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Forschungszulage · Nebenerwerb

Forschungszulage im Nebenerwerb neben Festanstellung.

Wer ein FuE-Vorhaben neben einer Festanstellung in einer anderen Firma betreibt, kann die Forschungszulage trotzdem beantragen — solange das Nebenerwerbs-Gewerbe steuerpflichtig ist. Die Stunden, die nachweislich an FuE fließen, werden mit der Eigenleistungs-Pauschale anerkannt.

Beispiel-Rechnung
Beispiel: 10 h/Woche FuE neben 100-%-Festanstellung 2026

10 h × 50 Wochen × 100 €/h = 50.000 € Eigenleistung. + 20 % Gemeinkostenpauschale = 60.000 € Bemessungsgrundlage. × 35 % KMU-Quote = **21.000 € Forschungszulage pro Jahr** als Steuergutschrift — zusätzlich zur Lohnsteuer aus der Hauptanstellung. Bei einem Nebenerwerb mit niedrigerer Ist-Stunde (z. B. 5 h/Wo) entsprechend 10.500 €/Jahr.

Wie hoch ist deine Forschungszulage in diesem Fall?

Der Rechner unten ist mit den typischen Eckwerten für deine Konstellation vorbelegt — du kannst Stunden, Wirtschaftsjahr und KMU-Status anpassen und siehst sofort, wie sich Bemessungsgrundlage nach § 3 FZulG und Quote nach § 4 FZulG auf deine Steuergutschrift auswirken [1].

Wirtschaftsjahr & Status
Wirtschaftsjahr
Was zählt überhaupt als Forschung & Entwicklung?

Förderfähig: Entwicklung neuartiger Verfahren, Algorithmen oder Produkte mit ungewissem Ausgang. Beispiele: KI-/ML-Modelle, neue Software-Architekturen, Verfahrens-Innovation, Prototyp-Erprobung.

Nicht förderfähig: Standard-Programmierung, Webseiten-Aufbau, Auftragsentwicklung mit bekannten Techniken, Bug-Fixing, Routine-Verbesserungen.

Maßstab sind die fünf Frascati-Kriterien der OECD: neuartig, schöpferisch, ungewiss, systematisch, übertragbar. Die BSFZ prüft im Antrag.

Deine eigene Arbeitszeit an der Innovation
Geschätzte Forschungszulage
21.000 €/ Jahr
So setzt sich das zusammen
Deine Arbeitszeit (10 h × 50 Wo × 100 €)50.000 €
+ Gemeinkostenpauschale (20 %)10.000 €
= Förderfähige Summe60.000 €
× Quote 35 % (KMU-Bonus)21.000 €
BSFZ-Bescheinigung beantragen →
So haben wir gerechnetaufklappen

Bemessungsgrundlage nach § 3 FZulG: FuE-Personalkosten (100 %) + Eigenleistung Einzel-/Mitunternehmer (Stunden × Pauschale) + Auftragsforschung (70 %). Ab Wirtschaftsjahr 2026 zusätzlich pauschale 20 % Gemeinkostenpauschale auf die direkten Projektkosten.

Eigenleistungs-Pauschale für Einzel-/Mitunternehmer: 70 €/h für Wirtschaftsjahre 2024 und 2025, ab 1. Januar 2026 pauschal 100 €/h (Standortfördergesetz). Maximal 40 Wochenstunden pro Person sind anrechenbar — alles darüber wird gekappt.

Förderquote nach § 4 FZulG: 25 % der Bemessung für alle anspruchsberechtigten Unternehmen, 35 % für KMU (eingeführt durch das Wachstumschancengesetz vom 28.03.2024). KMU-Definition: weniger als 250 Mitarbeitende und weniger als 50 Mio € Umsatz oder weniger als 43 Mio € Bilanzsumme — inklusive Partner-/Verbundunternehmen nach EU-Empfehlung 2003/361/EG.

Cap-Logik: Maximale Bemessungsgrundlage seit 28. März 2024 bei 12 Mio € pro Wirtschaftsjahr — ein KMU kann also bis zu 4,2 Mio € Forschungszulage pro Jahr beantragen, alle anderen bis 3 Mio €.

Was wir vereinfachen: KMU-Status wird als Bool erfragt — die tatsächliche EU-KMU-Definition prüft Mitarbeiter, Umsatz, Bilanzsumme und Partner-/Verbundunternehmen. Auftragsforschung an gemeinnützige Forschungseinrichtungen mit Sondervorschriften ist nicht modelliert. Verbindlich ist der Festsetzungsbescheid des Finanzamts.

