BundesBonus
Forschungszulage · GmbH KMU

Forschungszulage für GmbHs und KMU mit angestelltem FuE-Personal.

Kapitalgesellschaften mit angestelltem FuE-Personal sind die größte Empfänger-Gruppe der Forschungszulage. Personalkosten zählen zu 100 % zur Bemessungsgrundlage, Auftragsforschung zu 70 %. Bei der maximalen Bemessungsgrundlage von 12 Mio € pro Wirtschaftsjahr fließt für KMU bis zu 4,2 Mio € Steuergutschrift jährlich.

Beispiel-Rechnung
Beispiel: KMU mit 2 Vollzeit-FuE-Mitarbeitenden + 50 k Auftragsforschung 2026

200.000 € FuE-Personalkosten (2 × 100.000 € Bruttogehalt + AG-Anteile) + 50.000 € × 70 % = 35.000 € Auftragsforschung = 235.000 € direkte Kosten. + 20 % Gemeinkostenpauschale = 282.000 € Bemessungsgrundlage. × 35 % KMU-Quote = **98.700 € Forschungszulage pro Jahr**. Bei mittlerer KMU-Größe mit 5–10 FuE-Mitarbeitenden steigt das in den 250–500 k-Bereich pro Jahr.

Wie hoch ist deine Forschungszulage in diesem Fall?

Der Rechner unten ist mit den typischen Eckwerten für deine Konstellation vorbelegt — du kannst Stunden, Wirtschaftsjahr und KMU-Status anpassen und siehst sofort, wie sich Bemessungsgrundlage nach § 3 FZulG und Quote nach § 4 FZulG auf deine Steuergutschrift auswirken [1].

Wirtschaftsjahr & Status
Wirtschaftsjahr
Was zählt überhaupt als Forschung & Entwicklung?

Förderfähig: Entwicklung neuartiger Verfahren, Algorithmen oder Produkte mit ungewissem Ausgang. Beispiele: KI-/ML-Modelle, neue Software-Architekturen, Verfahrens-Innovation, Prototyp-Erprobung.

Nicht förderfähig: Standard-Programmierung, Webseiten-Aufbau, Auftragsentwicklung mit bekannten Techniken, Bug-Fixing, Routine-Verbesserungen.

Maßstab sind die fünf Frascati-Kriterien der OECD: neuartig, schöpferisch, ungewiss, systematisch, übertragbar. Die BSFZ prüft im Antrag.

Deine eigene Arbeitszeit an der Innovation
Geschätzte Forschungszulage
98.700 €/ Jahr
So setzt sich das zusammen
+ Lohnkosten FuE-Mitarbeitende (100 %)200.000 €
+ Externe Forschungsaufträge × 70 %35.000 €
+ Gemeinkostenpauschale (20 %)47.000 €
= Förderfähige Summe282.000 €
× Quote 35 % (KMU-Bonus)98.700 €
BSFZ-Bescheinigung beantragen →
So haben wir gerechnetaufklappen

Bemessungsgrundlage nach § 3 FZulG: FuE-Personalkosten (100 %) + Eigenleistung Einzel-/Mitunternehmer (Stunden × Pauschale) + Auftragsforschung (70 %). Ab Wirtschaftsjahr 2026 zusätzlich pauschale 20 % Gemeinkostenpauschale auf die direkten Projektkosten.

Eigenleistungs-Pauschale für Einzel-/Mitunternehmer: 70 €/h für Wirtschaftsjahre 2024 und 2025, ab 1. Januar 2026 pauschal 100 €/h (Standortfördergesetz). Maximal 40 Wochenstunden pro Person sind anrechenbar — alles darüber wird gekappt.

Förderquote nach § 4 FZulG: 25 % der Bemessung für alle anspruchsberechtigten Unternehmen, 35 % für KMU (eingeführt durch das Wachstumschancengesetz vom 28.03.2024). KMU-Definition: weniger als 250 Mitarbeitende und weniger als 50 Mio € Umsatz oder weniger als 43 Mio € Bilanzsumme — inklusive Partner-/Verbundunternehmen nach EU-Empfehlung 2003/361/EG.

Cap-Logik: Maximale Bemessungsgrundlage seit 28. März 2024 bei 12 Mio € pro Wirtschaftsjahr — ein KMU kann also bis zu 4,2 Mio € Forschungszulage pro Jahr beantragen, alle anderen bis 3 Mio €.

Was wir vereinfachen: KMU-Status wird als Bool erfragt — die tatsächliche EU-KMU-Definition prüft Mitarbeiter, Umsatz, Bilanzsumme und Partner-/Verbundunternehmen. Auftragsforschung an gemeinnützige Forschungseinrichtungen mit Sondervorschriften ist nicht modelliert. Verbindlich ist der Festsetzungsbescheid des Finanzamts.

Quellen: § 3, § 4 FZulG (gesetze-im-internet.de), Wachstumschancengesetz vom 28.03.2024, Standortfördergesetz Inkrafttreten 01.01.2026, Merkblatt der Bescheinigungsstelle Forschungszulage.

