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Antrag · Aufstiegsfortbildung

Aufstiegs-BAföG beantragen — Meister, Techniker, Fachwirt fördern lassen

Das Aufstiegs-BAföG (früher „Meister-BAföG", rechtlich AFBG) fördert die Vorbereitung auf höhere Berufsabschlüsse wie Meister, Techniker, Fachwirt oder Erzieher. Lehrgangs- und Prüfungsgebühren werden bis 15.000 Euro gefördert — die Hälfte als Zuschuss, für den Rest besteht Anspruch auf ein KfW-Darlehen mit Erlass-Optionen. Bei Vollzeit-Fortbildungen kommt ein Unterhaltsbeitrag als voller Zuschuss dazu. Der Antrag läuft über das Förderamt des Bundeslands oder digital über AFBG Digital.

Lehrgangs- und Prüfungsgebühren
bis 15.000 €, davon 50 % Zuschuss
Unterhaltsbeitrag (Vollzeit)
bis 1.019 €/Monat als Voll-Zuschuss
Darlehenserlass
50 % bei bestandener Prüfung
Antragsfrist
bis zum Ende der Maßnahme

Was ist das Aufstiegs-BAföG — und für wen ist es gedacht?

Das Aufstiegs-BAföG nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) — früher „Meister-BAföG" genannt — fördert die Teilnahme an Fortbildungen öffentlicher und privater Träger, die gezielt auf öffentlich-rechtlich geregelte Fortbildungsabschlüsse vorbereiten[01]: Meisterprüfungen nach der Handwerksordnung, Fortbildungsabschlüsse nach dem Berufsbildungsgesetz (etwa Fachwirt, Industriemeister, Betriebswirt) und gleichwertige bundes- oder landesrechtliche Abschlüsse — vom Techniker bis zum Erzieher. Anders als das Schüler- und Studenten-BAföG ist es altersunabhängig angelegt; eine Altersgrenze besteht nicht. Voraussetzung sind die Zulassungsvoraussetzungen der jeweiligen Fortbildungsordnung für die Prüfung.

Wie hoch ist die Förderung konkret?

Zwei Bausteine[02][03]: Der Maßnahmebeitrag deckt Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis 15.000 Euro — davon werden 50 Prozent als Zuschuss geleistet, für den Rest besteht ein Anspruch auf ein KfW-Darlehen. Für das Meisterstück gibt es zusätzlich bis zur Hälfte der Materialkosten, höchstens 2.000 Euro. Bei Vollzeit-Maßnahmen kommt der Unterhaltsbeitrag hinzu — als voller Zuschuss, ohne Darlehensanteil (Ausnahme: in der Prüfungsvorbereitungsphase von bis zu drei Monaten besteht stattdessen ein Darlehensanspruch): bis 1.019 Euro monatlich für Alleinstehende, plus 235 Euro für den Ehe- oder Lebenspartner und 235 Euro je Kind[03][04]. Alleinerziehende mit Kindern unter 14 Jahren oder mit behinderten Kindern erhalten zusätzlich einen Kinderbetreuungszuschlag von 150 Euro monatlich je Kind — auch bei Teilzeit-Fortbildungen[02].

BausteinHöheZuschuss-Anteil
Lehrgangs- und Prüfungsgebührenbis 15.000 €50 % Zuschuss, Rest KfW-Darlehensanspruch
Materialkosten Meisterstückbis zur Hälfte, max. 2.000 €50 % Zuschuss, Rest Darlehensanspruch
Unterhaltsbeitrag (nur Vollzeit)bis 1.019 €/Monat + 235 € Partner + 235 € je Kind100 % Zuschuss
Kinderbetreuungszuschlag (Alleinerziehende, Kind < 14 Jahre oder behindert)150 €/Monat je Kind100 % Zuschuss
Aufstiegs-BAföG-Bausteine nach AFBG[02][03][04]

Wo stelle ich den Antrag — und bis wann?

Zuständig sind die Förderämter der Bundesländer — meistens die kommunalen Ämter für Ausbildungsförderung bei den Kreisen und kreisfreien Städten, in einigen Ländern andere Stellen; welches Amt für den eigenen Wohnort zuständig ist, zeigt die Postleitzahl-Suche auf aufstiegs-bafoeg.de[04]. Alternativ läuft der komplette Antrag digital über den bundesweiten Antragsassistenten AFBG Digital[04]. Die Antragsfrist ist lang: Maßnahme- und Unterhaltsbeitrag müssen erst „spätestens bis zum Ende der Maßnahme" beantragt werden — bei mehreren selbstständigen Abschnitten bis zum Ende des jeweiligen Abschnitts[05]. Wer den laufenden Unterhaltsbeitrag braucht, sollte trotzdem früh einreichen: Unterhaltsbeitrag und Kinderbetreuungszuschlag werden frühestens vom Beginn des Antragsmonats an geleistet[06].

