 2026). Der tatsächliche Zins hängt von Bonität, Laufzeit und Zinsbindung ab. Beantragt wird über die Hausbank, nicht direkt bei der KfW.
Plausibilitätsrechnung — verbindlich sind Angebote vor Ort und die Kreditzusage. Wenn du präzisere PVGIS-Werte für deinen exakten Standort brauchst, schick uns eine Mail.
Wie baut sich die Förderung zusammen?
- 1. Nullsteuersatz (§ 12 Abs. 3 UStG): Lieferung und Installation von Modulen, Wechselrichter und Speicher an den Betreiber werden mit 0 % Umsatzsteuer berechnet, wenn die Anlage an einem Wohngebäude installiert wird; bis 30 kWp gelten die Voraussetzungen als erfüllt. Auf netto 18.000 € fallen damit keine 3.420 € Umsatzsteuer an. Ein Antrag ist nicht nötig.
- 2. EEG-Einspeisevergütung: Für ins Netz eingespeisten Strom zahlt der Netzbetreiber 20 Jahre lang einen festen Satz: 7,70 ct/kWh (Teil-Einspeisung) oder 12,22 ct/kWh (Voll-Einspeisung) für den Leistungsanteil bis 10 kWp bei Inbetriebnahme von August bis Dezember 2026. Bei neuen Anlagen entfällt die Vergütung in Zeiten negativer Börsenstrompreise, sobald ein intelligentes Messsystem eingebaut ist (§ 51 EEG). Eigenverbrauch wird nicht vergütet, ersetzt aber Netzstrom, der private Haushalte im 1. Halbjahr 2026 im Schnitt 37,97 ct/kWh kostete (Statistisches Bundesamt).
- 3. ESt-Befreiung (§ 3 Nr. 72 EStG): Einnahmen und Entnahmen aus dem Anlagen-Betrieb sind einkommensteuerfrei — bis 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit, höchstens 100 kWp pro Steuerpflichtigem (für Anlagen seit 2025). Wer nur steuerfreie Einnahmen erzielt, muss keinen Gewinn ermitteln; eine reine Gebäude-Solaranlage bis 30 kW ist zudem von der Gewerbesteuer befreit (§ 3 Nr. 32 GewStG).
- 4. KfW 270 Förderkredit: Kredit über die Hausbank für bis zu 100 % der Investitionskosten. Mit EEG-Einspeisevergütung gibt es ihn nur ohne staatliche Beihilfe, also nicht zinsverbilligt; der Zins hängt von Bonität, Laufzeit und Zinsbindung ab. Sinnvoll, wenn Eigenkapital geschont werden soll und andere Kredite teurer wären.
- 5. Kommunale Zuschüsse: Manche Städte und Landkreise zahlen zusätzlich — je kWp, pauschal oder als Anteil der Kosten. Stark regional unterschiedlich. Bei deiner Stadt-/Gemeindewebsite unter "Klimaschutz" oder "Energieförderung" suchen.
Welche Förderkredite gibt es für Privat-Eigentümer?
KfW 270 — Erneuerbare Energien Standard
Bundesweiter Förderkredit für PV-Dachanlagen, Batteriespeicher und weitere Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie. Beantragt über die Hausbank.
Details auf BundesBonusL-Bank Wohnen mit Zukunft: Photovoltaik (BW)
Zinsgünstiges Förderdarlehen der L-Bank für PV-Anlagen und Batteriespeicher an Wohnhäusern in Baden-Württemberg mit höchstens drei Wohneinheiten, von denen der Antragsteller eine selbst nutzt. Kombinierbar mit der EEG-Einspeisevergütung.
Offizielle QuelleWelche Städte zahlen 2026 einen PV-Zuschuss?
Diese Städte haben ein eigenes PV-Programm. Ob es sich mit KfW 270 und der EEG-Einspeisevergütung kombinieren lässt und wann der Antrag zu stellen ist, regelt jede Richtlinie einzeln — vor dem Auftrag an den Installateur nachlesen.
