Erdwärmepumpe — die effizienteste Lösung.
Sole-Wasser-Wärmepumpen entziehen über Erdsonden oder Flächenkollektoren dem Boden Wärme — bei konstant 8–12 °C, ganzjährig stabil. Resultat: JAZ 4,0–5,0, deutlich besser als Luft-Wärmepumpen. Aber: Bohrung 80–120 m, Wasserrechtsgenehmigung und 4–12 Wochen Vorlauf machen sie zur teuersten Anschaffung.
Wie funktioniert eine Erdwärme-Wärmepumpe?
Eine Sole-Flüssigkeit (Wasser-Glykol-Gemisch) zirkuliert durch Erdsonden tief im Boden (typisch 80–120 m für ein EFH) oder durch Flächenkollektoren in 1,2–1,5 m Tiefe. Der Boden hat ganzjährig 8–12 °C — auch wenn oben Frost ist.
Die Sole nimmt diese Erdwärme auf und bringt sie zur Wärmepumpe, wo sie analog zur Luft-Wasser-WP über einen Verdampfer auf das Kältemittel übertragen wird. Kompressor → Verflüssiger → Heizkreis.
Vorteil gegenüber Luft: Die Quellentemperatur schwankt kaum, JAZ bleibt deshalb auch im Winter hoch (im Gegensatz zur Luft-WP, die bei Frost einbricht). Und: die Außeneinheit fehlt → keine Geräuschemissionen außerhalb des Hauses.
Was kostet eine Anlage 2026?
Realistische Werte für ein Standard-Einfamilienhaus mit ~10 kW Heizleistung. Ohne Förderung — bei KfW 458 ziehen sich bis zu 70 % des förderfähigen Anteils ab (max. 19.600 € auf 28.000 € Kosten der ersten Wohneinheit; Selbstnutzer mit geringem Einkommen bis 80 % = max. 22.400 €).
| Kostenposten | Spanne |
|---|---|
| Sole-Wasser-Wärmepumpe (Gerät) | 8.000–14.000 € |
| Erdsonden-Bohrung (80–120 m × 50–100 €/m) | 4.000–12.000 € |
| Pufferspeicher + Hydraulik + Sole-Verteiler | 3.000–6.000 € |
| Installation + hydraulischer Abgleich | 4.000–7.000 € |
| Wasserrechts-Genehmigung + Sachverständiger | 500–1.500 € |
| Energieberater-Honorar (anteilig) | 500–1.500 € |
Vorteile
- ✓ Höchste JAZ aller Wärmepumpen-Bauarten (4,0–5,0)
- ✓ Stromverbrauch ~30 % niedriger als Luft-Wasser bei gleicher Heizlast
- ✓ Konstante Quelltemperatur 8–12 °C — stabile Leistung auch bei Frost
- ✓ Keine Außeneinheit → null Lärm, Optik unauffällig
- ✓ Ganzjährig stabile Performance — auch bei -20 °C
- ✓ Lange Lebensdauer der Erdsonden: 50+ Jahre
Nachteile
- × Höchste Anschaffungskosten (mit Bohrung 25–45k €)
- × Genehmigungspflichtig — Dauer je nach Behörde
- × In Wasserschutzgebieten oft KEINE Bohrung möglich
- × Bei Flächenkollektor: Garten ist während Verlegung Baustelle
- × Bei nachträglicher Sanierung: ggf. Garten-Schäden bei Bohrung
Für wen lohnt sich diese Bauart?
Geeignet
- →Eigentümer mit eigenem Grundstück (≥ 200 m² freie Fläche bei Sonde)
- →Neubau-Planung (Bohrung im Bauablauf integriert)
- →Sehr kalte Regionen, wo Luft-WP-Effizienz zu stark einbricht
- →Geringste laufende Kosten gewünscht (Lebenszyklus-Betrachtung)
Eher nicht
- →Wasserschutzgebiete (keine Genehmigung möglich)
- →Bekannte Altlasten im Boden (Genehmigung wird verweigert)
- →Sehr enge städtische Grundstücke ohne Anfahrt für Bohrgerät
- →Schneller Heizungstausch nötig (Bohrung dauert Wochen)
Wichtig vor dem Kauf
Wasserrechtliche Genehmigung der Unteren Wasserbehörde (Landratsamt) ist Pflicht. Ein Sachverständiger erstellt das geologische Gutachten — Kosten 500–1.500 €. Die Bearbeitungsdauer hängt von der Behörde ab. Bei Bohrungen über 100 m Tiefe wird zusätzlich der Geologische Dienst eingeschaltet.
Was bei der Förderung zu beachten ist
Der frühere 5-%-Effizienzbonus für Sole-Wasser-WP ist zum 21.07.2026 entfallen. Maximalfall seither: 30 % Grund + 16 % Klima-Geschwindigkeit + 40 % Einkommensbonus = rechnerisch 86 %, gedeckelt auf 80 % (geringes Einkommen) → 22.400 € bei 28.000 € förderfähigen Kosten; Standard-Cap 70 % = 19.600 €. Bohrkosten zählen voll als förderfähige Kosten.
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Häufige Fragen
Wie tief muss die Erdsonde sein?
Was ist der Unterschied zwischen Erdsonde und Flächenkollektor?
Wann verweigert die Wasserbehörde die Genehmigung?
Lohnt sich die Mehrinvestition gegenüber Luft-Wasser?
Geht das auch bei Sanierung oder nur bei Neubau?
Unsere Quellen
- [01]KfW 458 — Heizungsförderung für Privatpersonen (Wohngebäude)kfw.dePrimärquelleKfW Bankengruppe
- [02]Geothermie-Standortcheck — Bundesverband Geothermiegeotis.dePrimärquelleLeibniz-Institut für Angewandte Geophysik / BGE
- [03]VDI 4640 — Thermische Nutzung des Untergrundsdinmedia.deRechtsgrundlageVerein Deutscher Ingenieure
Wie wir Quellen auswählen, gegeneinander abwägen und Angaben vor der Veröffentlichung gegen das Original prüfen, steht in unserer Methodik.
Vergleich der Wärmequellen
Diese Seite gibt einen Überblick über staatliche Förderungen und technische Konditionen — sie ersetzt keine individuelle Energieberatung. Verbindlich sind die Konditionen im KfW-Förderbescheid und das geologische Gutachten beim Heizungsbauer.