Service · Steuer

Empfehlung von BundesBonus

Bemessungs­grundlage in die Steuer­erklärung bringen

Die Forschungs­zulage ist eine Steuergutschrift — sie wird auf deine Körperschaft- oder Einkommen­steuer angerechnet, ein Über­schuss wird ausgezahlt. smartsteuer führt Anlage FE und die KSt-/ESt-Erklärung sauber zusammen.

smartsteuer ausprobieren
WerbungEmpfehlungen mit Affiliate-Link — du zahlst nicht mehr, wir bekommen ggf. eine Provision.Details

Welche Eckwerte gelten 2026?

Die folgenden Sätze sind die Stand-2026-Bezugsgrößen für jede Forschungszulagen-Berechnung — sie kommen direkt aus § 3 und § 4 FZulG plus Standortfördergesetz [2][3].

FZulG-Eckwerte 2026: Pauschalen, Quoten, Höchstgrenzen
Kennzahl Wert Rechtsgrundlage
Eigenleistungs-Pauschale ab 2026 100 €/Stunde § 3 Abs. 3 FZulG [2]
Maximale Wochenstunden pro Person 40 h/Woche § 3 Abs. 3 FZulG [2]
Quote KMU 35 % § 4 Abs. 2 FZulG [3]
Quote Standard (Nicht-KMU) 25 % § 4 Abs. 1 FZulG [3]
Auftragsforschung-Anrechnung 70 % der Auftragssumme § 3 Abs. 4 FZulG [2]
Gemeinkostenpauschale ab 2026 +20 % auf direkte Kosten Standortfördergesetz [4]
Maximale Bemessung pro Wirtschaftsjahr 12.000.000 € § 3 Abs. 5 FZulG [2]
Max. Forschungszulage KMU/Jahr 4.200.000 € 12 Mio × 35 %

Die Werte gelten für Wirtschaftsjahre, die nach dem 1. Januar 2026 beginnen. Wirtschaftsjahre 2024/2025 haben niedrigere Pauschalen (70 €/h, keine GKP) [4].

Welche Personalkosten zählen voll zur Bemessungsgrundlage?

Anrechenbar nach § 3 Abs. 1 FZulG sind die Bruttoarbeitsentgelte aller FuE-Mitarbeitenden plus die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung — also Bruttolohn, Krankenversicherung, Renten- und Arbeitslosenversicherung, gesetzliche Unfallversicherung, Pflegeversicherung. Nicht anrechenbar sind freiwillige Zusatzleistungen (Dienstwagen, betriebliche Altersvorsorge über die Pflicht hinaus) — diese werden gesondert geprüft. Bei Geschäftsführer-Gehältern in der eigenen GmbH gelten Sondervorschriften (siehe FAQ).

Wie hoch ist die maximale Forschungszulage für KMU?

Maximale Bemessungsgrundlage seit 28. März 2024: 12 Mio. € pro Wirtschaftsjahr. Mit der KMU-Quote von 35 % ergibt sich eine maximale Forschungszulage von 4,2 Mio. € pro Jahr — wiederkehrend. Vor dem Wachstumschancengesetz lag die Bemessungs-Obergrenze bei 4 Mio. € (also max. 1,4 Mio. € KMU-Zulage). Für Wirtschaftsjahre mit Beginn vor dem 28. März 2024 gilt der niedrigere Wert.

Wie wird Auftragsforschung angerechnet?

Extern vergebene FuE-Aufträge an Forschungseinrichtungen, andere Unternehmen oder Hochschulen werden mit pauschal 70 % der bezahlten Rechnungsbeträge angerechnet (§ 3 Abs. 4 FZulG). Wer also 100.000 € Auftragsforschung an ein Fraunhofer-Institut vergibt, kann 70.000 € als Bemessungsgrundlage geltend machen. Bei Auftragsforschung an gemeinnützige Forschungseinrichtungen mit Sitz in der EU gelten zusätzliche Sondervorschriften — bitte mit dem Steuerberater abstimmen.

Was bringt die Gemeinkostenpauschale ab 2026?

Mit dem Standortfördergesetz wurde für Wirtschaftsjahre ab dem 1. Januar 2026 eine pauschale Gemeinkostenpauschale von 20 % auf die direkten förderfähigen Projektkosten eingeführt — keine Belegpflicht, automatischer Aufschlag. Bei einem KMU mit 1 Mio. € Personalkosten erhöht sich die Bemessung damit auf 1,2 Mio. €, die Forschungszulage steigt von 350.000 € auf 420.000 € — nur durch die Pauschalisierung, ohne zusätzliche FuE-Investition.

Was zählt als Mitarbeitender im FuE-Bereich?