Stuttgart — Solaroffensive
Zuschuss auf begleitende Maßnahmen (Gerüst, Statik, Elektrik, Blitzschutz) — max. 50 % der förderfähigen Kosten, Cap 30.000 €. Höchstfördersatz 300 €/kWp Dach, 400 €/kWp Fassade/Gründach. PV-Module selbst nicht förderfähig. Speicher 100 €/kWh (max. 1,0 kWh/kWp PV, Cap 15.000 €). +10 % bei FamilienCard/Wohngeld. Richtlinie gültig ab 1. Mai 2026.
Details auf BundesBonusBerlin — SolarPLUS (IBB)
Modul S (EFH/ZFH/RH): Pauschalen für Zählerschrank, PV mit Speicher und denkmalgerechte PV. Modul L (MFH/Gewerbe): anteilige Förderung u. a. für Speicher, Fassaden- und Gründach-PV. Richtlinie gilt seit 8. Januar 2026 und tritt zum 31.12.2026 außer Kraft.
Details auf BundesBonusFrankfurt — Klimabonus
Cap 50.000 € pro Fördersäule und Gebäude. Speicher ebenfalls 20 %, nur zusammen mit neuer PV. Auch für Vereine, Eigentümergemeinschaften und Unternehmen mit Frankfurter Grundstücken. Programmvolumen: 21 Mio. €.
Details auf BundesBonusGeschlossene oder ausgesetzte Programme: Köln (Budget für Neuanträge 2026 ausgeschöpft), Bonn „Solares Bonn“ (Mittel 2026 ausgeschöpft), Düsseldorf „Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten“ (wird überarbeitet, derzeit keine neuen Anträge), München FKG-Solar-Modul (seit 18.12.2024 für neue Anträge geschlossen), Hannover proKlima (Antragsfrist 2026 am 31. Oktober 2026 abgelaufen, eine Richtlinie 2027 ist noch nicht veröffentlicht), Hamburg IFB (nur Solar-Gründach-Unterkonstruktion). Dort bleibt unter den Bundesprogrammen KfW 270 als Förderkredit.
Service · Anbieter-Vergleich
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Strom-Tarife vergleichenService · Wohngebäudeversicherung
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Solaranlage mitversichern: den Wohngebäude-Tarif prüfen
Eine Versicherungspflicht für Solaranlagen gibt es nicht; absichern solltest du die Anlage laut Verbraucherzentrale trotzdem, meist geht das für einen kleinen Aufpreis über die Wohngebäudeversicherung. Melde die geplante Installation schon vor Arbeitsbeginn, weil manche Versicherer die Anlage als anzeigepflichtige Gefahrerhöhung ansehen. Muss der Vertrag ohnehin angepasst werden, kannst du bei der Gelegenheit andere Tarife vergleichen.
Wohngebäude-Tarife vergleichenDann ist Balkonkraftwerk dein Einstieg
Mieter und Eigentümer in Mehrfamilienhäusern können mit einem Steckersolargerät (Wechselrichterleistung bis 800 Voltampere) einsteigen: Beim Netzbetreiber ist keine zusätzliche Meldung nötig, nur die Registrierung im Marktstammdatenregister (§ 8 Abs. 5a EEG). Manche Städte zahlen einen Zuschuss. Auch hier gilt der Nullsteuersatz von 0 % Umsatzsteuer.
Zur Balkonkraftwerk-FörderungWorauf ist vor dem Kauf zu achten?
- 1. Eigenverbrauch maximieren: Eingespeister Strom bringt bei Inbetriebnahme bis Ende 2026 höchstens 7,70 ct/kWh (Teil-Einspeisung), selbst verbrauchter Strom ersetzt Netzstrom, der private Haushalte im 1. Halbjahr 2026 im Schnitt 37,97 ct/kWh kostete (Statistisches Bundesamt). Wer tagsüber zuhause ist oder Verbraucher wie Wärmepumpe oder Wallbox in die Sonnenstunden legt, nutzt mehr Solarstrom selbst. Was ein Speicher am Eigenverbrauch ändert, zeigt der Rechner oben.