Wie läuft der Antrag Schritt für Schritt?

Über die zuständige Behörde, „auf schriftlichen oder elektronischen Antrag" mit den vorgesehenen Vordrucken[05]:

  1. Fortbildung und Träger festlegen — förderfähig sind Maßnahmen, die gezielt auf einen anerkannten Fortbildungsabschluss vorbereiten (Meister, Fachwirt, Techniker, Erzieher u. a.); der Bildungsträger bestätigt die Maßnahmedaten auf dem Formblatt.
  2. Zuständiges Förderamt über die PLZ-Suche auf aufstiegs-bafoeg.de ermitteln — oder direkt den digitalen Antragsassistenten AFBG Digital nutzen.
  3. Formblätter ausfüllen: Grundantrag (Formblatt A) plus Bescheinigung des Bildungsträgers (Formblatt B); bei Vollzeit mit Unterhaltsbeitrag kommen Einkommens- und Vermögensnachweise dazu, denn dort wird beides angerechnet.
  4. Bescheid abwarten — er weist Zuschuss- und Darlehensanteile getrennt aus. Den KfW-Darlehensvertrag kann man innerhalb von drei Monaten verlangen; die Frist beginnt mit dem auf die Bekanntgabe des Bescheids folgenden Monat — und auch einen geringeren, durch Hundert teilbaren Betrag wählen.
  5. Nach bestandener Prüfung: Prüfungszeugnis bei der KfW vorlegen — 50 Prozent des noch nicht fälligen Darlehens auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren werden erlassen.
  6. Bei anschließender Existenzgründung: Wer die Fortbildungsprüfung bestanden hat, binnen drei Jahren nach Ende der Maßnahme im Inland ein Unternehmen oder eine freiberufliche Existenz gründet oder übernimmt oder einen Gewerbebetrieb erweitert, dafür überwiegend die unternehmerische Verantwortung trägt und das Unternehmen mit der Absicht, es als Haupterwerb zu betreiben, mindestens drei Jahre führt, bekommt auf Antrag das noch nicht fällige Restdarlehen auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren in voller Höhe erlassen.

Welche Stolpersteine kosten Geld?

Erstens: Den Unterhaltsbeitrag unterschätzen — er fließt nur bei Vollzeit-Maßnahmen, wird dann aber als Zuschuss geleistet (abhängig von angerechnetem Einkommen und Vermögen); wer knapp kalkuliert, sollte die Vollzeit-Variante durchrechnen. Zweitens: Doppelförderung — Leistungen für denselben Zweck von Arbeitgeber, Fördereinrichtungen oder aus öffentlichen Mitteln mindern den Maßnahmebeitrag[08]; wer etwa vom Arbeitgeber oder aus einem Landesprogramm einen Zuschuss zu denselben Lehrgangskosten erhält, muss mit einem entsprechend geringeren Maßnahmebeitrag rechnen. Ganz ausgeschlossen ist die AFBG-Förderung, solange Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung geleistet wird[07]. Drittens: Die Darlehensfrist verpassen — der Anspruch auf den KfW-Vertrag besteht nur innerhalb von drei Monaten; die Frist beginnt mit dem Monat nach der Bekanntgabe des Bescheids[02]. Viertens: Den Existenzgründungs-Erlass verschenken — der Voll-Erlass nach § 13b Abs. 2 AFBG setzt Gründung binnen drei Jahren nach Ende der Maßnahme und mindestens drei Jahre Führung voraus; diese Fristen im Kalender vermerken.

