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Wärmequelle · Grundwasser

Wasser-Wasser-Wärmepumpe — die effizienteste Bauart.

Wasser-Wasser-Wärmepumpen ziehen Grundwasser aus einem Saugbrunnen, entnehmen die Wärme und leiten das abgekühlte Wasser über einen Schluckbrunnen zurück. Grundwasser hat ganzjährig 8–12 °CJAZ 4,5–5,5, beste aller Bauarten. Plus +5 % KfW-Effizienzbonus. Aber: zwei Brunnen, wasserrechtliche Genehmigung und ein hydrogeologisches Gutachten machen sie zur aufwändigsten Bauart.

Kosten inkl. Brunnen
20–40k €
Stark abhängig von Grundwasser-Tiefe
Jahresarbeitszahl
4,5–5,5
Beste JAZ — durchgehend stabil
Effizienzbonus
+5 %
KfW 458 erkennt Wasser-WP automatisch an
Genehmigung
Pflicht
Untere Wasserbehörde + Sachverständigen-Gutachten
So funktioniert sie

Wie funktioniert eine Grundwasser-Wärmepumpe?

Ein Saugbrunnen fördert Grundwasser zur Wärmepumpe — bei einem Standard-EFH typisch 1,5-2 m³/h. Im Gerät entzieht ein Wärmetauscher die Wärme (das Wasser kühlt sich um 3–4 K ab) und überträgt sie über einen separaten Sole-Kreis (Korrosionsschutz!) auf das Kältemittel.

Das abgekühlte Wasser fließt über einen zweiten Brunnen — den Schluckbrunnen — zurück ins Grundwasser. Mindestabstand zwischen beiden Brunnen: 10–15 m, in Fließrichtung des Grundwassers.

Vorteil: Grundwasser hält ganzjährig 8–12 °C konstant — auch bei -20 °C Außentemperatur. JAZ erreicht in der Praxis 4,5–5,5, der höchste Wert aller Bauarten.

Kosten

Was kostet eine Anlage 2026?

Realistische Werte für ein Standard-Einfamilienhaus mit ~10 kW Heizleistung. Ohne Förderung — bei KfW 458 ziehen sich bis zu 70 % des förderfähigen Anteils ab (max. 21.000 € auf 30.000 € Kosten).

Kostenposten Spanne
Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Gerät) 12.000–20.000 €
Saug- + Schluckbrunnen-Bohrung 8.000–15.000 €
Wasserrechts-Genehmigung + hydrogeologisches Gutachten 1.500–4.000 €
Pufferspeicher + Hydraulik + Sole-Sekundärkreis 3.000–6.000 €
Installation + hydraulischer Abgleich 4.000–7.000 €

Vorteile

  • Höchste JAZ aller Wärmepumpen-Bauarten (4,5–5,5)
  • Niedrigste Stromkosten pro kWh Wärme
  • KfW-Effizienzbonus +5 % automatisch
  • Keine Außeneinheit → keine Geräuschemission
  • Sehr lange Lebensdauer der Brunnen: 30–50 Jahre
  • Auch in Regionen mit hohem Grundwasserspiegel (Norddeutschland) attraktiv

Nachteile

  • × Genehmigungs-Hürden höchstmöglich (Wasserrecht + Hydrogeologie)
  • × Voraussetzung: ergiebiges, sauberes Grundwasser in 5–25 m Tiefe
  • × Eisenhaltiges/manganhaltiges Wasser kann Schluckbrunnen verstopfen → Wartung
  • × Bei Trockenheit oder fallendem Grundwasserspiegel: Risiko für Förderkapazität
  • × Auch in vielen Wasserschutzgebieten ausgeschlossen
Eignung

Für wen lohnt sich diese Bauart?

