Balkonkraftwerk oder PV-Dachanlage — der Entscheidungs-Vergleich
Das Balkonkraftwerk ist der Mieter-Einstieg: bis 800 Watt Wechselrichterleistung, ein paar hundert Euro, vereinfachte Anmeldung — aber ohne EEG-Vergütung für den Überschuss. Die PV-Dachanlage ist die Eigentümer-Lösung: deutlich höhere Investition, dafür Einspeisevergütung, Speicher-Option und Zugriff auf KfW 270 sowie die meisten Stadt-Programme.
Auf einen Blick
| Aspekt | Wert / Hinweis |
|---|---|
| BKW-Grenze | 800 W Wechselrichterleistung |
| BKW-Anmeldung | nur Marktstammdatenregister |
| Dach-Investition | grob 1.400 €/kWp schlüsselfertig |
| Nur Dach | EEG-Vergütung, KfW 270, Speicher-Skala |
| Beide | 0 % USt, kommunale Förderung möglich |
Die Faustregel ist einfach: Eigenes geeignetes Dach plus Investitionsbudget → Dachanlage; fremdes Dach oder schneller Einstieg → Balkonkraftwerk. Wer beides kann, behandelt das BKW als Brücke — nicht als Ersatz für die zehnmal größere Dach-Rechnung.
Worin unterscheiden sich die beiden Systeme grundsätzlich?
Das Balkonkraftwerk (Steckersolar) ist auf 800 Watt Wechselrichterleistung begrenzt, wird selbst montiert und nur im Marktstammdatenregister angemeldet — der erzeugte Strom senkt direkt den eigenen Verbrauch, der Überschuss verschenkt sich unvergütet ins Netz. Die Dachanlage spielt in einer anderen Liga: typisch 6–15 kWp, fachbetrieblich installiert, mit EEG-Vergütung für jede Überschuss-Kilowattstunde[01] und vollem Zugang zu Förderkredit und Stadt-Zuschüssen. Beide profitieren vom 0-%-Umsatzsteuersatz beim Kauf.[02]
| Kriterium | Balkonkraftwerk | PV-Dachanlage |
|---|---|---|
| Leistung | bis 800 W (Wechselrichter) | typisch 6–15 kWp |
| Investition | wenige hundert Euro | grob 1.400 €/kWp schlüsselfertig |
| Montage | Eigenmontage möglich | Fachbetrieb |
| Überschuss-Vergütung | keine | 7,78 ct/kWh (≤ 10 kWp, Teileinspeisung) |
| Zielgruppe | Mieter, Einsteiger | Eigentümer |
| Förderung | kommunale Pauschalen (z. B. Darmstadt 400 €) | Stadt-Zuschüsse + KfW 270 |
Wann ist das Balkonkraftwerk die richtige Wahl?
Immer dann, wenn das Dach nicht dir gehört oder die Investitionsschwelle zählt: Mieter und Wohnungseigentümer bekommen mit zwei Modulen am Balkon einen realen Hebel gegen die Grundlast — Kühlschrank, Router, Standby laufen tagsüber kostenlos. Auch die Förderung passt zur Größe: Städte wie Darmstadt zahlen 400 € Pauschale für Zwei-Modul-Geräte, Potsdam 250 € plus 500 € für den Steckersolar-Speicher.[03][04] Der BKW-Rechner auf unserer Balkonkraftwerk-Seite rechnet den Ertrag für deine PLZ aus.
Wann führt am Dach kein Weg vorbei?
Sobald Wärmepumpe, E-Auto oder Speicher ins Spiel kommen, sprengt der Strombedarf die 800-Watt-Klasse: Ein BKW liefert je nach Lage 600–900 kWh im Jahr, eine 10-kWp-Dachanlage das Zehnfache. Erst die Dachanlage erschließt die EEG-Vergütung, die KfW-270-Finanzierung und die vierstelligen Stadt-Zuschüsse — und nur sie macht aus dem Haus einen nennenswerten Erzeuger statt eines Grundlast-Dämpfers. Eigentümer mit geeignetem Dach starten deshalb sinnvollerweise gleich groß; das BKW bleibt als Sofort-Maßnahme bis zur Installation trotzdem legitim.
Häufige Fragen
Bekommt ein Balkonkraftwerk eine Einspeisevergütung?
Kann ich Balkonkraftwerk und Dachanlage parallel betreiben?
Gilt der 0-%-Steuersatz auch fürs Balkonkraftwerk?
Unsere Quellen
- [01]§ 48 EEG — Solare Strahlungsenergie (Vergütung)gesetze-im-internet.deFachartikel
- [02]§ 12 Abs. 3 UStG — Nullsteuersatz für Photovoltaikanlagengesetze-im-internet.deFachartikel
- [03]Wissenschaftsstadt Darmstadt — Förderprogramme Umwelt/Klimadarmstadt.deFachartikel
- [04]Landeshauptstadt Potsdam — Klimaschutzförderprogrammpotsdam.deFachartikel
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