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Antrag · Einkommens-Logik

zvE berechnen für die BAFA-Prämie — die Steuerbescheid-Stelle Schritt für Schritt

Das zu versteuernde Einkommen (zvE) entscheidet, in welche der drei Förder-Brackets dein Antrag fällt: 45.000 €, 60.000 € oder 80.000 €. Maßgeblich ist der Mittelwert aus den zwei aktuellsten Einkommensteuerbescheiden (maximal drei Jahre alt). Bei Ehepaaren wird das zvE beider Personen addiert. Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen sind im zvE bereits abgezogen.

Auf einen Blick

Aspekt Wert / Hinweis
Position im Bescheid „zu versteuerndes Einkommen" auf Seite 2/3
Anzahl Bescheide zwei aktuellste, maximal 3 Jahre alt
Berechnung arithmetischer Mittelwert beider zvEs
Bracket 1 zvE ≤ 45.000 € → 5.000–6.000 € BEV
Bracket 2 zvE 45.001–60.000 € → 4.000–5.000 € BEV
Bracket 3 zvE 60.001–80.000 € → 3.000–4.000 € BEV
Familien-Aufschlag +5.000 € je Kind unter 18 (max. 2)

Das zvE ist nicht das Brutto-Gehalt, sondern das Einkommen nach allen Steuerabzügen — typisch 10.000–20.000 € niedriger. Wer knapp über einer Bracket-Grenze liegt, kann durch genauere Werbungskosten-Dokumentation oder mehr Vorsorgeaufwendungen oft 1.000–2.000 € zvE drücken und eine Bracket nach unten rutschen — bei BEV-Förderung sind das 1.000 € mehr Zuschuss.

Wo finde ich das zvE im Steuerbescheid?

Im Einkommensteuerbescheid steht das zu versteuernde Einkommen typischerweise unter „Berechnung des zu versteuernden Einkommens" auf Seite 2 oder 3 — direkt vor der Steuerberechnung. Die Position ist als „zu versteuerndes Einkommen" oder „zvE" benannt. Bei gemeinsamer Veranlagung von Ehepaaren ist das eine einzige Zahl für den Haushalt; bei getrennter Veranlagung musst du die zvEs beider Personen aus zwei Bescheiden addieren.

Welche Bescheide werden verlangt?

Die zwei aktuellsten Einkommensteuerbescheide aller zum Haushaltsjahreseinkommen beitragenden Personen — jeweils maximal drei Jahre alt. Bei Antragstellung Mitte 2026 sind das typischerweise die Bescheide für die Steuerjahre 2023 und 2024. Wenn der Bescheid für 2024 noch nicht ergangen ist (Bearbeitung beim Finanzamt dauert oft 6–12 Monate), kannst du auch den Bescheid für 2022 und 2023 verwenden. Bescheide älter als drei Jahre werden nicht anerkannt.

Wie wird das zvE bei zwei Bescheiden gemittelt?

Das BAFA bildet den arithmetischen Mittelwert: zvE 2023 plus zvE 2024 geteilt durch zwei. Beispiel: zvE 2023 = 42.000 €, zvE 2024 = 48.000 €. Mittelwert = 45.000 €. Das liegt exakt auf der 45.000-€-Bracket-Grenze — und ist damit noch in der höchsten Förder-Bracket. Schwankungen zwischen den Jahren wirken sich also nur abgeschwächt aus.

Welche Posten sind im zvE schon abgezogen?

Werbungskosten (Pauschale 1.230 € oder einzelnachgewiesen), Sonderausgaben (Vorsorgeaufwendungen, Riester-Beiträge, Spenden, Kirchensteuer), außergewöhnliche Belastungen (Krankheitskosten oberhalb der zumutbaren Eigenbelastung), Kinderfreibeträge (sofern günstiger als Kindergeld). Das tatsächliche Brutto-Jahresgehalt liegt deshalb typisch 10.000–20.000 € über dem zvE — bei einem Single mit 60.000 € Brutto entspricht das oft einem zvE im Bereich 45.000–50.000 €.

Beispiel-Profile mit typischem zvE

  • Single, 45.000 € Brutto, Werbungskostenpauschale: zvE ~33.000 € → Bracket bis 45k
  • Single, 60.000 € Brutto, Riester maxed: zvE ~44.000 € → Bracket bis 45k
  • Single, 75.000 € Brutto, ohne Optimierung: zvE ~55.000 € → Bracket bis 60k
  • Doppelverdiener-Paar 90.000 € Brutto (45/45): zvE ~64.000 € → Bracket bis 80k
  • Alleinverdiener-Familie 80.000 € Brutto, 2 Kinder: zvE ~52.000 € → Bracket bis 60k

Häufige Fragen

Was ist, wenn mein zvE in einem Jahr außergewöhnlich hoch war (z.B. Abfindung)?
Außergewöhnliche Einkünfte wie Abfindungen werden in der Regel in der Fünftel-Regelung versteuert und voll im zvE des Auszahlungsjahres erfasst. Wer 2024 eine Abfindung erhalten hat, hat in 2024 ein deutlich höheres zvE — Mittelwert aus 2023 + 2024 wird stark in die nächst-höhere Bracket gezogen. Workaround: warten, bis Bescheide für 2025 + 2026 ergangen sind und stattdessen diese vorlegen.
Zählen Kinder mit eigenem Einkommen zum Haushalts-zvE?
Nein. Erwerbstätige Kinder mit eigenem Einkommen werden förderrechtlich nicht zum Haushaltseinkommen gezählt — auch wenn sie noch zu Hause wohnen. Das BAFA berücksichtigt nur die antragstellende Person plus deren Ehe- oder Lebenspartner.
Was zählt als „Haushaltsmitglied" für das gemeinsame zvE?
Antragsteller plus Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner — und nur diese. Lebensgemeinschaften ohne Ehe / eingetragene Partnerschaft gelten förderrechtlich nicht als Paar; jeder Partner muss separat antragen, jeweils mit dem eigenen zvE.
Wird das zvE inflationsindexiert oder bleiben die Brackets fest?
Die BAFA-Richtlinie sieht aktuell keine automatische Anpassung der Bracket-Grenzen (45.000 / 60.000 / 80.000 €) an die Inflation vor. Eine Anpassung würde eine Richtlinien-Änderung erfordern — wer die volle Programmlaufzeit bis 2029 betrachtet, sollte das im Hinterkopf behalten, weil Brutto-Gehälter durch Tarif-Anpassungen steigen.
Transparenz

Unsere Quellen

  1. [01]
  2. [02]
    Familienkasse — Kindergeld-Berechtigung
    arbeitsagentur.deFachartikel
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