Einkommensgrenze 175.000 € — was sich 2024 geändert hat.
Mit der Reform 2024 hat die Bundesregierung die Einkommensgrenze für Elterngeld vereinheitlicht: Wer im letzten Veranlagungsjahr vor Geburt mehr als 175.000 € zu versteuerndes Einkommen erzielt hat, bekommt KEIN Elterngeld mehr — weder volles noch reduziertes. Diese Grenze gilt seit 2024 einheitlich für Paare UND Alleinerziehende. Vorher galten 250.000 € (Paare) bzw. 150.000 € (Alleinerziehende).
2023 wäre der Anspruch erhalten geblieben (Paare-Grenze damals 300.000 €, später 250.000 €). Seit 1.4.2024: 180.000 € > 175.000 € → KEIN Elterngeld. Schadenseffekt: bei 2.000 €/Mt geplantem Elterngeld × 12 Mt = 24.000 € entgangenes Geld.
Wie hoch ist dein Elterngeld in diesem Fall?
Der Rechner unten nimmt die typischen Eckwerte für deine Lebenssituation vorbelegt — du kannst Bemessungs-Netto, Variante (Basis vs. Plus) und Bezugsmonate anpassen und siehst sofort, wie sich das auf deinen Anspruch nach § 2 BEEG auswirkt [1].
Zu versteuerndes Einkommen prüfen (Reform 2024)aufklappen
So haben wir gerechnetaufklappen
Formel nach § 2 Abs. 1 BEEG: Standardquote 67 % vom maßgeblichen Netto. Cap 1.800 €/Monat, Mindest 300 €/Monat, Bemessungs-Cap bei 2.770 € Netto.
Gleitende Quote § 2 Abs. 2: bei Netto unter 1.000 € steigt die Quote um 0,1 pp pro 2 € (max 100 %). Im Korridor 1.000-1.200 € flat 67 %. Bei Netto über 1.200 € sinkt die Quote um 0,1 pp pro 2 €, bis 65 % erreicht ist (ab 1.240 €).
Geschwisterbonus § 2a Abs. 1: +10 % (mind. 75 €) wenn 2 Kinder unter 3 oder 3+ Kinder unter 6 im Haushalt leben. Mehrlingszuschlag § 2a Abs. 4: + 300 € pro weiterem Kind.
ElterngeldPlus § 4 Abs. 3: halber Monatsbetrag, doppelte Bezugsdauer. Partnerschaftsbonus: +4 Plus-Monate je Partner, wenn beide gleichzeitig 24-32 h/Woche arbeiten.
Einkommensgrenze § 1 Abs. 8: 175.000 € zu versteuerndes Einkommen einheitlich für Paare und Alleinerziehende (Reform 2024). Über der Grenze entfällt der Anspruch komplett.
Was wir vereinfachen: Spezielle Bemessungen für Selbstständige (§ 2d), Beamte (Dienstbezüge), BAföG-/Mutterschaftsgeld-Anrechnung, Verkürzungen wegen Krankheit oder Elternzeit-Unterbrechung sind hier nicht modelliert. Für die Antragsstellung den BMFSFJ-Rechner auf familienportal.de nutzen.
Quellen: § 1 (8), § 2, § 2a, § 4 BEEG (gesetze-im-internet.de). Stand der Reform 2024. Verbindlich ist der Bescheid der zuständigen Elterngeldstelle deines Bundeslandes.
Welche Eckwerte gelten 2026?
Die folgenden Sätze sind die aktuell gültigen Bezugsgrößen für jede Elterngeld-Berechnung — sie kommen direkt aus dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) [1][2].
| Kennzahl | Wert | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Mindestbetrag (alle Varianten) | 300 €/Monat | § 2 Abs. 4 BEEG [1] |
| Höchstbetrag Basis-Elterngeld | 1.800 €/Monat | § 2 Abs. 1 BEEG [1] |
| Höchstbetrag ElterngeldPlus | 900 €/Monat | § 4a BEEG [3] |
| Bemessungsquote (gleitend) | 65–100 % vom Netto | § 2 Abs. 2 BEEG [1] |
| Bezugsdauer Basis (Paar) | bis 14 Lebensmonate | § 4 BEEG [4] |
| Bezugsdauer ElterngeldPlus | bis 28 Lebensmonate | § 4a BEEG [3] |
| Geschwisterbonus | +10 % oder min. 75 € | § 2a BEEG [5] |
| Mehrlingszuschlag pro Kind | +300 € bzw. +150 € (Plus) | § 2a Abs. 4 BEEG [5] |
| Einkommensgrenze (zvE) | 175.000 €/Jahr | § 1 Abs. 8 BEEG [1] |
Die Werte basieren auf dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz in der aktuell gültigen Fassung sowie auf den Anwendungshinweisen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) [6].
Was ist "zu versteuerndes Einkommen"?
Das zu versteuernde Einkommen (zvE) steht im Steuerbescheid: Brutto minus Werbungskosten (1.230 €/Pauschale), Sonderausgaben (Vorsorgeaufwand), außergewöhnliche Belastungen, Kinderfreibetrag etc. Praktisch ist das zvE deutlich niedriger als das Brutto-Jahres-Einkommen. Bei einem 180.000 € Brutto-Jahresgehalt liegt das zvE typisch bei 130.000-150.000 €. Die Elterngeldstelle nimmt das zvE aus dem letzten Steuerbescheid VOR Geburt.
Welcher Steuerbescheid ist maßgeblich?