Anerkannt sind alle Mitarbeitenden, die nachweislich an einem von der BSFZ bescheinigten FuE-Vorhaben arbeiten — Software-Entwickler, Wissenschaftler, Ingenieure, Laboranten. Anteilige Arbeitszeit ist möglich: ein Mitarbeitender mit 50 % FuE-Anteil an einem Projekt wird mit 50 % seiner Personalkosten in die Bemessung eingerechnet. Verwaltungspersonal, Vertrieb und reine Auftragsabwicklung zählen nicht.

Kombinierbarkeit mit ZIM, KMU-innovativ oder INVEST

Die Forschungszulage ist mit allen anderen FuE-Förderungen kumulierbar — also auch mit ZIM, KMU-innovativ oder INVEST-Wagniskapital-Zuschuss. Allerdings dürfen die geförderten Aufwendungen nicht doppelt geltend gemacht werden: wenn ein Aufwand bereits über ZIM bezuschusst wird, fällt er aus der Bemessungsgrundlage der Forschungszulage heraus. In der Praxis splitten KMU ihre FuE-Aufwendungen pro Vorhaben in geförderte und ungeförderte Bereiche.

Häufige Fragen

Zählt das Geschäftsführer-Gehalt der eigenen GmbH zur Bemessungsgrundlage?

Bei einer Kapitalgesellschaft (GmbH, AG) gilt das Geschäftsführer-Gehalt als regulärer Personalaufwand und ist anrechenbar — aber nur in dem Anteil, der nachweislich auf FuE-Tätigkeit entfällt. Dokumentation der FuE-Stunden ist Pflicht. Wichtig: bei Solo-Geschäftsführer-GmbHs prüfen Finanzämter die Angemessenheit des Gehalts kritisch — überhöhte Gehälter werden teilweise umqualifiziert und fallen aus der Bemessung.

Was, wenn meine GmbH bereits durch das Wachstumschancengesetz die KMU-Quote von 35 % nutzt?

Die KMU-Quote von 35 % gilt für alle Wirtschaftsjahre, die nach dem 28. März 2024 beginnen. Die KMU-Definition prüft jährlich neu — wer mit Wachstum die Schwellen überschreitet (250 Mitarbeitende, 50 Mio. € Umsatz oder 43 Mio. € Bilanzsumme), fällt im Folgejahr auf die Standard-Quote von 25 % zurück. Übergangsregeln gibt es nicht — die Schwellenüberschreitung wirkt direkt.

Wie lang gilt eine BSFZ-Bescheinigung für eine GmbH?

Die Bescheinigung gilt für das gesamte bescheinigte FuE-Vorhaben — typisch 3–5 Jahre. Pro Wirtschaftsjahr ist nur eine Aktualisierungs-Anzeige bei der BSFZ notwendig (kein Vollantrag), in der die laufende FuE-Arbeit kurz zusammengefasst wird. Nach Abschluss des Vorhabens ist eine neue Bescheinigung für ein neues Vorhaben erforderlich. Eine GmbH kann beliebig viele FuE-Vorhaben parallel bescheinigen lassen.

Müssen die FuE-Mitarbeitenden in Deutschland sitzen?

Ja. Nach § 3 FZulG werden nur Personalkosten von Mitarbeitenden mit Sitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland anrechenbar. Auftragsforschung an EU-Auftragnehmer ist erlaubt, an Drittstaaten dagegen nicht. Internationale Konzerne mit FuE-Standorten außerhalb der EU müssen die Personalaufwendungen separieren.

Welche Persona passt eher zu dir?

Originalquellen

  1. [1] FZulG — Forschungszulagengesetz VolltextBundesrepublik Deutschland (BMJ).
  2. [2] § 3 FZulG — BemessungsgrundlageBundesrepublik Deutschland (BMJ).
  3. [3] § 4 FZulG — Höhe der ForschungszulageBundesrepublik Deutschland (BMJ).
  4. [4] StandortfördergesetzBundesministerium der Finanzen (Eigenleistung 100 €/h und 20 % Gemeinkostenpauschale ab 1.1.2026).
  5. [5] Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ)DLR-Projektträger im Auftrag des BMFTR.
  6. [6] § 3 FZulG — Bemessungsgrundlage Bundesrepublik Deutschland (BMJ) .
  7. [7] § 4 FZulG — Höhe der Forschungszulage Bundesrepublik Deutschland (BMJ) .
  8. [8] BSFZ — Bescheinigungsstelle Forschungszulage Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR-PT) im Auftrag des BMFTR .
  9. [9] Wachstumschancengesetz — BMF-Monatsbericht April 2024 Bundesministerium der Finanzen .
  10. [10] Hub-Seite Forschungszulagen-Rechner/rechner/fzulg (Standard-Rechner mit allen Optionen + Pauschalen-Verlauf).
Zurück zum Standard-Rechner

Der Forschungszulagen-Rechner-Hub zeigt die komplette Pauschalen-Tabelle 2024–2026, alle drei Antrag-Schritte und das volle FAQ. Verbindlich rechnet das Finanzamt — BSFZ-Bescheinigung beantragen unter bescheinigung-forschungszulage.de.