Häufige Fragen

Ist „Meister-BAföG" dasselbe wie Aufstiegs-BAföG?
Ja. „Meister-BAföG" ist der eingebürgerte Alt-Name der Förderung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG), die heute offiziell Aufstiegs-BAföG heißt. Gefördert werden längst nicht nur Meisterkurse, sondern über 700 Fortbildungsabschlüsse — vom Fachwirt über den Techniker bis zum Erzieher.
Muss ich den Antrag vor Beginn der Fortbildung stellen?
Nein: Maßnahme- und Unterhaltsbeitrag müssen laut § 19 AFBG erst „spätestens bis zum Ende der Maßnahme" beantragt werden, bei Abschnitts-Maßnahmen bis zum Ende des jeweiligen Abschnitts. Wer laufende Unterhaltszahlungen braucht, sollte trotzdem so früh wie möglich einreichen, denn Unterhaltsbeitrag und Kinderbetreuungszuschlag werden frühestens vom Beginn des Antragsmonats an geleistet (§ 11 Abs. 3 AFBG).
Wie funktioniert der Darlehenserlass nach der Prüfung?
Wer die Fortbildungsprüfung besteht, bekommt gegen Vorlage des Prüfungszeugnisses 50 Prozent des noch nicht fällig gewordenen Darlehens auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren erlassen (§ 13b AFBG). Zusammen mit dem 50-%-Zuschuss vorab bleibt damit im Erfolgsfall nur rund ein Viertel der Lehrgangskosten als echtes Darlehen übrig.
Was bringt der Existenzgründungs-Erlass?
Wer die Fortbildungsprüfung bestanden hat und innerhalb von drei Jahren nach Beendigung der Maßnahme im Inland ein Unternehmen oder eine freiberufliche Existenz gründet oder übernimmt oder einen Gewerbebetrieb erweitert, dafür überwiegend die unternehmerische Verantwortung trägt und das Unternehmen mit der Absicht, es als Haupterwerb zu betreiben, mindestens drei Jahre führt, bekommt auf Antrag das noch nicht fällige Restdarlehen auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren komplett erlassen. Raten und Zinsen, die in den ersten drei Jahren nach der Existenzgründung fällig werden, werden auf Antrag gestundet (§ 13b Abs. 2 AFBG).
Wird mein Einkommen angerechnet?
Beim Maßnahmebeitrag (Lehrgangskosten) nicht — er ist einkommens- und vermögensunabhängig. Beim Unterhaltsbeitrag für Vollzeit-Maßnahmen werden dagegen eigenes Einkommen und Vermögen sowie das Einkommen des Ehe- oder Lebenspartners angerechnet (§ 10 AFBG). Deshalb dort die Einkommensnachweise vollständig einreichen.
Welche Zinsen fallen auf das KfW-Darlehen an?
Der Zinssatz gilt jeweils für sechs Monate: EURIBOR (6 Monate, Stand 1. April und 1. Oktober) zuzüglich 1 Prozent Verwaltungskostenaufschlag; ab Beginn der Rückzahlungspflicht kommt ein Risikozuschlag von bis zu 0,7 Prozent hinzu, und auf Verlangen kann dann ein Festzins vereinbart werden. Während der Maßnahme und einer anschließenden Karenzzeit von zwei Jahren, höchstens sechs Jahre, ist das Darlehen zins- und tilgungsfrei (§ 13 AFBG). Der Darlehensvertrag kann auf Wunsch auch über einen geringeren Betrag als im Bescheid geschlossen werden — sinnvoll, wenn nur ein Teil der Restkosten fremdfinanziert werden soll.
Aufstiegs-BAföG oder Bildungsgutschein — was passt zu mir?
Das Aufstiegs-BAföG fördert die Vorbereitung auf einen höheren Fortbildungsabschluss in Voll- oder Teilzeit. Der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit zielt dagegen auf Weiterbildung bei Arbeitslosigkeit oder drohender Arbeitslosigkeit, auf den nachträglichen Berufsabschluss und auf weitere in § 81 SGB III genannte Fälle und kann die Weiterbildungskosten übernehmen. Beides schließt sich teilweise aus: Wird Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung geleistet, ist die Förderung nach dem AFBG ausgeschlossen, und bei Arbeitslosengeld in einer Vollzeitmaßnahme ebenfalls (§ 3 AFBG). Im Einzelfall entscheidet das Förderamt bzw. die Agentur für Arbeit.
Transparenz

Unsere Quellen

  1. [01]
    § 2 AFBG — Förderfähige Fortbildungsziele
    gesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  2. [02]
    §§ 10, 12 AFBG — Umfang der Förderung, Zuschuss- und Darlehensanteile
    gesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  3. [03]
    §§ 13, 13b AFBG — KfW-Darlehen, Erlass bei Prüfungserfolg und Existenzgründung
    gesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  4. [04]
    aufstiegs-bafoeg.de — Offizielles BMBFSFJ-Portal (Fördersätze, Ämter-Suche, AFBG Digital)
    aufstiegs-bafoeg.dePrimärquelleBundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  5. [05]
    § 19 AFBG — Antrag und Antragsfrist
    gesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  6. [06]
    § 11 AFBG — Förderungsdauer, Beginn der Leistungen
    gesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  7. [07]
    § 3 AFBG — Ausschluss der Förderung
    gesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  8. [08]
    § 10 AFBG — Umfang der Förderung (Maßnahmebeitrag, Unterhaltsbeitrag)
    gesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Wie wir Quellen auswählen, gegeneinander abwägen und Angaben vor der Veröffentlichung gegen das Original prüfen, steht in unserer Methodik.

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