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THG-Quote und BAFA-Prämie 2026 kombinieren — was du parallel beantragen kannst

Die jährliche Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote, rund 270–320 €/Jahr) und die einmalige BAFA-Kaufprämie 2026 (3.000–6.000 €) sind zwei unabhängige Programme. Halter reiner Elektroautos können beide parallel beantragen, ohne dass sich der Anspruch gegenseitig schmälert. Plug-in-Hybride sind allerdings von der THG-Quote ausgeschlossen — nur von der BAFA-Prämie profitiert.

Auf einen Blick

Aspekt Wert / Hinweis
THG-Auszahlung 2026 ca. 270–320 €/Jahr (Marktpreis-abhängig)
BAFA-Auszahlung einmalig 3.000–6.000 € (BEV), 1.500–4.500 € (PHEV)
PHEV bei THG ausgeschlossen — nur reine BEV förderfähig
Stichtag THG-Antrag jährlich, typisch bis 15. November für das Kalenderjahr
THG-Vermarkter ADAC, EnBW, CHECK24, geld-fuer-eauto.de, viele mehr
Kombinierbar ja, ohne Anrechnung — beide Programme unabhängig

BEV-Halter sollten beide Programme nutzen — die BAFA-Prämie als einmaliger Anschub beim Kauf, die THG-Quote als jährlicher Bonus über die Haltedauer. Über 5 Jahre Halter-Status addieren sich beide leicht zu 7.000–8.000 € Gesamtförderung. PHEV-Halter sind auf die BAFA-Prämie allein angewiesen — was den BEV-Vorteil bei der reinen Förderhöhen-Rechnung noch verstärkt.

Was ist die THG-Quote überhaupt?

Die Treibhausgasminderungsquote ist ein gesetzliches Instrument seit 2022: Mineralölkonzerne müssen jedes Jahr eine bestimmte Menge CO₂-Emissionen aus dem Verkehr einsparen. Halter reiner Elektroautos verkaufen ihre eingesparten CO₂-Emissionen an THG-Vermarkter (ADAC, EnBW, geld-fuer-eauto.de, CHECK24), die das gebündelt an die Mineralölkonzerne weitergeben. Pro Fahrzeug-Jahr werden rund 270–320 € ausgezahlt — der genaue Preis schwankt mit dem CO₂-Markt.

Warum sind THG-Quote und BAFA-Prämie unabhängig?

Die BAFA-Prämie 2026 ist eine einmalige Kaufförderung aus dem Bundeshaushalt für die Anschaffung. Die THG-Quote ist ein laufender Markterlös aus dem CO₂-Zertifikate-Handel — sie hat keine Förderung vom Staat, sondern ist ein Marktinstrument. Beide laufen aus unterschiedlichen Töpfen und sind in keiner Richtlinie als „nicht kombinierbar" gekennzeichnet. Du kannst also beide Anträge parallel laufen lassen, ohne Anrechnung.

Wie beantrage ich die THG-Quote zusätzlich zur BAFA-Prämie?

BAFA-Prämie läuft über foerderzentrale.gov.de mit BundID. Die THG-Quote läuft separat über einen THG-Vermarkter deiner Wahl. Du registrierst dich dort online, lädst eine Kopie des Fahrzeugbriefs hoch (Zulassungsbescheinigung Teil II, Halter und VIN sichtbar) und bekommst nach 4–8 Wochen die Auszahlung. Wichtig: pro Fahrzeug-Jahr nur ein Vermarkter — Doppelbeauftragung führt zur Sperrung durch das Umweltbundesamt.

Warum sind Plug-in-Hybride von der THG-Quote ausgeschlossen?

Die THG-Quote berücksichtigt nur die CO₂-Einsparung des Elektro-Antriebs. Bei reinen BEVs ist die Berechnung eindeutig (kein Verbrenner, voller CO₂-Vorteil). Bei PHEVs ist der elektrische Anteil je Fahrzeug stark unterschiedlich — manche werden überwiegend elektrisch gefahren, andere fast nie geladen. Die Bundesregierung hat sich deshalb 2022 entschieden, PHEVs vollständig von der THG-Quote auszuschließen — auch wenn das Auto faktisch zu 90 % elektrisch fährt.

Wieviel bekomme ich über die volle Haltedauer zusätzlich zur BAFA?

Bei der 36-Monate-Mindesthaltedauer der BAFA-Prämie bekommst du drei Jahres-THG-Auszahlungen — bei rund 300 € pro Jahr also rund 900 € zusätzlich zur einmaligen BAFA-Förderung. Wer das Fahrzeug länger hält (typisch 5–10 Jahre Lebenszyklus eines E-Autos), kommt über die gesamte Lebensdauer auf 1.500–3.000 € THG-Erlös — ein nennenswerter Beitrag zur Gesamtwirtschaftlichkeit.

Vergleich: THG-Quote vs. BAFA-Prämie

  • BAFA: einmaliger Direktzuschuss 3.000–6.000 € (BEV) — gestaffelt nach Einkommen + Kindern
  • BAFA: zwingend BundID + Steuerbescheide + 12-Monate-Antragsfrist nach Erstzulassung
  • THG: jährlicher Markterlös ca. 270–320 € pro Jahr für reine BEV
  • THG: nur Fahrzeugbrief-Kopie nötig — keine Einkommens-Prüfung, keine BundID
  • BAFA: Haltepflicht 36 Monate, sonst anteilige Rückforderung
  • THG: keine Haltepflicht — Auszahlung pro Kalenderjahr-Halter-Status
  • Kombination BEV: voll möglich, addiert sich
  • Kombination PHEV: nur BAFA, THG nicht zugänglich

Häufige Fragen

Muss ich die THG-Quote in der Steuererklärung angeben?
Bei Privatpersonen ist die THG-Quote bis 2027 steuerfrei — die Bundesregierung hat das mit dem Klimapaket 2022 explizit so geregelt. Bei gewerblichen Haltern (Firmenwagen, Selbstständige mit Fahrzeug im Betriebsvermögen) ist der THG-Erlös als Betriebseinnahme zu versteuern.
Welcher THG-Vermarkter zahlt am meisten?
Die Preise schwanken laufend mit dem CO₂-Markt. Aktuell (Mai 2026) bieten Top-Anbieter rund 300 € pro Jahr für reine BEV. Garantie-Preise sind oft 30–50 € niedriger als Marktpreise, dafür planbar. Vergleichsportale wie geld-fuer-eauto.de oder ADAC-Quotenservice listen die aktuellen Tagespreise.
Was passiert, wenn ich das E-Auto innerhalb des Jahres verkaufe?
Die THG-Quote wird für das ganze Kalenderjahr ausgezahlt, in dem du am 1. Januar Halter warst. Ein Verkauf zur Jahresmitte schließt den THG-Anspruch für das laufende Jahr nicht aus, aber der nächste Halter bekommt im Folgejahr die Quote. Bei vorzeitiger Abmeldung droht außerdem die anteilige BAFA-Rückforderung — beides parallel beachten.
Kann ich die THG-Quote auch für ein gefördertes Leasing-Fahrzeug beantragen?
Ja — Voraussetzung ist nur, dass du als Halter im Fahrzeugbrief eingetragen bist. Bei klassischem Privat-Leasing ist das der Fall, also bist du THG-berechtigt. Bei Operating-Leasing (Halter = Leasinggeber) bist du es nicht. Vor dem Vertrag prüfen.
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