Quellen: § 3, § 4 FZulG (gesetze-im-internet.de), Wachstumschancengesetz vom 28.03.2024, Standortfördergesetz Inkrafttreten 01.01.2026, Merkblatt der Bescheinigungsstelle Forschungszulage.

Service · Steuer

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Welche Eckwerte gelten 2026?

Die folgenden Sätze sind die Stand-2026-Bezugsgrößen für jede Forschungszulagen-Berechnung — sie kommen direkt aus § 3 und § 4 FZulG plus Standortfördergesetz [2][3].

FZulG-Eckwerte 2026: Pauschalen, Quoten, Höchstgrenzen
Kennzahl Wert Rechtsgrundlage
Eigenleistungs-Pauschale ab 2026 100 €/Stunde § 3 Abs. 3 FZulG [2]
Maximale Wochenstunden pro Person 40 h/Woche § 3 Abs. 3 FZulG [2]
Quote KMU 35 % § 4 Abs. 2 FZulG [3]
Quote Standard (Nicht-KMU) 25 % § 4 Abs. 1 FZulG [3]
Auftragsforschung-Anrechnung 70 % der Auftragssumme § 3 Abs. 4 FZulG [2]
Gemeinkostenpauschale ab 2026 +20 % auf direkte Kosten Standortfördergesetz [4]
Maximale Bemessung pro Wirtschaftsjahr 12.000.000 € § 3 Abs. 5 FZulG [2]
Max. Forschungszulage KMU/Jahr 4.200.000 € 12 Mio × 35 %

Die Werte gelten für Wirtschaftsjahre, die nach dem 1. Januar 2026 beginnen. Wirtschaftsjahre 2024/2025 haben niedrigere Pauschalen (70 €/h, keine GKP) [4].

Kann ich die Forschungszulage im Nebenerwerb beantragen?

Ja, eindeutig. § 1 FZulG verlangt nur unbeschränkte oder beschränkte Steuerpflicht in Deutschland mit Einkünften aus selbständiger Tätigkeit oder Gewerbebetrieb. Nebenerwerbliche Selbständigkeit neben einer Festanstellung erfüllt das. Voraussetzung ist, dass das Nebenerwerbs-Gewerbe als solches angemeldet ist (Gewerbeanmeldung oder Steuernummer für selbständige Tätigkeit) und steuerpflichtige Einkünfte erzielt werden.

Wie weise ich meine FuE-Stunden im Nebenerwerb nach?

Praktisch über eine Stunden-Dokumentation pro FuE-Vorhaben. Die BSFZ und das Finanzamt verlangen keine offizielle Zeiterfassung wie bei Angestellten, aber eine plausible Dokumentation: Datum, Aufgabenbereich, Stundenzahl, klare Zuordnung zum FuE-Vorhaben. Eine einfache Excel-Liste oder ein Project-Management-Tool reicht. Wichtig: die Stunden müssen abgrenzbar von der Festanstellung sein — typisch sind Abendstunden, Wochenenden oder dedizierte Nebenerwerbs-Tage.

Welche Auswirkung hat die Festanstellung auf die KMU-Eigenschaft?

Keine. KMU-Status wird auf das Unternehmen geprüft, in dem die Forschungszulage beantragt wird — nicht auf die Person. Wer als Solo-Selbständiger im Nebenerwerb 10.000 € Umsatz pro Jahr macht, ist offensichtlich KMU im Sinne der EU-Empfehlung 2003/361/EG. Die parallele Festanstellung in einem Großkonzern ist rechtlich völlig unabhängig vom Nebenerwerbs-KMU.

Was zählt als FuE-Vorhaben im Nebenerwerb?

Dieselben Frascati-Kriterien wie für Vollzeit-Selbständige: neuartig, schöpferisch, ungewiss, systematisch, übertragbar. Typische Nebenerwerbs-FuE-Vorhaben: Entwicklung eines neuartigen Software-Algorithmus mit klar definierter Hypothese, Erprobung eines neuen ML-Modells für eine spezifische Anwendung, Forschung an einer neuartigen Datenextraktions-Methodik. Reine App-Entwicklung mit Standard-Frameworks oder Webseiten-Aufbau zählen nicht.

Wie wirkt sich die Forschungszulage steuerlich aus?

