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Elterngeld · Arbeitslose

Elterngeld bei Arbeitslosigkeit vor Geburt.

Wer vor Geburt arbeitslos war, bekommt Elterngeld auf Basis des Arbeitslosengeldes I (ALG I) — nicht des letzten Jobs. Das ALG-I-Niveau ist meist niedriger als der vorherige Lohn, daher fällt das Elterngeld entsprechend kleiner aus. Der Mindestbetrag von 300 €/Mt ist aber garantiert (§ 2 Abs. 4 BEEG).

Beispiel-Rechnung
Beispiel: ALG I 1.100 €/Mt für 12 Monate vor Geburt

ALG I 1.100 € → Quote 67 % (Standard-Korridor) → 737 €/Mt Elterngeld für 12 Monate Basis = 8.844 €. Bei Plus 24 Mt = 368,50 €/Mt × 24 = 8.844 € (gleiche Gesamtsumme).

Wie hoch ist dein Elterngeld in diesem Fall?

Der Rechner unten nimmt die typischen Eckwerte für deine Lebenssituation vorbelegt — du kannst Bemessungs-Netto, Variante (Basis vs. Plus) und Bezugsmonate anpassen und siehst sofort, wie sich das auf deinen Anspruch nach § 2 BEEG auswirkt [1].

Dein Elterngeld-Profil
Variante
Boni
MehrlingsgeburtEinling
+ 300 € pro weiterem Kind nach § 2a (4) BEEG. Zwillinge = 1 Zusatzkind.
Zu versteuerndes Einkommen prüfen (Reform 2024)aufklappen
Geschätztes Elterngeld
737 €/ Monat
× 12 Monate = 8.844 €
Gesamt-Auszahlung: 8.844 €
So wird gerechnet
Bemessungs-Netto1.100 €
Quote (67 %)737 €
= Monats-Höhe737 €
Verbindlich rechnen: BMFSFJ-Rechner →
So haben wir gerechnetaufklappen

Formel nach § 2 Abs. 1 BEEG: Standardquote 67 % vom maßgeblichen Netto. Cap 1.800 €/Monat, Mindest 300 €/Monat, Bemessungs-Cap bei 2.770 € Netto.

Gleitende Quote § 2 Abs. 2: bei Netto unter 1.000 € steigt die Quote um 0,1 pp pro 2 € (max 100 %). Im Korridor 1.000-1.200 € flat 67 %. Bei Netto über 1.200 € sinkt die Quote um 0,1 pp pro 2 €, bis 65 % erreicht ist (ab 1.240 €).

Geschwisterbonus § 2a Abs. 1: +10 % (mind. 75 €) wenn 2 Kinder unter 3 oder 3+ Kinder unter 6 im Haushalt leben. Mehrlingszuschlag § 2a Abs. 4: + 300 € pro weiterem Kind.

ElterngeldPlus § 4 Abs. 3: halber Monatsbetrag, doppelte Bezugsdauer. Partnerschaftsbonus: +4 Plus-Monate je Partner, wenn beide gleichzeitig 24-32 h/Woche arbeiten.

Einkommensgrenze § 1 Abs. 8: 175.000 € zu versteuerndes Einkommen einheitlich für Paare und Alleinerziehende (Reform 2024). Über der Grenze entfällt der Anspruch komplett.

Was wir vereinfachen: Spezielle Bemessungen für Selbstständige (§ 2d), Beamte (Dienstbezüge), BAföG-/Mutterschaftsgeld-Anrechnung, Verkürzungen wegen Krankheit oder Elternzeit-Unterbrechung sind hier nicht modelliert. Für die Antragsstellung den BMFSFJ-Rechner auf familienportal.de nutzen.

Quellen: § 1 (8), § 2, § 2a, § 4 BEEG (gesetze-im-internet.de). Stand der Reform 2024. Verbindlich ist der Bescheid der zuständigen Elterngeldstelle deines Bundeslandes.

Welche Eckwerte gelten 2026?

Die folgenden Sätze sind die aktuell gültigen Bezugsgrößen für jede Elterngeld-Berechnung — sie kommen direkt aus dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) [1][2].

Elterngeld-Eckwerte: Mindest- und Höchstbeträge, Quote, Bezugsdauer, Einkommensgrenze
Kennzahl Wert Rechtsgrundlage
Mindestbetrag (alle Varianten) 300 €/Monat § 2 Abs. 4 BEEG [1]
Höchstbetrag Basis-Elterngeld 1.800 €/Monat § 2 Abs. 1 BEEG [1]
Höchstbetrag ElterngeldPlus 900 €/Monat § 4a BEEG [3]
Bemessungsquote (gleitend) 65–100 % vom Netto § 2 Abs. 2 BEEG [1]
Bezugsdauer Basis (Paar) bis 14 Lebensmonate § 4 BEEG [4]
Bezugsdauer ElterngeldPlus bis 28 Lebensmonate § 4a BEEG [3]
Geschwisterbonus +10 % oder min. 75 € § 2a BEEG [5]
Mehrlingszuschlag pro Kind +300 € bzw. +150 € (Plus) § 2a Abs. 4 BEEG [5]
Einkommensgrenze (zvE) 175.000 €/Jahr § 1 Abs. 8 BEEG [1]

Die Werte basieren auf dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz in der aktuell gültigen Fassung sowie auf den Anwendungshinweisen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) [6].

