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Förderung · WPB-Bonus

Worst Performing Building — der Bonus für die schlechtesten Gebäude

Worst Performing Buildings (WPB) sind die energetisch schlechtesten Gebäude des Bestands — bei Wohngebäuden nach BEG-Definition mit einem Endenergiebedarf ab 300 kWh/(m²·a) oder einem Energiebedarfsausweis der Klasse H. Wer ein solches Haus saniert, bekommt Extra-Förderung: Die KfW 261 erhöht den Tilgungszuschuss bei EH 70, 55 und 40 EE um 10 Prozentpunkte, Freiburg zahlt einen kommunalen WPB-Bonus von 2.500 Euro.

Auf einen Blick

Aspekt Wert / Hinweis
WPB-Definition (Bund) Endenergiebedarf ab 300 kWh/(m²·a) oder Bedarfsausweis Klasse H
KfW-261-Bonus +10 Prozentpunkte Tilgungszuschuss (EH 70/55/40 EE)
Freiburg-Bonus 2.500 € (Klasse G/H, Mittel 2026 ausgeschöpft)
Nachweis Bedarfsberechnung oder Bedarfsausweis, höchstens ein Jahr alt
Zeitpunkt Ist-Zustand VOR Sanierungsbeginn dokumentieren

Der WPB-Bonus dreht die Logik des Immobilienmarkts um: Ausgerechnet das Haus mit dem schlechtesten Energiebedarf bringt bei KfW 261 die höchste Förderquote von 40 %. Für Käufer unsanierter Bestandsimmobilien gehört der dokumentierte WPB-Nachweis deshalb vor den ersten Handwerkertermin — er zählt auf den Stufen EH 70, 55 und 40 EE.

Welche Gebäude gelten als Worst Performing Building?

Als WPB gilt ein Wohngebäude, das aufgrund des energetischen Sanierungsstandes seiner Bauteile zu den energetisch schlechtesten des deutschen Bestands gehört. Das Infoblatt zur BEG macht das messbar: ein Jahres-Endenergiebedarf von mindestens 300 kWh/(m²·a) nach DIN V 18599 oder ein gültiger Energiebedarfsausweis der Klasse H. Nur Wohngebäude mit mehr als fünf Wohneinheiten und zentraler Warmwasserbereitung können den Status alternativ über das Baujahr (1957 oder früher) und eine im Wesentlichen unsanierte Hülle nachweisen.[03] Die BEG-EM-Richtlinie nennt als Ziel, die priorisierte Sanierung energetisch besonders ineffizienter Gebäude zu stärken.

Welche Boni gibt es für WPB-Sanierungen?

Bei KfW 261 erhöht der WPB-Bonus den Tilgungszuschuss um 10 Prozentpunkte, wenn das Gebäude auf EH 70 EE, 55 EE oder 40 EE saniert wird — kombinierbar mit der NH-Klasse und dem Seriellen-Sanierungs-Bonus (+15 auf EH 40/55 EE, +5 auf EH 70 EE).[01] Bei den BEG-Einzelmaßnahmen sieht die Richtlinie ab dem ersten Quartal 2027 zusätzlich 5 Prozentpunkte für die Dämmung der Gebäudehülle eines WPB vor, wenn die Maßnahme Teil eines geförderten iSFP ist (höchstens drei Anträge).[04] Kommunal legt Freiburg in „Klimafreundlich Wohnen" einen Effizienz-Bonus von 2.500 € für Worst Performing Buildings der Effizienzklassen G und H obendrauf — Freiburg definiert WPB damit weiter als der Bund und verlangt, dass mindestens das komplette Dach oder die komplette Fassade gedämmt wird. Daneben gibt es Boni für Effizienzhaus 70 (5.000 €) und EH 55/Passivhaus (7.000 €); die Mittel für 2026 sind dort ausgeschöpft.[02][05]

ProgrammWPB-VorteilKombinierbar mit
KfW 261 (Bund)+10 Prozentpunkte Tilgungszuschuss (EH 70/55/40 EE)NH-Klasse, Serielle Sanierung
BEG EM (Bund, ab Q1 2027)+5 Prozentpunkte auf die Dämmung (mit iSFP)Grundförderung 15 %, iSFP-Bonus
Freiburg „Klimafreundlich Wohnen"2.500 € Effizienz-Bonus (Mittel 2026 ausgeschöpft)m²-Dämmsätzen des Programms
Verifizierte WPB-Boni — Bund und Kommune lassen sich stapeln, soweit die Richtlinien es zulassen.

Wie weise ich den WPB-Status nach?

Für die Bundesförderung zählt die Energiebedarfsberechnung nach GEG oder ein gültiger Energiebedarfsausweis der Klasse H; beides darf bei Antragstellung höchstens ein Jahr alt sein und muss den Zustand unmittelbar vor der Sanierung abbilden. Den WPB-Status prüft und bestätigt der Energieeffizienz-Experte vor Sanierungsbeginn; bei BEG-Einzelmaßnahmen dürfen die Werte aus einem höchstens ein Jahr alten iSFP stammen.[03] Nach Abschluss zählt die erreichte Effizienzhaus-Stufe. Wer ein solches Haus kauft, lässt den Ist-Zustand also festhalten, bevor die ersten Gewerke starten. Freiburg erkennt für seinen eigenen Bonus einen Energieausweis der Klasse G oder H an.[02]

Häufige Fragen

Gilt der WPB-Bonus auch bei Einzelmaßnahmen?
Derzeit nicht — der 10-Punkte-Bonus der KfW 261 setzt die Komplettsanierung zum Effizienzhaus voraus. Ab dem ersten Quartal 2027 sieht die BEG-EM-Richtlinie für die Dämmung der Gebäudehülle eines Worst Performing Building zusätzlich 5 Prozentpunkte vor, wenn die Maßnahme Teil eines geförderten Sanierungsfahrplans ist; der Bonus gilt für höchstens drei Anträge. Bis dahin hilft bei Einzelmaßnahmen der iSFP-Bonus. Freiburg zahlt seinen WPB-Bonus schon, wenn mindestens das komplette Dach oder die komplette Fassade gedämmt wird.
Mein Energieausweis zeigt Klasse G — reicht das?
Für die Bundesförderung nicht: Dort zählt ein Energiebedarfsausweis der Klasse H oder eine Bedarfsberechnung mit mindestens 300 kWh/(m²·a) Endenergiebedarf, höchstens ein Jahr alt. Nur Wohngebäude mit mehr als fünf Wohneinheiten und zentraler Warmwasserbereitung können den Status auch über Baujahr 1957 oder früher und eine im Wesentlichen unsanierte Hülle nachweisen. Freiburg erkennt für seinen kommunalen Bonus auch Klasse G an.
Verfällt der Bonus, wenn ich in Etappen saniere?
Der KfW-261-WPB-Bonus hängt am Erreichen einer Effizienzhaus-Stufe im geförderten Vorhaben. Wer etappenweise mit Einzelmaßnahmen vorgeht, nutzt stattdessen iSFP-Bonus und kommunale Programme. Zwei Punkte sprechen gegen das Aufschieben: Nach einer BEG-EM-Förderung ist ein KfW-261-Antrag erst drei Jahre später möglich, und der WPB-Status wird am Zustand unmittelbar vor der Effizienzhaus-Sanierung gemessen — nach Teilsanierungen kann er entfallen.
Transparenz

Unsere Quellen

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