Wasser-Wasser-Wärmepumpe — die effizienteste Bauart.
Wasser-Wasser-Wärmepumpen ziehen Grundwasser aus einem Saugbrunnen, entnehmen die Wärme und leiten das abgekühlte Wasser über einen Schluckbrunnen zurück. Grundwasser hat ganzjährig 8–12 °C — JAZ 4,5–5,5, beste aller Bauarten. Aber: zwei Brunnen, wasserrechtliche Genehmigung und ein hydrogeologisches Gutachten machen sie zur aufwändigsten Bauart.
Wie funktioniert eine Grundwasser-Wärmepumpe?
Ein Saugbrunnen fördert Grundwasser zur Wärmepumpe — bei einem Standard-EFH typisch 1,5-2 m³/h. Im Gerät entzieht ein Wärmetauscher die Wärme (das Wasser kühlt sich um 3–4 K ab) und überträgt sie über einen separaten Sole-Kreis (Korrosionsschutz!) auf das Kältemittel.
Das abgekühlte Wasser fließt über einen zweiten Brunnen — den Schluckbrunnen — zurück ins Grundwasser. Mindestabstand zwischen beiden Brunnen: 10–15 m, in Fließrichtung des Grundwassers.
Vorteil: Grundwasser hält ganzjährig 8–12 °C konstant — auch bei -20 °C Außentemperatur. JAZ erreicht in der Praxis 4,5–5,5, der höchste Wert aller Bauarten.
Was kostet eine Anlage 2026?
Realistische Werte für ein Standard-Einfamilienhaus mit ~10 kW Heizleistung. Ohne Förderung — bei KfW 458 ziehen sich bis zu 70 % des förderfähigen Anteils ab (max. 19.600 € auf 28.000 € Kosten der ersten Wohneinheit; Selbstnutzer mit geringem Einkommen bis 80 % = max. 22.400 €).
| Kostenposten | Spanne |
|---|---|
| Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Gerät) | 12.000–20.000 € |
| Saug- + Schluckbrunnen-Bohrung | 8.000–15.000 € |
| Wasserrechts-Genehmigung + hydrogeologisches Gutachten | 1.500–4.000 € |
| Pufferspeicher + Hydraulik + Sole-Sekundärkreis | 3.000–6.000 € |
| Installation + hydraulischer Abgleich | 4.000–7.000 € |
Vorteile
- ✓ Höchste JAZ aller Wärmepumpen-Bauarten (4,5–5,5)
- ✓ Niedrigste Stromkosten pro kWh Wärme
- ✓ Konstante Grundwasser-Temperatur 8–12 °C ganzjährig
- ✓ Keine Außeneinheit → keine Geräuschemission
- ✓ Sehr lange Lebensdauer der Brunnen: 30–50 Jahre
- ✓ Auch in Regionen mit hohem Grundwasserspiegel (Norddeutschland) attraktiv
Nachteile
- × Genehmigungs-Hürden höchstmöglich (Wasserrecht + Hydrogeologie)
- × Voraussetzung: ergiebiges, sauberes Grundwasser in 5–25 m Tiefe
- × Eisenhaltiges/manganhaltiges Wasser kann Schluckbrunnen verstopfen → Wartung
- × Bei Trockenheit oder fallendem Grundwasserspiegel: Risiko für Förderkapazität
- × Auch in vielen Wasserschutzgebieten ausgeschlossen
Für wen lohnt sich diese Bauart?
Geeignet
- →Standorte mit ergiebigem, qualitativ gutem Grundwasser (Hydrogeologisches Gutachten zeigt das)
- →Norddeutsche Regionen mit hohem Grundwasserspiegel
- →Eigentümer mit ausreichend Grundstück (≥ 600 m² für 2 Brunnen mit Mindestabstand)
- →Maximale Effizienz und Lebenszykluskosten gewünscht
Eher nicht
- →Wasserschutzgebiete oder Bereiche mit Trinkwassernutzung
- →Eisen- oder manganhaltiges Grundwasser (Verstopfungsrisiko)
- →Standorte mit zu geringer Förderkapazität (< 1 m³/h)
- →Sehr tiefe Grundwasserschichten (>30 m → Pumpenleistung wird ineffizient)
Wichtig vor dem Kauf
Wasserrechtliche Genehmigung der Unteren Wasserbehörde + hydrogeologisches Gutachten durch Sachverständigen sind Pflicht. Vor der Bohrung wird oft eine Test-Förderung (Pumpversuch) verlangt, um Ergiebigkeit + Wasserchemie zu prüfen. Die Bearbeitungsdauer hängt von der Behörde ab. Kosten 1.500–4.000 €.
Was bei der Förderung zu beachten ist
Der frühere 5-%-Effizienzbonus für Wasser-Wasser-WP ist zum 21.07.2026 entfallen. Brunnenbohrung + Genehmigungskosten zählen als förderfähige Kosten. Maximalfall: 70 % von 28k € = 19.600 € Zuschuss (80 % bei geringem Einkommen = 22.400 €).
KfW-458-Bonus berechnen — Konditionen seit 21.07.2026Häufige Fragen
Wie weit unten muss das Grundwasser sein?
Was kostet das Pumpversuch (Test-Förderung)?
Kann das Schluckbrunnen-Wasser den Garten überfluten?
Was passiert bei einer langen Trockenheit?
Wie oft muss der Schluckbrunnen gewartet werden?
Unsere Quellen
- [01]KfW 458 — Heizungsförderung für Privatpersonen (Wohngebäude)kfw.dePrimärquelleKfW Bankengruppe
- [02]WHG — Wasserhaushaltsgesetz (Wasserrecht)gesetze-im-internet.deRechtsgrundlageBundesministerium der Justiz
- [03]VDI 4640 — Thermische Nutzung des Untergrundsdinmedia.deRechtsgrundlageVerein Deutscher Ingenieure
Wie wir Quellen auswählen, gegeneinander abwägen und Angaben vor der Veröffentlichung gegen das Original prüfen, steht in unserer Methodik.
Vergleich der Wärmequellen
Diese Seite gibt einen Überblick über staatliche Förderungen und technische Konditionen — sie ersetzt keine individuelle Energieberatung. Verbindlich sind die Konditionen im KfW-Förderbescheid und das geologische Gutachten beim Heizungsbauer.