ALG I zählt als Erwerbseinkommen

Arbeitslosengeld I (das beitragsfinanzierte Versicherungs-ALG, nicht das Bürgergeld) zählt nach § 2 BEEG als Erwerbseinkommen für die Bemessung. Das ist wichtig: Wer kurz vor Geburt arbeitslos wurde, profitiert nicht mehr vom letzten Lohn, sondern bekommt Elterngeld basierend auf der ALG-I-Höhe — meist 60 % (oder 67 % mit Kind) des letzten Brutto. Das ist niedriger als der ursprüngliche Lohn, ergibt aber typischerweise immer noch über dem Mindestbetrag.

Bürgergeld vs Elterngeld

Bürgergeld (Hartz IV-Nachfolger) gilt nicht als Erwerbseinkommen — wer ausschließlich Bürgergeld bezog, bekommt nur den Mindestbetrag 300 €/Mt. Während des Elterngeld-Bezugs wird das Elterngeld auf Bürgergeld angerechnet, mit Ausnahme eines Freibetrags von 300 € (Basis) bzw. 150 € (Plus). Praktisch: ein Bürgergeld-Empfänger mit Mindest-Elterngeld 300 € hat den vollen Bürgergeld-Satz plus 300 € obendrauf. Bei höherem Elterngeld wird der Anteil über 300 € auf den Bürgergeld-Satz angerechnet.

Mischfälle: ALG I → Job → Geburt

Wer in den 12 Monaten vor Geburt teilweise ALG I und teilweise Lohn bezog, bekommt eine Mischbemessung: Die Monate mit Lohn werden mit dem Lohn angerechnet, die ALG-Monate mit dem ALG-Niveau. Der Schnitt ergibt das Bemessungs-Netto. Das ist meist günstiger als reines ALG, daher lohnt es sich, jede kurze Beschäftigung in den 12 Monaten dokumentiert nachzuweisen.

Häufige Fragen

Wird das volle ALG I als Bemessung angesetzt?

Ja — der ALG-I-Auszahlbetrag (also das Netto-ALG, nach Abzügen) zählt als Bemessungs-Netto, analog zum Lohn. Da ALG I bereits ein Netto-Wert ist (kein weiterer Abzug von KV/RV), wird er direkt eingesetzt. Beispiel: 1.000 € ALG I/Mt → 1.000 € Bemessungs-Netto → Quote 67 % (Korridor) → 670 €/Mt Elterngeld.

Was ist mit Krankengeld, Elterngeld eines Geschwisterkindes oder Mutterschaftsgeld?

Krankengeld (durch Krankenkasse) zählt als Erwerbseinkommen-Ersatz und wird wie ALG I behandelt. Elterngeld eines Vorgeburtskindes zählt NICHT (es ist selbst Sozialleistung). Mutterschaftsgeld zählt als Einkommen und wird auf das Elterngeld nach Geburt angerechnet — typisch verlängern sich Elterngeld-Monate dadurch nicht, sondern werden in der Höhe gemindert.

Lohnt sich ein Mini-Job vor Geburt für das Elterngeld?

Ja, marginal — ein Mini-Job mit z. B. 538 € Brutto (bis Mini-Job-Grenze) bringt zwar nur ~538 € Netto in die Bemessung, hebt aber den 12-Monats-Schnitt. Wenn vorher reines ALG I bezogen wurde (z. B. 800 €/Mt) und durch einen 6-Monats-Mini-Job davor der Schnitt auf 1.000 € steigt, springt die Quote vom unteren in den Standardkorridor (67 %). Lohnt sich aber nur, wenn der Mini-Job dokumentiert wird und mehrere Monate dauerte.

Welche verwandten Rechner helfen weiter?

Originalquellen

  1. [1] § 2 BEEG — Höhe des ElterngeldsBundesrepublik Deutschland (BMJ).
  2. [2] BEEG-Volltext (Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz)Bundesrepublik Deutschland (BMJ).
  3. [3] § 4a BEEG — ElterngeldPlusBundesrepublik Deutschland (BMJ).
  4. [4] § 4 BEEG — BezugszeitraumBundesrepublik Deutschland (BMJ).
  5. [5] § 2a BEEG — Geschwisterbonus + MehrlingszuschlagBundesrepublik Deutschland (BMJ).
  6. [6] Familienportal — ElterngeldBMFSFJ.
  7. [7] § 2 BEEG — Höhe + Bemessung Bundesrepublik Deutschland (BMJ) .
  8. [8] Bundesagentur für Arbeit — Hilfen für Eltern Bundesagentur für Arbeit .
  9. [9] Hub-Seite mit voller Quote-Tabelle/rechner/elterngeld (Standard-Rechner mit allen Optionen).
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