Geeignet

  • Standorte mit ergiebigem, qualitativ gutem Grundwasser (Hydrogeologisches Gutachten zeigt das)
  • Norddeutsche Regionen mit hohem Grundwasserspiegel
  • Eigentümer mit ausreichend Grundstück (≥ 600 m² für 2 Brunnen mit Mindestabstand)
  • Maximale Effizienz und Lebenszykluskosten gewünscht

Eher nicht

  • Wasserschutzgebiete oder Bereiche mit Trinkwassernutzung
  • Eisen- oder manganhaltiges Grundwasser (Verstopfungsrisiko)
  • Standorte mit zu geringer Förderkapazität (< 1 m³/h)
  • Sehr tiefe Grundwasserschichten (>30 m → Pumpenleistung wird ineffizient)
Genehmigung

Wichtig vor dem Kauf

Wasserrechtliche Genehmigung der Unteren Wasserbehörde + hydrogeologisches Gutachten durch Sachverständigen sind Pflicht. Vor der Bohrung wird oft eine Test-Förderung (Pumpversuch) verlangt, um Ergiebigkeit + Wasserchemie zu prüfen. Bearbeitungsdauer 6–14 Wochen. Kosten 1.500–4.000 €.

KfW 458

Was bei der Förderung zu beachten ist

KfW 458 erkennt Wasser-Wasser-WP automatisch als „besonders effiziente Wärmequelle" → +5 % Effizienzbonus. Brunnenbohrung + Genehmigungskosten zählen als förderfähige Kosten. Maximalfall: 70 % von 30k € = 21.000 € Zuschuss.

Bonus berechnen — Effizienzbonus vorausgewählt

Häufige Fragen

Wie weit unten muss das Grundwasser sein?
Idealtiefe: 5–25 m. Bei tieferen Schichten (>30 m) wird die Förderpumpe ineffizient und verbraucht zu viel Strom — die JAZ sinkt. Über die Bohrlochkartei deines Bundeslandes oder beim Geologischen Dienst kann man die typische Grundwassertiefe deines Standorts kostenfrei einsehen.
Was kostet das Pumpversuch (Test-Förderung)?
Typisch 1.500–3.000 €. Eine Test-Bohrung wird gesetzt, 24-72 h gepumpt, dabei Förderkapazität, Absenkung und Wasserqualität gemessen. Wenn das Gutachten negativ ausfällt (zu wenig Wasser, falsche Chemie), bleibt nur Erdwärme oder Luft-WP. Dieser Vor-Aufwand schreckt viele ab — daher Wasser-WP nur ~3 % Marktanteil.
Kann das Schluckbrunnen-Wasser den Garten überfluten?
Nein — das abgekühlte Wasser geht in dieselbe Grundwasserschicht zurück, nicht an die Oberfläche. Wichtig ist nur der Mindestabstand zwischen Saug- und Schluckbrunnen (10–15 m, in Fließrichtung des Grundwassers), damit das abgekühlte Wasser nicht direkt wieder angesaugt wird. Das hydrogeologische Gutachten plant das.
Was passiert bei einer langen Trockenheit?
Wenn der Grundwasserspiegel deutlich fällt (>2 m unter Norm), kann die Förderkapazität einbrechen. Bei kurzen Trockenphasen (1-2 Monate) meist kein Problem. Bei extremen Wetterereignissen ggf. die WP temporär reduzieren oder einen Notlauf-Heizstab nutzen. In Regionen mit häufigen Trockenphasen (z. B. Brandenburg) ist Erdwärme verlässlicher.
Wie oft muss der Schluckbrunnen gewartet werden?
Bei eisenarmen, sauberen Grundwasser-Verhältnissen: alle 3–5 Jahre Inspektion, ggf. Reinigung mit Druckspülung (~500 €). Bei eisenhaltigem Wasser: jährliche Wartung, alle 1-2 Jahre intensive Reinigung. Eisenhaltigkeit ist Hauptursache für Verstopfung — Eisenoxid lagert sich am Brunnenfilter ab. Vorabklärung durch Wasserchemie-Analyse.
Transparenz

Unsere Quellen

  1. [01]
  2. [02]
    WHG — Wasserhaushaltsgesetz (Wasserrecht)
    gesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium der Justiz
  3. [03]
    VDI 4640 — Thermische Nutzung des Untergrunds
    vdi.deRechtsgrundlageVerein Deutscher Ingenieure
Andere Bauarten

Vergleich der Wärmequellen

Diese Seite gibt einen Überblick über staatliche Förderungen und technische Konditionen — sie ersetzt keine individuelle Energieberatung. Verbindlich sind die Konditionen im KfW-Förderbescheid und das geologische Gutachten beim Heizungsbauer. Stand: 2026-05-01.