"Letzter abgeschlossener Veranlagungszeitraum vor Geburt" (§ 1 Abs. 8 BEEG). Beispiel: Geburt im März 2026 → letztes abgeschlossenes Veranlagungsjahr ist 2024 (Bescheid liegt typisch 2025/2026 vor). Bei Geburt im November 2026 → ebenfalls 2024 (weil 2025 erst 2026/2027 veranlagt wird). Bei nicht-vorliegendem Bescheid akzeptiert die Elterngeldstelle vorläufige Schätzungen mit Steuerberater-Bestätigung — die müssen aber bei Bescheid-Vorliegen nachgereicht werden.
Paare: Summe der zvE
Bei verheirateten oder eingetragenen Lebenspartnerschaften zählt die Summe der zvE beider Partner. Beispiel: Partner A 90.000 € zvE, Partner B 90.000 € zvE → Summe 180.000 € → über der Grenze, KEIN Elterngeld. Bei nicht-verheirateten Partnern (Lebensgemeinschaft mit gemeinsamem Kind) zählt nur das zvE des bezugsberechtigten Elternteils — eine Lücke, die Patchwork-Familien manchmal nutzen.
Was, wenn man nahe der Grenze liegt?
Bei zvE knapp unter 175.000 € (z. B. 170.000 €) gibt es VOLLES Elterngeld nach Bemessungs-Netto. Es gibt keine gleitende Reduktion in der Grenznähe. Praktischer Tipp: Wer nahe der Grenze liegt, sollte den Steuerbescheid sorgfältig prüfen — Werbungskosten optimieren, Sonderausgaben (Riester, Rürup, Versorgungsleistungen) maximieren, ggf. Vorausschau-Steuerplanung mit Berater. Bei Grenzfällen kann eine Einkommensverlagerung um wenige tausend Euro 24.000 € Elterngeld retten.
Häufige Fragen
Gilt die 175k-Grenze auch für ältere Kinder mit Bezug ab 2024?
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Ja — die Reform gilt für Geburten ab 1. April 2024. Für Geburten zwischen 1.9.2021 und 31.3.2024 galt die alte Grenze (250.000 € Paare, 150.000 € Alleinerziehende). Für Geburten vor September 2021 galt 500.000 € (Paare). Wenn dein Kind nach März 2024 geboren wurde, greift einheitlich die 175.000-€-Grenze.
Wird das Einkommen während des Bezugs irgendwann nochmal geprüft?
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Nein — die Grenz-Prüfung passiert einmal beim Antrag auf Basis des letzten zvE-Bescheids. Wenn du im laufenden Bezug mehr verdienst (Hinzuverdienst während Plus), wird das nur auf die Höhe angerechnet, nicht auf den Anspruch grundsätzlich. Heißt: Wer beim Antrag knapp unter 175k war, behält den Anspruch auch bei einem überraschend guten Geschäftsjahr während des Bezugs.
Was ist mit Selbstständigen und schwankenden Einkommen?
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Bei Selbstständigen ist das zvE oft deutlich variabler als bei Angestellten. Maßgeblich ist der letzte abgeschlossene Veranlagungszeitraum — also nicht das aktuelle Jahr. Wer 2024 einen Ausreißer hatte (z. B. 200k zvE) und 2025 wieder bei 130k landet, kann bei Geburt 2026 trotzdem ohne Elterngeld dastehen, weil der 2024-Bescheid maßgeblich ist. Steuerberater-Tipp: Vorausschauend Steuerlast verteilen.
Macht es Sinn, gegen die Reform zu klagen?
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Verfassungsrechtlich ist die 175k-Grenze umstritten — Kritiker argumentieren, dass die Vereinheitlichung von 250k (Paare) auf 175k einen erheblichen Eingriff darstellt und Mittelschicht-Familien trifft, die nicht zur Zielgruppe der Reform gehörten. Es gibt einzelne Klageverfahren beim Sozialgericht, aber bisher keine erfolgreichen Urteile. Einen Versuch wert ist es nur bei klar dokumentiertem Härtefall — Standard-Anspruch lässt sich nicht erstreiten.
Welche verwandten Rechner helfen weiter?
Originalquellen
- [1] § 2 BEEG — Höhe des Elterngelds — Bundesrepublik Deutschland (BMJ).
- [2] BEEG-Volltext (Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz) — Bundesrepublik Deutschland (BMJ).
- [3] § 4a BEEG — ElterngeldPlus — Bundesrepublik Deutschland (BMJ).
- [4] § 4 BEEG — Bezugszeitraum — Bundesrepublik Deutschland (BMJ).
- [5] § 2a BEEG — Geschwisterbonus + Mehrlingszuschlag — Bundesrepublik Deutschland (BMJ).
- [6] Familienportal — Elterngeld — BMFSFJ.
- [7] § 1 Abs. 8 BEEG — Einkommensgrenze — Bundesrepublik Deutschland (BMJ) .
- [8] BMBFSFJ — Reform Elterngeld 2024 — BMBFSFJ .
- [9] Hub-Seite mit voller Quote-Tabelle — /rechner/elterngeld (Standard-Rechner mit allen Optionen).
Du suchst die volle Übersicht aller Elterngeld-Konstellationen? Der Elterngeld-Rechner-Hub zeigt die komplette Quote-Tabelle (65-100 %), Variantenvergleich Basis/Plus/Kombi und alle FAQ.
Verbindlich rechnen kannst du beim BMFSFJ-Elterngeldrechner.