Die Zulage wird vom Finanzamt zunächst auf die Einkommensteuer-Schuld angerechnet — und Nebenerwerbler haben durch ihren Hauptjob eine reguläre Steuerschuld. Reicht die Lohnsteuer aus der Hauptanstellung nicht aus, um die Forschungszulage komplett aufzunehmen, wird die Differenz direkt ausgezahlt. Praktisch bedeutet das: bei einer Steuerschuld von 15.000 € und einer Forschungszulage von 21.000 € wird die Steuer komplett kompensiert plus 6.000 € Bonusauszahlung.

Lohnt sich der Antrag bei wenigen FuE-Stunden im Nebenerwerb?

Bei sehr geringen Stundenzahlen (unter 5 h/Wo) wird die Zulage klein — bei 5 h/Wo × 50 Wo × 100 €/h × 35 % × 1,2 GKP = 10.500 €/Jahr. Der einmalige BSFZ-Antrag (3 Monate Bearbeitung) lohnt sich ab dieser Schwelle, weil die Bescheinigung für mehrere Jahre gilt und Folgejahre nur noch eine Aktualisierungs-Anzeige brauchen. Bei sporadischer Nebenerwerbs-FuE (1–2 h/Wo) ist der Aufwand pro Euro Zulage hoch — dann lohnt eher Standard-Steuerberatung.

Häufige Fragen

Mein Arbeitsvertrag verbietet Nebentätigkeit — kann ich trotzdem Forschungszulage beantragen?

Das ist eine arbeitsrechtliche Frage, nicht eine FZulG-Frage. Das FZulG verlangt nur Steuerpflicht und FuE-Charakter, nicht arbeitsvertragliche Konformität. In der Praxis sollte vor dem Aufbau eines Nebenerwerbs-Gewerbes der Arbeitsvertrag geprüft werden. Bei Genehmigungsklauseln oder Wettbewerbsverboten muss erst eine Freigabe durch den Arbeitgeber vorliegen.

Reicht eine Kleinunternehmer-Regelung nach § 19 UStG aus?

Ja. Die Forschungszulage hat keine Mindest-Umsatz-Schwelle. Auch Kleinunternehmer mit weniger als 22.000 € Vorjahresumsatz sind antragsberechtigt, solange sie steuerpflichtige Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit oder Gewerbebetrieb erzielen. Wichtig ist nur die Abgrenzung der FuE-Stunden vom Hauptjob.

Was, wenn der Nebenerwerb in den ersten Jahren Verluste macht?

Kein Problem. Die Forschungszulage wird unabhängig von Gewinn oder Verlust gewährt — sie ist eine Steuergutschrift auf FuE-Aufwendungen, nicht auf Gewinn. Bei Verlust im Nebenerwerb wird die Zulage gegen die Lohnsteuer aus dem Hauptjob verrechnet oder direkt ausgezahlt. Für Anlaufjahre eines Nebenerwerbs-FuE-Projekts ist die Forschungszulage damit eine sehr attraktive Liquiditäts-Komponente.

Wie lange dauert die BSFZ-Bescheinigung im Nebenerwerb?

Im Schnitt drei Monate ab Eingang des vollständigen Antrags — unabhängig davon, ob das Vorhaben im Hauptberuf oder Nebenerwerb betrieben wird. Die Bescheinigung gilt anschließend für das gesamte FuE-Vorhaben und mehrere Wirtschaftsjahre. Folgeanträge sind nur als Aktualisierungs-Anzeige nötig, kein Vollantrag.

Welche Persona passt eher zu dir?

Originalquellen

  1. [1] FZulG — Forschungszulagengesetz VolltextBundesrepublik Deutschland (BMJ).
  2. [2] § 3 FZulG — BemessungsgrundlageBundesrepublik Deutschland (BMJ).
  3. [3] § 4 FZulG — Höhe der ForschungszulageBundesrepublik Deutschland (BMJ).
  4. [4] StandortfördergesetzBundesministerium der Finanzen (Eigenleistung 100 €/h und 20 % Gemeinkostenpauschale ab 1.1.2026).
  5. [5] Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ)DLR-Projektträger im Auftrag des BMFTR.
  6. [6] § 3 FZulG — Bemessungsgrundlage Bundesrepublik Deutschland (BMJ) .
  7. [7] § 4 FZulG — Höhe der Forschungszulage Bundesrepublik Deutschland (BMJ) .
  8. [8] BSFZ — Bescheinigungsstelle Forschungszulage Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR-PT) im Auftrag des BMFTR .
  9. [9] Hub-Seite Forschungszulagen-Rechner/rechner/fzulg (Standard-Rechner mit allen Optionen + Pauschalen-Verlauf).
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