- 2. Anlagengröße sinnvoll dimensionieren: Je kWp liefert eine Anlage mit 35° Süd-Ausrichtung laut PVGIS in den Landeshauptstädten rund 980 bis 1.140 kWh im Jahr. Den eigenen Jahresverbrauch zeigt die Stromabrechnung; Wärmepumpe und E-Auto erhöhen ihn.
- 3. Marktstammdatenregister-Anmeldung: Innerhalb von einem Monat nach Inbetriebnahme bei der Bundesnetzagentur registrieren — das ist Pflicht, und vorher zahlt der Netzbetreiber keine Vergütung aus. Beim Netzbetreiber wird die Anlage schon vor dem Anschluss angemeldet; das übernimmt in der Regel der Installateur.
- 4. Kommunale Programme prüfen vor Vertragsabschluss: Manche Stadt-Programme verlangen den Antrag VOR Auftragsvergabe. Wer erst kauft und dann den Antrag stellt, verliert ggf. den Zuschuss. Stadtwerke und Klimaschutz-Stelle der Kommune sind die richtigen Anlaufstellen.
- 5. Umsatzsteuer: Kleinunternehmerregelung prüfen: Trotz § 3 Nr. 72 EStG (Befreiung Einkommensteuer) ist der Betreiber mit der Einspeisung Unternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetzes. Lag der Gesamtumsatz im Vorjahr bei höchstens 25.000 € und bleibt er im laufenden Jahr bei höchstens 100.000 €, gilt die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG: keine Umsatzsteuer auf den Strom, keine Voranmeldungen und Jahreserklärungen. Wer darauf verzichtet, ist fünf Jahre gebunden.
Häufige Fragen
Gibt es 2026 noch einen direkten Zuschuss vom Bund für PV-Dachanlagen?
Was sind die aktuellen Einspeisevergütungssätze?
Wer profitiert von der Einkommensteuer-Befreiung nach § 3 Nr. 72 EStG?
Wann lohnt sich der KfW-Kredit 270?
Wie finde ich kommunale Zuschuss-Programme?
Was hat es mit dem Nullsteuersatz auf sich?
Noch Detail-Fragen? Der PV-Ratgeber hilft weiter.
Einspeisevergütung vs. Eigenverbrauch, 0 % Mehrwertsteuer, kommunale Zuschüsse, Speicher-Kombination, KfW 270 und die BKW-Abgrenzung — sechs Entscheidungs-Themen vor dem Anlagenkauf, mit Quellen.
Alle Ratgeber-Themen ansehenUnsere Quellen
- [01]KfW 270 — Erneuerbare Energien Standardkfw.dePrimärquelleKfW Bankengruppe
- [02]§ 3 Nr. 72 EStG — Einkommensteuer-Befreiung für PV-Anlagengesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium der Finanzen
- [03]§ 12 Abs. 3 UStG — Nullsteuersatz auf Photovoltaikgesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium der Finanzen
- [04]EEG 2023 — Erneuerbare-Energien-Gesetz mit Einspeisevergütunggesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium für Wirtschaft und Energie
- [05]EEG-Fördersätze für Solaranlagen (Einspeisevergütung nach Inbetriebnahme)bundesnetzagentur.dePrimärquelleBundesnetzagentur
- [06]Strom- und Gaspreise für Haushalte im 1. Halbjahr 2026 gesunken (Pressemitteilung Nr. 345)destatis.deStatistikStatistisches Bundesamt
- [07]Unabhängigkeitsrechner — Eigenverbrauchsanteil und Autarkiegrad von PV-Batteriesystemensolar.htw-berlin.deFachartikelHochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin)
Wie wir Quellen auswählen, gegeneinander abwägen und Angaben vor der Veröffentlichung gegen das Original prüfen, steht in unserer Methodik.
Diese Seite gibt einen Überblick über staatliche Förderungen und Steuervorteile — sie ersetzt keine individuelle Energie- oder Steuerberatung. Verbindlich sind die jeweils aktuellen Konditionen der KfW, des EEG und das Steuerrecht zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme.